Pharmainnovationen in Deutschland

(CHEManager 3-4/2018)     Zahl der Zulassung mit neuem Wirkstoff konstant     Die forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland konnten 2017 die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit unterschiedlichen Krankheiten weiter verbessern. Die Therapieoptionen durch Arzneimittel wurden um 31 Medikamenten mit neuem Wirkstoff erweitert, nicht enthalten darin sind neue Biosimilars. Für das laufende Jahr rechnet der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (VFA) damit, dass mind. 30 weitere Medikamente mit neuem Wirkstoff eingeführt werden. Dazu könnten noch einige neue Darreichungsformen und weitere Anwendungsgebiete für bereits zugelassene Medikamente kommen.

Elf Krebsmedikamente mit neuem Wirkstoff     Rund ein Drittel (11) der Medikamente mit neuem Wirkstoff, die 2017 zugelassen wurden, ist gegen verschiedene Krebserkrankungen gerichtet. Einige dieser Mittel sind immunonkologische Medikamente, die das Immunsystem der Patienten zur Tumorbekämpfung aktivieren. Andere Mittel wirken, indem sie auf die eine oder andere Weise in die Steuerung der Krebszellen eingreifen. Zehn Medikamente dienen der Behandlung von Entzündungskrankheiten, z. B. rheumatoide Arthritis und Asthma, aber auch Schuppenflechte und Neurodermitis. Mit zwei neuen Medikamenten können Ärzte nun eine Hepatitis C bei den meisten Patienten binnen acht statt bisher zwölf Wochen ausheilen.

Rund 100 Medikamente gegen seltene Erkrankungen     Als selten gelten in der Europäischen Union (EU) Krankheiten, die nicht mehr als einen von 2.000 EU-Bürgern betreffen. Durch die seit 2000 geltende europäische Verordnung zu Arzneimitteln gegen seltene Krankheiten (Orphan Drugs) stehen in der EU derzeit 99 zugelassene Medikamente zur Verfügung. Hinzu kommen 45 Medikamente gegen seltene Krankheiten, die den Orphan-Status nicht mehr besitzen, weil er verordnungsgemäß nach zehn Jahren abgelaufen ist oder von der Firma zurückgegeben wurde.

Im Jahr 2017 wurden in der EU 14 neue Orphan Drugs zugelassen. Neun der Medikamente stammten aus Deutschland, darunter die ersten Medikamente überhaupt gegen erbliche Demenz im Kindesalter.

Neue Antibiotika gegen resistente Keime gesucht     Antibiotika – Medikamente gegen schädliche Bakterien – zählen zu den größten Errungenschaften der Medizin. Lungenentzündung, Wundinfektionen, Scharlach, Syphilis und viele weitere Krankheiten haben durch sie ihren Schrecken verloren. Die meisten Markteinführungen für Antibiotika gehen auf die 1980er- und 1990er-Jahre zurück, als vor allem die Klassen der Makrolide, Cephalosporine und Fluorchinolonen erweitert wurden. Heute werden neue Anti­biotika gegen Problemkeime dringend gebraucht. Pharmaunternehmen arbeiten daher weltweit an solchen Präparaten und bringen seit einigen Jahren auch wieder mehr davon auf den Markt.

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