Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident, TU München: Neues können wir nur schaffen, wenn wir die Grenzen alten Wissens überschreiten. Dabei spielt die Intuition eine wichtige Rolle. Doch nur dort, wo sie mit einem durch solide Ausbildung geschaffenen fundierten Wissen zusammentrifft, kann sich die flüchtige Idee in nachhaltigen Fortschritt verwandeln.
Dr. Werner Breuers, Mitglied des Vorstands, Lanxess: „Forschung ist ja per Definition die zielgerichtete Suche nach Innovationen. Da aber immer mehrere Wege zum Ziel führen, bedarf es letztlich der Intuition, um zu entscheiden, welcher Weg nun einzuschlagen ist.
Dr. Georg Wießmeier, Chief Technology Officer, Altana: Ich halte individuelle Bildung und individuelles Wissen für eine sehr wichtige Voraussetzung, um individuelle Intuitionen auszulösen. Für noch erfolgversprechender halte ich allerdings die kollektive Intuition: Mehr Erfindungen erzielt ein Unternehmen dadurch, dass es das Wissen der Mitarbeiter über Netzwerke verknüpft und dadurch Problemlösungen fördert. Diese kollektive Intuition, man könnte durchaus den Begriff, Schwarmintelligenz anführen, ist einzigartig für jedes Unternehmen und wird künftig die Einzelintelligenz und die daraus resultierenden Glücksfunde immer mehr ergänzen, womöglich sogar ablösen. Nur mit vernetztem Denken und Handeln können wir zu Innovationen kommen. Eine entsprechende Innovationskultur im Unternehmen ist dafür Voraussetzung.
Dr.
Andreas Kreimeyer, Mitglied des Vorstands, BASF: Intuition, Neugierde und Kreativität bringen die jungen Spitzenforscher schon mit, die wir jedes Jahr bei der BASF einstellen. Unser Beitrag besteht darin, ihnen ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten, in dem sich diese Fähigkeiten optimal entfalten können und zu konkreten Resultaten führen.
Prof. Dr. Wolfgang Plischke, Mitglied des Vorstands, Bayer: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovationen sind die exzellenten Wissenschaftler bei Bayer und unser Vertrauen in diese. Dazu müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen - bei uns mit einem F&E-Etat von 3 Mrd. € und rund 900 Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen. Unser Leitbild „Science For A Better Life gibt so den Forschern in der Startphase von Projekten Raum für Intuition, die der Vorstand ideell und finanziell, z.B. auch über einen „Emerging Technology Fund, unterstützt.
Prof. Dr. Thomas Müller-Kirschbaum, Leiter Forschung und Entwicklung, Unternehmensbereich Wasch- und Reinigungsmittel, Henkel: Wer erfolgreich Innovationen entwickeln und auf den Markt bringen will, der braucht Kreativität und Intuition. Und zwar nicht in erster Linie Intuition im Sinne einer plötzlichen Eingebung eines einzelnen Forschers, aus der vielleicht eine geniale Neuentwicklung entsteht. Vielmehr ist Intuition für uns eng verbunden mit dem Erforschen und Erkennen von Wünschen und Bedürfnissen der Verbraucher, die oft unbewusst vorhanden sind und nicht unmittelbar zum Ausdruck gebracht werden können. Produkte zu entwickeln, die genau diese Ansprüche erfüllen, das ist es, was letztlich den Unterschied macht.
John Jackson, Mitglied der Geschäftsleitung, 3M Deutschland: Intuition in Forschung und Entwicklung: Das bedeutet Nichtoffensichtliches verbinden, um Offensichtliches zu schaffen. Es liegt zunächst einmal nicht auf der Hand, unzusammenhängende Technologieplattformen miteinander und mit verschiedenen Märkten zu verknüpfen, um so neuen Nutzen für den Kunden zu schaffen. Aber für eine starke, engagierte, vernetzte und wissbegierige Forschungs- und Entwicklungsgemeinde ist ein hohes Maß an Intuition der Ausgangspunkt für Lernwillen und den Wunsch, ungewöhnliche Verbindungen herzustellen.
Dr. Martin Vollmer, Chief Technology Officer, Clariant: „Die Herausforderung der anwendungsgetriebenen Chemieforschung besteht darin, Marktbedürfnisse und häufig komplexe Problemstellungen in geeignete Produktlösungen, d.h. die richtige Chemie, zu übersetzen. Um im Spannungsfeld aus Kosten, Performance und Nachhaltigkeit die richtige Antwort zu finden, ist Kreativität gefragt, die insofern eng mit Intuition zusammenhängt, als bei der Planung von Laborexperimenten die richtigen Fragen gestellt und auch unerwartete Ergebnisse korrekt interpretiert werden müssen. Indem die Intuition die wissenschaftliche Neugier antreibt und hilft, Erfindungen nicht nur zu machen, sondern auch zu erkennen, kann sie durchaus Startpunkt für bedeutende Innovationen sein. Eine ausgewogene Mischung aus Intuition, Instinkt und rationaler, faktenbasierter Erkenntnis ist indes die beste Grundlage, um tragfähige Entscheidungen zu fällen und Markterfolge zu erzielen.
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