BASF nimmt zu Brandunglück Stellung

Details zur Unglücksursache auf Pressekonferenz bekanntgegeben

  • „Wir haben drei Tote zu beklagen. Die Firma trauert.“ Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des BASF-Vorstands„Wir haben drei Tote zu beklagen. Die Firma trauert.“ Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des BASF-Vorstands
  • „Wir haben drei Tote zu beklagen. Die Firma trauert.“ Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des BASF-Vorstands
  • Margret Suckale, BASF-Arbeitsdirektorin und Standortleiterin für das Werk Ludwigshafen
  • Bei BASF in Ludwigshafen kam es am 17. Oktober um 11.30 Uhr im Landeshafen Nord bei Arbeiten an einer Rohrleitungstrasse zu einer Explosion mit Folgebränden. Dabei wurden zwei Feuerwehrleute und ein Matrose getötet und mehrere Personen verletzt.

BASF hat auf Ihrer Herbst-Pressekonferenz auch aktuelle Informationen zum Unglück im Landeshafen Nord bekanntgegeben. Als Explosionsursache nannte BASF-Arbeitsdirektorin Margret Suckale, die auch Standortleiterin für das Werk Ludwigshafen ist, Schweißarbeiten an einer Buten-Pipeline, die durch eine Fremdfirma im Rahmen von Instandhaltungsmaßnahmen im Landeshafen Nord ausgeführt wurden. Dadurch sei am 17. Oktober gegen 11.30 Uhr ein Brand entstanden, der sich rasch ausbreitete und mutmaßlich die benachbarte Ethylen-Ferngasleitung erhitzte, die daraufhin explodierte und weitere Brände auslöste. Durch die Explosion mit Folgebränden wurden zwei Feuerwehrleute und ein Matrose eines Tankschiffs getötet und mehrere Personen verletzt.

„Wir sind zutiefst betroffen, dass bei dem schweren Unfall am 17. Oktober 2016 auf unserem Werksgelände in Ludwigshafen drei Menschen ums Leben gekommen und mehrere Personen schwer verletzt worden sind. In Gedanken sind wir bei den Familien und Angehörigen. Wir sprechen ihnen unser tiefstes Mitgefühl aus. Unser großer Dank gilt allen, die uns in dieser Situation unterstützen und mit uns trauern“, so BASF-Chef Dr. Kurt Bock. Er verwies zu Fragen nach weiteren Details zu den Explosionsursachen und –auswirkungen auf die laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen.

Der Unfallhergang wird durch die Staatsanwaltschaft untersucht. Die Unfallstelle ist nach wie vor beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und das Polizeipräsidium Rheinpfalz haben am 26. Oktober Informationen zum Stand der Ermittlungen bekanntgegeben: „Im Rahmen intensiver Ermittlungen im engeren Tatortbereich konnte ein Einschnitt an einer Rohrleitung festgestellt werden. Dieser wurde offensichtlich mit einer Trennscheibe vorgenommen. An einer benachbarten Leitung waren zu diesem Zeitpunkt Wartungsarbeiten im Gange, bei denen ein Winkelschleifer zum Einsatz kam. Die angeschnittene Rohrleitung war von diesen Arbeiten ausgenommen. In dieser floss brennbares Raffinat.“ (Auszug aus der Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Frankenthal und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz)

Nach heutiger, vorläufiger Einschätzung ist folgende Ursachenkette möglich: Die angeschnittene Leitung enthielt ein Buten-Gemisch.

BASF hält es für möglich, dass dieses Buten-Gemisch austrat und sich an von der Trennscheibe erzeugten Funken entzündete. Hierdurch könnte der Brand entstanden sein, der in der Folge die beschriebene Explosion auslöste. BASF unterstützt die zuständigen Behörden weiterhin bei der Aufklärung des Unfallhergangs.

Die Explosion und die Folgebrände an mehreren Stellen des Rohrleitungsgrabens beschädigten weitere Produkt- und Versorgungsleitungen. BASF hatte infolge der Explosion und des verheerenden Brandes die beiden Steamcracker in Ludwigshafen sofort heruntergefahren, nahm diese aber nach intensiver Prüfung der Sicherheitslage und in enger Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd wieder in Betrieb. BASF hat eine alternative Naphtha-Versorgung für die Steamcracker über den Hafen auf der Friesenheimer Insel eingerichtet. Diese Versorgung ist von der Schadensstelle entkoppelt. Durch das Wiederanfahren der Cracker konnten auch die meisten der weiteren betroffenen Anlagen schrittweise wieder angefahren werden. Insgesamt sind infolge des Brandes derzeit noch 8 Anlagen heruntergefahren.

Entsprechend des Brandbekämpfungskonzepts für Druckgase ließen die rasch am Unfallort eingetroffenen Einsatzkräfte die ausgetretenen Produkte gezielt abbrennen. Dabei handelte es sich um Ethylen, Propylen, ein Buten-Produktgemisch (Raffinat), Pyrolysebenzin und Ethylhexanol. Gegen 21:30 Uhr am 17. Oktober war das Feuer gelöscht.

Sofort nach Beginn des Brandes am 17. Oktober erfolgten über die regulären Umweltanalysen hinaus im Umfeld der Unfallstelle, am Werkszaun, der Umgebung des Werkes (in Ludwigshafen und Mannheim) flächendeckend weitere Luftmessungen. Diese hätten laut BASF-Arbeitsdirektorin Suckale keine auffälligen Messwerte schädlicher Substanzen ergeben, wie auch das Umweltministerium und die Stadt bestätigt haben. Lediglich im Bereich der Unfallstelle wurden lokal begrenzt erhöhte Werte festgestellt.

BASF hat eine Pressemitteilung mit weiteren Details veröffentlicht und stellt zu dem Brandunglück auf der Unternehmenswebsite aktuelle Informationen zur Verfügung.

 

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