Inkubator für neue Technologien und Verfahren

WeylChem InnoTec verspricht sich neue Wachstumspotenziale mit Chemiedienstleistungen

  • Bernhard Müller, Geschäftsführer, WeylChem InnoTecBernhard Müller, Geschäftsführer, WeylChem InnoTec
  • Bernhard Müller, Geschäftsführer, WeylChem InnoTec
  • Das Portfolio von WeylChem InnoTec umfasst die Bereiche Analytische Dienstleistungen nach GMP und GLP, Auftragsforschung und Pilotierung, Verfahrensentwicklung/Prozessoptimierung und Spezialproduktion von Kleinmengen.
  • WeylChem InnoTec deckt den gesamten Entwicklungsprozess von der Synthese im Labor, Kilolab, Prozessentwicklung und Optimierung im Technikum bis hin zu Scale-up und Kleinmengenproduktion im industriellen Maßstab ab.

Am 1. August ist mit WeylChem InnoTec ein neues Unternehmen der zur International Chemical Investors Group (ICIG) gehörenden WeylChem-Gruppe an den Start gegangen. Die neue Firma ist rechtlich eine Ausgründung aus der Konzerntochter Allessa und bietet Analytik-, Forschungs- und Entwicklungs- sowie weitere Dienstleistungen an. Dr. Michael Reubold befragte den Geschäftsführer Dr. Bernhard Müller über die Strategie und die Ziele des neuen Unternehmens.

CHEManager: Herr Dr. Müller, bisher erbrachte Ihr Bereich interne Dienstleistungen für Unternehmen der WeylChem-Gruppe. Welche Idee liegt der Ausgründung von WeylChem InnoTec zugrunde und welchen Beitrag wird Ihr Unternehmen künftig für die WeylChem-Gruppe leisten?

Dr. B. Müller: Zunächst möchten wir auf globaler Ebene die Wettbewerbsfähigkeit, Profitabilität und Innovationskraft der WeylChem-Gruppe erweitern und stärken. Die Ausgründung und Etablierung von traditionell als Cost Center geführten Einheiten in der Analytik, Forschung und Entwicklung, Verfahrenstechnik und Pilotierung – bis hin zu Kleinstmengenproduktion – in ein als Profit Center geführtes eigenständiges Unternehmen, stellt an sich schon in der Chemiebranche eine Seltenheit und ein klares Signal dar.

Unser primäres Ziel wird daher sein, unsere langjährigen Fähigkeiten und Kompetenzen transparent, effizient und auf Innovationen ausgerichtet einzusetzen.

Wir haben gesehen, dass wir neue Impulse setzen müssen, um uns der zunehmenden Dynamik des Wettbewerbes zu stellen. Aufgrund der schlanken und flexiblen Strukturen von WeylChem InnoTec mit seinen rund 120 Mitarbeitern, können wir schnell auf neue Entwicklungen aus dem Markt reagieren und eigene Ideen vorantreiben. Aufgrund unseres Geschäftsmodelles stellen wir das „Innovations- und Technologie Rückgrat“ der WeylChem-Gruppe dar. Wir unterstützen in allen Bereichen unsere Gesellschaften bei internen Projekten. Darüber hinaus haben wir auch die Möglichkeit als Inkubator für neue Technologien und Verfahren zu agieren, d.h.

wir werden diese den verschiedenen Gesellschaften der ICIG anbieten.

Da wir sehr ambitionierte Wachstumsziele haben, sind wir auch in bestimmten Marktnischen und speziellen Verfahren eigenständig und extern unterwegs. Vor allem möchte ich hier die Bereiche Organische Elektronik, pharmazeutische – non-GMP – Vorstufen und neue Katalysatoren nennen. Dies sind Beispiele von hochinnovativen und komplexen Synthesen und Verfahren, die sich mit unseren Kompetenzen in der Entwicklung/Analytik und unseren Produktionskapazitäten decken, sodass wir für unsere Kunden einen signifikanten Beitrag zur Wertschöpfung leisten können.

Mit welchem Geschäftsmodell werden Sie unterwegs sein?

B. Müller: Unser Geschäftsmodell spiegelt sich in unserem Motto „Innovating chemistry. Together.“ wider. Wir wollen zusammen mit unseren Kunden neue, effiziente Wege beschreiten. Dies können inkrementelle Veränderungen in Produktionsprozessen sein, aber auch komplett neue Ansätze in der Synthese und Verfahrenstechnik. In einigen Bereichen wie der Hochdruck- und Niedrigtemperaturtechnologie haben wir das immer wieder bewiesen und uns erfolgreich ein Alleinstellungsmerkmal im Hinblick auf Flexibilität und Qualität erarbeitet.

Obwohl wir eine lange Historie an wissenschaftlichem Know-how mitbringen, müssen wir sehr schnell auf neue Entwicklungen in unserem Marktumfeld reagieren können – die Themen Digitalisierung in Produktionsprozessen oder Prozess-Simulationstechniken seien dazu als aktuelle Beispiele genannt. Daher beschäftigen wir uns momentan sehr intensiv mit industriellen Kooperationen und gezielt mit Forschungskooperationen mit diversen Universitäten und Instituten.

Wir bauen auch gerade ein internes Innovation Management & Technology Scouting auf, um uns dahingehend noch besser zu positionieren.

Wie setzt sich das Portfolio von WeylChem InnoTec zusammen?

B. Müller: Der Schwerpunkt unserer Leistungen umfasst vier Bereiche: Analytische Dienstleistungen nach GMP und GLP, Auftragsforschung und Pilotierung, Verfahrensentwicklung/Prozessoptimierung und Spezialproduktion von Kleinmengen.

Dabei decken wir in der Wertschöpfung den für unsere Kunden attraktivsten und hochkomplexen Bereich ab: den gesamten Entwicklungsprozess von der Synthese im Labor, Kilolab, Prozessentwicklung und Optimierung im Technikum bis hin zu Scale-up und Kleinmengenproduktion im industriellen Maßstab. Dies wird noch unterstützt durch hochmoderne Analytik. Natürlich bieten wir auch ein übergreifendes Projektmanagement mit entsprechenden Werkzeugen und KPIs an.

Sie wollen die bei WeylChem InnoTec gebündelte Expertise auch auf dem freien Markt anbieten.

B. Müller: Viele Kunden möchten generell das Entwicklungsrisiko und speziell die Komplexität bei mehrstufigen Synthesen aus ihrem operativen Geschäft eliminieren und suchen nach kompetenten externen Partnern. Viele scheuen auch langfristige Investitionen in Prozessoptimierung oder sehen Unsicherheiten beim Markteintritt mit neuen Produkten – was sie wiederum von langfristigen Anlageninvestitionen abhält. All diese Parameter können wir mit unseren Anlagen und unserer Entwicklungskompetenz in vielen Bereichen abdecken. Dazu erhalten unsere Kunden eine erstklassige Analytik und Dokumentation aus einer Hand. Dies gilt sowohl für interne als auch externe Kundenbeziehungen.

Wie schätzen Sie die Nachfrage ein und für welche Dienstleistungen erwarten Sie besonderes Interesse seitens externer Kunden?

B. Müller: Ich erwarte gerade in den hochinnovativen Nischen, in denen wir mit KMUs und Start-ups zusammenarbeiten, eine hohe Nachfrage. Wie bereits geschildert, decken wir gerade für diese Kunden den kapitalintensivsten Teil ab, sodass sich diese auf Forschung sowie Marketing fokussieren können, während wir uns um das Scale-up und die  industrielle Produktion kümmern. Durch die geografische Nähe zu unseren Kunden haben wir auch einen deutlichen Vorteil gegenüber dem asiatischen Wettbewerb. Neben der Grundvoraussetzung, die entsprechende Qualität zu liefern, ist es gerade im Entwicklungs- und Pilotierungsbereich der Auftragssynthese – Custom Synthesis – wichtig, eng zusammen zu arbeiten und schnell zu reagieren, damit das Projekt im gesetzten Kosten- und Zeitrahmen erfolgreich kommerzialisiert wird. Seit unserem Go Live haben wir eine signifikant gestiegene Nachfrage für alle Dienstleistungen.

Wie entwickelt sich das Marktumfeld und welche Wachstumstreiber sehen Sie in diesen Märkten für Ihre Dienstleistungen?

B. Müller: Für unsere Schwesterunternehmen innerhalb der WeylChem-Gruppe mit ihren Economies of Scale sehe ich ganz klar zwei Potenziale: die Entwicklung und Bereitstellung von neuen, effizienteren und flexiblen Technologien sowie die Optimierung bestehender Verfahren hinsichtlich Energieeintrag und Ausbeute.

Bei unseren externen Kunden fokussieren und positionieren wir uns ganz klar in den Markt der hochinnovativen und attraktiven Spezialprodukte.

Im Bereich der Analytik liegt sicher ein hohes Wachstumspotenzial in der Erweiterung des Portfolios an hochmodernen und spezialisierten Analysemethoden – so bauen wir derzeit für weitere Projekte im Bereich Pharma und Biotechnologie eine Peptidanalytik auf.

Ich sehe keine Abkühlung im Spezialchemikalienmarkt – gerade die in den Bereichen Health Sciences – also Ernährung und Pharma –, Biotechnologie, Energiegewinnung/-speicherung und Elektronika verbirgt sich ein hohes Innovationspotenzial. Daher denke ich, dass gerade unser Dienstleistungsportfolio sowohl für KMU – Stichwort kapitalintensive Produktion – als auch für größere forschende Chemieunternehmen attraktiv ist. Transparenz und Fokus beim Ressourceneinsatz und ein effizientes Risikomanagement bei innovativen Projekten sind für unsere Kunden essentiell und der Wachstumstreiber schlechthin.

Ihre externen Kunden werden häufig im Wettbewerb mit Ihren Schwesterunternehmen innerhalb der WeylChem-Gruppe stehen. Insbesondere bei der Auftragsforschung und -herstellung im Pharma- oder Agrochemiebereich ist Geheimhaltung oberstes Gebot. Wie gewährleisten Sie die Vertraulichkeit von Kundeninformationen?

B. Müller: Neben Qualität, Flexibilität und wissenschaftlicher Exzellenz ist Kundennähe einer unserer vier Kernwerte. Kundennähe bedeutet auch, dass – egal ob interner oder externer Kunde – Informationen in Projekten, über Patente, Verfahrensbeschreibungen usw. unter Verschluss bleiben. Das ist die Grundlage jeder vertrauensvollen und langfristigen Zusammenarbeit, die wir im Rahmen unseres Geschäftsmodells anstreben. Unsere Kunden wissen, dass bei uns – trotz Einbindung in eine Unternehmensgruppe – keinerlei Wissens- oder Technologieabfluss über die Unternehmensgrenze hinweg stattfindet. Dies wurde so in der Vergangenheit immer wieder praktiziert und die wiederkehrenden Kunden geben mir in dieser Einschätzung Recht. Als eigenständiges Unternehmen innerhalb der WeylChem-Gruppe ist dies auch rechtlich und formal noch einfacher geworden.

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WeylChem International GmbH
Alt Fechenheim 34
60386 Frankfurt
Telefon: +49 69 506 820 2223

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