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Logistik-Outsourcing als Wettbewerbsvorteil

Neue Lösungen bringen Vorteile auch für den Großhandel

28.07.2010
   

Kooperationen mit spezialisierten Logistikanbietern zur Erhöhung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit haben in der Chemieindustrie in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Gestiegene Anforderungen an das Supply-Chain-Management und eine immer stärkere Globalisierung der Lieferketten haben diese Entwicklung begünstigt. So nutzt nach neuesten Branchenerhebungen bereits ein Viertel der deutschen Chemieunternehmen Logistik-Outsourcing-Lösungen in einem mittleren, hohen oder gar sehr hohen Umfang. Am stärksten ausgeprägt ist dieser Trend bislang bei den produzierenden Chemieunternehmen. Entscheidend für ein erfolgreiches Outsourcing ist die richtige Partnerwahl.


Beispiele dafür, wie innovatives Logistik-Outsourcing bereits heute mit großem Erfolg eingesetzt wird, finden sich unter anderem im Kosmetik-Markenartikelvertrieb. Kennzeichnend für diesen Bereich ist ein klassisches dreistufiges Vertriebskonzept, in dem der Warenfluss von der Produktion über den Großhandel hin zum Einzelhandel verläuft. An die logistischen Abläufe stellt dies hohe Anforderungen, vor allem auf der Großhandelsebene: Hier werden die überwiegend im Ausland hergestellten Artikel in einem Zentrallager zusammengeführt, bevor man sie unter Beachtung von z. B. Terminvorgaben an die über das Land verteilten Einzelhandelsniederlassungen weiterversendet. Ein von einem führenden deutschen Kosmetikgroßhändler genutztes Logistikzentrum im südhessischen Heppenheim zeigt beispielhaft, wie dies in der Praxis geschieht und welche Vorteile es dem Kunden beschert.
Hochwertige Kosmetikmarkenartikel unterschiedlichster Art - von Parfüms und Duftstoffen über Seifen und Deodorants bis hin zu sonstigen Körperpflegemitteln - werden in dieser Anlage nach der Anlieferung aus den Erzeugerländern (darunter USA, Frankreich, Italien und Großbritannien) zentral zwischengelagert, bevor sie an den Einzelhandel - unabhängige Märkte ebenso wie große Drogerieketten - weiterbefördert werden. Auf einer Fläche von 4.500m² steht hierfür ein mit modernsten Regalbediengeräten bestücktes Schmalganghochregallager zur Verfügung, an das ein derzeit auf 6.500 Plätze ausgelegtes Palettenlager angegliedert ist.

Herzstück des Lagers stellt das Durchlaufregal mit einer rollenbasierten Fördertechnik. Bei der Anlage handelt es sich um ein so genanntes „Multi-User-Lager", in dem die Warenströme mehrerer Kunden ohne Beeinträchtigung parallel gesteuert werden können. Zum Einsatz kommt hierbei das Prinzip der „chaotischen Lagerung". In der Praxis führt dies dazu, dass Artikel unterschiedlicher Kunden direkt nebeneinander gelagert werden und trotzdem jederzeit zielsicher auffindbar sind.
Ausstattung und Konfiguration der Anlage ermöglichen höchste Flexibilität bei der Warenbewirtschaftung: Die Zahl der Artikelzugriffe erreicht an manchen Tagen einen Spitzenwert von mehr als 6.000, während sie sich zu anderen Zeiten auf einer Höhe von nur ca. 2.000 bewegt. Der Grund hierfür ist, dass die Konsumentennachfrage nach hochwertigen Kosmetikartikeln stark von Verkaufsaktionen des Einzelhandels beeinflusst wird und deshalb spürbaren Schwankungen unterliegt. Verstärkend wirken sich saisonale Schwankungen aus, wobei insbesondere bei Produktneuheiten oder in den Monaten vor wichtigen Feiertagen und Jahresereignissen regelmäßig Höchstwerte zu verzeichnen sind. Für den Kosmetikgroßhändler ist es wichtig zu wissen, dass er sich in jeder Situation auf seinen Logistikpartner verlassen kann. Denn die Markenbindung der Konsumenten ist bei Kosmetikprodukten nur schwach ausgeprägt, so dass unbefriedigte Konsumentenwünsche - z.B. als Folge von Lieferschwierigkeiten für bestimmte Artikel - rasch zu Verkaufseinbußen führen können.


Software auf Kundenbedürfnis zugeschnitten
Eine enge und gut aufeinander abgestimmte Kommunikation zwischen Großhändler und Logistikpartner ist daher für den gemeinsamen Erfolg unerlässlich. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei die vom Logistikdienstleister bereitgestellte und speziell an die Bedürfnisse des Kunden angepasste Softwarelösung. Sie überwacht alle Abläufe und ermöglicht es, auf Schwankungen innerhalb der Lieferkette unmittelbar zu reagieren. Mit ihrer Hilfe erreicht das Logistikzentrum eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit und Terminplanungspräzision: So beträgt bei Artikelabrufen die Zeit zwischen Kommissionierung und Verwiegung nie mehr als 25 Minuten - häufig ist die Durchlaufzeit eher kürzer. Auch können bei der Auslieferung bzw. dem Weitertransport vom Kunden vorgegebene Zielversandtermine beachtet werden. Sie stellen sicher, dass die Ware die Einzelhandelsfilialen nicht zu früh erreicht, sondern pünktlich zum vorgegebenen Zeitpunkt, damit Preisaktionen oder Produkteinführungen von Handelsketten landesweit zeitgleich beginnen können. Die zum Einsatz gebrachte Lagerverwaltungssoftware unterstützt auch verschiedene für den Kunden erbrachte Sonderleistungen: So wird z.B. in einem eigens hierfür eingerichteten Bereich des Logistikzentrums Retourenware entgegen genommen, geprüft und - nach Aussonderung beschädigter Artikel - wieder dem Einzelhandel zugeführt.
Alle Abläufe sind so ausgelegt, dass sie ein Höchstmaß an Sicherheit bieten: Dies beginnt mit der Beachtung der relevanten Gefahrgut- und Gefahrstoffvorschriften. So verfügen alle Lagerhallen über eine Fußbodenversiegelung sowie Hochleistungsfeuerlöschvorrichtungen und entsprechen den gesetzlichen Anforderungen der Wassergefährdungsklasse (WGK) 2. Darüber hinaus ist die Anlage in verschiedene Zugangsberechtigungsbereiche aufgeteilt und mit modernsten Zutrittssicherungs- und Überwachungssystemen ausgestattet. Sie gewährleisten, dass nur Logistikfachpersonal Zugang zum Lager erhält, und sie verhindern durch ihre Kontrollwirkung die Entwendung von eingelagerter Ware.

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