06.12.2017
ThemenPersonal

GDCh-VCW: Online-Erhebung zu Berufen 4.0 in der Chemie

Chemieverbände starten Studie zur Digitalisierung der Arbeitswelt

  • © David Burton/Fuse/Getty Images© David Burton/Fuse/Getty Images

Rund 60.000 Chemiker und Ingenieure arbeiten heute allein in der chemischen Industrie. Die große Mehrzahl von ihnen hat Berufe entlang der gesamten Wertschöfpungskette gewählt, beginnend mit Forschung und Produkt- bzw. Verfahrensentwicklung über Design und Bau chemischer Anlagen, dem Einkauf, der Produktion, der Wartung und Instandhaltung der Standorte bis hin zum Marketing, Vertrieb und Anwendungstechnik.

Daneben leisten Chemiker und Ingenieure in vielen anderen Unternehmensfunktionen wie z. B. in der Geschäftsführung, in der Unternehmenskommunikation, im Patentwesen, im Controlling oder in der Personalabteilung wertvolle Beiträge für ihre Unternehmen. Auch in Universitäten, Instituten, Behörden und Verbänden übernehmen Ingenieuren und Chemiker vielfältige Aufgaben. Eines haben all diese Berufsbilder gemein: Sie werden in wenigen Jahren nicht mehr diesselben sein.

Eine Gemeinschaftsinitiative der Gesellschaft Deutscher Chemiker, Dechema, Hochschule Fresenius, VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (GVC) sowie von Processnet und Wiley-VCH unter Leitung der GDCh-Sektion Vereinigung für Chemie und Wirtschaft (VCW) will eine Lücke zwischen dem hinreichend beschriebenen Status Quo der Digitalisierung in der Chemie und dem erwarteten Zustand der Branche in fünf bis zehn Jahren schließen.

Die Studie untersucht, welche Rolle digitale Anwendungen und Aufgaben für Chemiker und Ingenieure künftig spielen, welche Anforderungen damit verknüpft sind und wie Hochschulen, Unternehmen und Akademiker damit umgehen. Basierend auf 40 Interviews mit Unternehmen, wie All4net, Altana, BASF, Bayer, Borouge, Evonik, Infraserv, Merck, RohnerChem, Wacker Chemie, Weyer Gruppe, WeylChem und Professoren wurden relevante Hypothesen zu formuliert.

Auch die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, der hessische Minister für Wirtschaft Tarek Al-Wazir und der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner unterstützen die in dieser Form und Größenordnung einmalige Initiative.

Der Fokus der Erhebung liegt auf der Beantwortung zweier Fragen:

  • Wie werden sich die Tätigkeiten von Chemikern und Ingenieuren weiterentwickeln, wenn die Digitalisierung in der deutschen Chemieindustrie in 5–10 Jahren Alltag sein wird?
  • Wie werden Chemiker und Ingenieure auf die veränderten Anforderungen vorbereitet?

Die Initiative lädt Chemiker und Ingenieure zur Online-Erhebung „Berufe 4.0 in der Chemie“ ein, um ihre individuelle Sicht auf die Entwicklungen von sechs ausgewählten Tätigkeitsfeldern entlang der Wertschöpfungskette und die dazu benötigten Kompetenzen zu beschreiben:

  • Anlagenbau
  • Innovation
  • Einkauf
  • Produktion
  • Wartung und Instandhaltung
  • Marketing und Vertrieb

Als Teilnehmer sind Chemiker und Ingenieure mit und ohne Führungserfahrung willkommen, solche am Anfang ihres Berufslebens, diejenigen mitten im Berufsleben, die die Veränderung durch die Digitalisierung mit gestalten und erleben sowie diejenigen am Ende ihres Berufslebens, die über langjährige Erfahrungen mit technischen, kulturellen und wirtschaftlichen Transformationen verfügen.

Der Befragungszeitraum endet am 31. Januar 2018.

Im Gegensatz zu den klassischen Online-Befragungen ist diese Erhebung hypothesenbasiert und interaktiv. Die Teilnehmer können Handlungsempfehlungen an Unternehmen und Hochschulen maßgeblich mit beeinflussen, indem sie nicht nur ihre persönlichen Einschätzungen teilen, d. h. den Zustimmungsgrad zu Hypothesen, sondern diese auch kommentieren und mit Beispielen ergänzen können. Zusätzlich haben bis zu 100 interessierte Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Einschätzungen in Interviews mit dem Projektteam zu vertiefen.

Die angestrebten Handlungsempfehlungen sollten gemachte, positive wie weniger positive Erfahrungen beim Wandel hin zu Geschäftsprozessen in den 1980er Jahren, bei ERP-Einführungen in den 1990er Jahren oder bei der konsequent steigenden Ausrichtung an Nachhaltigkeit und/oder Shareholder Value seit Beginn der 2000er Jahre berücksichtigen.

Um die Qualität und Relevanz der Analysen und Handlungsempfehlungen zu plausibilisieren, werden Vertreter von Firmen und Universitäten sowie Digitalisierungs- und Transformationsexperten eine Valdiierung mit dem Projektteam durchführen. Durch diesen breiten, ergebnisoffenen, interaktiven Ansatz sollen Chemikern, Ingenieuren, Firmen und Universitäten Möglichkeiten angeboten werden, sich bestmöglich auf die Digitalisierung vorzubereiten und sich ihre Chancen zu nutzen. (ag)

Eine Teilnahme an der Online-Erhebung „Berufe in der Chemie 4.0“ ist noch bis zum 31. Januar 2018 möglich. Weitere Informationen zur Studie unter:

vcwberufe4@gdch.de

www.gdch.de/vcwberufe4

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Wolfram Keller Management Consulting


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