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ErP-Richtlinie für Motoren und Pumpen

First Mover verbessern ihre Wettbewerbssituation

27.09.2011
Abb. 1: Ein Perpetuum mobile ist physikalisch nicht möglich. Aber mit energieeffizienten Pumpen ist eine Annäherung möglich.
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Abb. 1: Ein Perpetuum mobile ist physikalisch nicht möglich. Aber mit energieeffizienten Pumpen ist ... Abb. 2: Ein großer Teil des industriellen Energieverbrauchs durch Pumpen ist reine Verschwendung – ... Abb. 3: Etwa 70 % des Stromverbrauchs in der Industrie entfallen auf Elektromotoren. Mehr als die ... Abb. 4: Ein Blueflux-Motor verfügt über eine Vielzahl spezieller Funktionen, die unterschiedliche ... Abb. 5: Diese Druckerhöhungsanlage ist bereits mit drei CRE-Blueflux-Hochdruckpumpen ausgerüstet. Peter Klaus Kölling, Vertriebsdirektor Industrie­anwendungen, Grundfos 

CITplus - Start der ErP-Richtlinie für Motoren und Pumpen - First Mover verbessern ihre Wettbewerbssituation
Gemäß der europäischen Ökodesign-Richtlinie (ErP) müssen Hersteller die Energieeffizienz ihrer Technik über den gesamten Lebenszyklus verbessern und die Umweltbelastung reduzieren. Das gilt natürlich auch für Pumpen: Effizientere IE2-Antriebe sind bereits seit dem 16. Juni 2011 Pflicht; weitere Stufen folgen 2015 und 2017. Und ab 2013 werden Nassläufer-Umwälzpumpen in Heiz- und Kühlkreisläufen mit schlechtem Wirkungsgrad aus dem Markt genommen.

Realistische Schätzungen, die zum Beispiel das Hydraulic Institute in seinem Motor-Challenge-Programm www.motor-challenge.de/­module/brochures/technischer-de.pdf vorgenommen hat, gehen davon aus, dass zwischen 20 und 25 % des weltweit erzeugten Stroms von Pumpen verbraucht werden. Und ein Viertel davon fällt in Anlagen der Prozess- und Verfahrenstechnik an. Allein in der chemischen Industrie sind geschätzt 490.000 Pumpen installiert.
Unternehmen, die ihre Prozesse energie­effizienter betreiben, erhöhen die Wertschöpfung und verbessern damit ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Niemand sollte deshalb die Zeit bis zu den nächsten ErP-Stufen ‚aussitzen‘. Wer sich frühzeitig als ‚First Mover‘ für die zukünftigen Anforderungen an die Energieeffizienz wappnet, ist nicht nur optimal vorbereitet, sondern kann bereits jetzt ordentliche Einsparungen erzielen.

ErP-Richtlinie unterstützt die Ziele der Energiewende
Die von der Politik beschlossene Energiewende in Deutschland ist ohne Frage äußerst ambitioniert. Lebhaft diskutiert werden die forcierte Nutzung erneuerbarer Energien, der Neubau von Kohle- und Gaskraftwerken und auch der Netzausbau zum Verteilen der elektrischen Energie.
Etwas in den Hintergrund gerät dabei die einfach nachvollziehbare Erkenntnis, dass nicht benötigte Energie die ökologisch wie ökonomisch beste Lösung ist.

Im Kontext dazu zeigt eine Studie der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e. V. (DENEFF) und des Wuppertal Instituts: Durch Stromeinsparungen in Unternehmen und Haushalten lässt sich auf die Jahresproduktion von zehn Kernkraftwerken verzichten.
Die schon immer empfohlenen Details einer guten Pumpenauslegung (Arbeitspunkt nahe dem optimalen Betriebspunkt der Pumpe, hydraulisch korrekte Dimensionierung der Rohrleitungen) und die heute verfügbaren Technologien zur Energieeinsparung (effiziente Motoren, Frequenzumformer zur Drehzahlregelung, wirkungsgradoptimierte Hydraulik, Reduktion der Verluste in den Wicklungen und in den Lagern) müssen zum Erreichen dieses Zieles aber sehr konsequent umgesetzt bzw. genutzt werden.
Die am 16. Juni 2011 gestartete Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie für Motoren und Pumpen wird dazu einen nachhaltigen Beitrag leisten.
Die grundsätzliche Überlegung, die zur Ökodesign-Richtlinie (ErP = Energy related Products = energieverbrauchsrelevante Produkte) der EU führte, ist so einleuchtend wie konsequent: Da ein Großteil der Umweltwirkungen eines Produktes durch die Konstruktion bereits vorbestimmt ist, zielt die Richtlinie darauf ab, die Umweltverträglichkeit energieverbrauchsrelevanter Produkte durch die Vorgabe allgemeiner und spezifischer Anforderungen zu verbessern.
Die Richtlinie gilt für alle Produkte, von denen in der EU jährlich über 200.000 Einheiten verkauft werden - darunter fallen Heißwasserboiler ebenso wie Computer, Fernseher und Industrieprodukte wie Transformatoren, Gebläse, Motoren und natürlich auch Pumpen.

Neue Effizienzskala für Motoren
Ein Schlüsselelement der Ökodesign-Richtlinie ist die Entwicklung und Umsetzung einer neuen Effizienzskala für Elektromotoren, welche die Energieeffizienz in drei Klassen einteilt: IE1, IE2 und IE3 (demnächst wird auch ein IE4-Motor definiert).
IE ist die Abkürzung für International Energy-efficiency Class, oft einfach nur International Efficiency genannt. IE1 kennzeichnet die am wenigsten energieeffizienten Motoren und IE3 (IE4) die energieeffizientesten.
Nahezu alle Motoren im Leistungsbereich von 0,75 bis 375 kW fallen unter die Motorenrichtlinie (EG640/2009), die wie folgt aussieht:
- Schritt 1: Seit dem 16. Juni 2011 müssen alle Motoren die IE2-Norm erfüllen.
- Schritt 2: Ab dem 1. Januar 2015 müssen alle Elektromotoren von 7,5 bis 375 kW entweder die IE3-Norm oder die IE2-Norm unter Verwendung eines Frequenzumrichters (FU) erfüllen.
- Schritt 3: Ab 2017 müssen alle Elektromotoren von 0,75 bis 375 kW entweder die IE3-Norm oder die IE2-Norm unter Verwendung eines Frequenzumrichters erfüllen.


Übrigens: In den oft gescholtenen USA gelten seit Jahren bereits Mindest-Effizienz-Standards. Dort erreichen die Hocheffizienzmotoren (IE2) bereits einen Anteil von 54 % und die noch effizienteren IE3-Motoren schon 16 %. In Deutschland/Europa liegt der Anteil der IE3-Motoren bei unter 1 %.

ErP Lot 11: Nassläufer-Umwälzpumpen
Pumpen verbrauchen - wie eingangs beschrieben - viel Energie. Der Einsatz von Hocheffizienzpumpen ‚rechnet‘ sich meist schnell. Diese Pumpen sind im Vergleich zu Standardpumpen dadurch energiesparender, dass sie effizientere Motoren einsetzen und ihr Design optimiert ist. Außerdem vermeiden sie mithilfe von Frequenzumformern zur Anpassung der Drehzahl unnötig hohe Fördermengen.
Der erheblich geringere Energiebedarf von Hocheffizienzpumpen ist im Wesentlichen auf drei Punkte zurückzuführen:
- IE2- bzw. IE3-Motor
- Drehzahlregelung
- korrekte Sollwert-Einstellung.

Schlüsselwörter : Energieeffizienz ERP Grundfos IE2 Motor Nassläufer-Umwälzpumpen Ökodesign-Richtlinie Pumpe

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