Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser und Überflutungen sind in den meisten Unternehmen eher selten ein Thema. Dabei haben viele große Chemieunternehmen Standorte in der Nähe von Wasserstraßen oder in Küstennähe gewählt, weil hier durch Umschlagplätze wie Häfen und Güterbahnhöfe beste Transportmöglichkeiten für Werkstoffe und Produkte vorhanden sind.
Personen und Sachwerte zu schützen und Betriebsunterbrechungen zu vermeiden ist eine der wichtigsten Managementaufgaben. Die Herausforderung: Viele Gefahren sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. CHEManager stellt regelmäßig Risiken und Lösungsansätze vor, auf die Sicherheitsbeauftragte und Werksleiter ein besonderes Augenmerk legen sollten - von A wie Ammoniak bis Z wie Zutrittskontrolle. In dieser Folge geht es um Risiken durch Hochwasser und Überflutungen.
Sicherheitsvorkehrungen und Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser und Überflutungen sind in den meisten Unternehmen eher selten ein Thema. Dabei haben gerade viele große Chemieunternehmen Standorte in der Nähe von Wasserstraßen oder in Küstennähe gewählt, weil hier durch Umschlagplätze wie Häfen und Güterbahnhöfe beste Transportmöglichkeiten für Werkstoffe und Produkte vorhanden sind. Oft ist der Unternehmensleitung gar nicht bewusst, wie groß das Überflutungsrisiko in ihrer Region ist.
Hier müssen Risikomanager aktiv werden. Denn ohne einen geeigneten Maßnahmenplan können wichtige Anlagen, Maschinen oder Werkstoffe unwiederbringlich zerstört werden - die Folge sind lange Betriebsunterbrechungen, die die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden können.
Unterschätzte Gefahr
Nicht nur an großen Flussläufen besteht Gefahr. Oft stauen sich die Wassermassen in die kleineren Flusszuläufe zurück. Zudem sind gerade in Industrieregionen die Wasserwege häufig begradigt. Doch ohne die natürlichen Überflutungsgebiete wie Auen kann der Pegel rasant ansteigen und Städte sowie angrenzende Industriegebiete werden überflutet. Bei extremen Regenfällen kann die städtische Kanalisation die Wassermassen nicht mehr vollständig aufnehmen.
Der Abwasserspiegel steigt und drückt in die Anschlusskanäle - tieferliegende Gebäudebereiche werden dann über die Entwässerungsleitungen geflutet.
Die Rückstausicherungen des eigenen Kanalisationssystems sollten deshalb regelmäßig überprüft werden.
Schäden verringern durch Notfallpläne
Ein Hochwasser-Notfallplan kann helfen, Schäden zu minimieren. Wichtig dabei ist, einen genauen Überblick zu erlangen, wie und wo ein mögliches Hochwasser die Industrieanlagen treffen könnte. Erst dann kann eine adäquate Notfallorganisation aufgebaut und Mitarbeiter entsprechend geschult und vorbereitet werden. Zudem gilt es sicherzustellen, dass das Unternehmen über alle notwenigen Ressourcen verfügt, um schnell und effektiv Rettungsmaßnahmen einleiten und größere Schäden und Betriebsunterbrechungen verhindern zu können. Es ist daher ratsam, jährliche Überprüfungen vorzunehmen und eine oder mehrere Notfallübungen durchzuführen.
Maßnahmen-Checkliste
Besteht konkret die Gefahr von Hochwasser oder Überflutung, sollte jedes betroffene Unternehmen umgehend folgende Maßnahmen ergreifen:
Zusätzlich sollten bereits präventiv erste Maßnahmen erfolgen. So können festinstallierte Anlagen mit wasserabweisendem Rostschutzanstrich versehen werden. Zulieferer, Abnehmer, Fremdfirmen und Reparaturunternehmen sollten identifiziert werden, so dass diese im Krisenfall rechtzeitig informiert werden können. Zugleich sollte ein betriebsinterner Bergungstrupp aufgestellt werden, der vorbereitet und geschult ist, die Maßnahmen aus dem Notfallplan umzusetzen.
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