Chemie-Nobelpreis 2019 würdigt die Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie

  • © Nobel Media 2019, Illustration: Niklas Elmehed© Nobel Media 2019, Illustration: Niklas Elmehed
Der Nobelpreis für Chemie 2019 wurde "für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien" gemeinsam vergeben an John B. Goodenough, The University of Texas at Austin, USA, M. Stanley Whittingham, Binghamton University, State University of New York, USA, und Akira Yoshino, Asahi Kasei Corporation, Tokio, Japan, und Meijo University, Nagoya, Japan.
In den 1970er Jahren entwickelte Stanley Whittingham eine Kathode in einer Lithium-Batterie aus Titandisulfid. Die Anode wurde teilweise aus metallischem Lithium hergestellt. Dies machte die Batterie zu explosiv, um lebensfähig zu sein. 1980 zeigte John Goodenough, dass Kobaltoxid mit interkalierten Lithiumionen bis zu vier Volt erzeugen kann. 1985 entwickelte Akira Yoshino die erste kommerziell nutzbare Lithium-Ionen-Batterie. Er verwendete Petrolkoks, ein Kohlenstoffmaterial, das wie das Kobaltoxid der Kathode Lithiumionen als Anode einlagern kann. Das Ergebnis war ein leichter, strapazierfähiger Akku, der hunderte Male aufgeladen werden konnte.
Seit ihrer Markteinführung im Jahr 1991 haben Lithium-Ionen-Batterien unser Leben revolutioniert. Sie werden in Mobiltelefonen, Laptops, Elektrofahrzeugen usw. eingesetzt. Lithium-Ionen-Batterien können auch erhebliche Mengen an Energie aus Sonnen- und Windenergie speichern, was eine fossile, brennstofffreie Gesellschaft ermöglicht.
 
John B. Goodenough, geboren 1922 in Jena, Deutschland, studierte Mathematik an der Yale University, New Haven, CT, USA, und Physik an der University of Chicago, IL, USA, wo er 1952 promovierte. Anschließend wechselte er an das Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge, USA. Goodenough wurde 1976 Professor für Anorganische Chemie an der University of Oxford, Großbritannien. Seit 1986 ist er Professor an der University of Texas at Austin in den Fakultäten für Maschinenbau und Elektrotechnik.
Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt John B. Goodenough den Japan Prize 2001, die National Medal of Science 2011, den Benjamin Franklin Award in Chemie 2018 und die Copley Medaille der Royal Society 2019. Er ist Fellow der Electrochemistry Society und Fellow der U.S.

National Academy of Inventors. Die Royal Society of Chemistry (RSC) vergibt zu seinen Ehren den John B Goodenough Award. Er ist der älteste Nobelpreisträger, der je mit dem Preis ausgezeichnet wurde.

 
M. Stanley Whittingham, geboren 1941 in Nottingham, Großbritannien, studierte Chemie an der Oxford University, wo er 1968 promovierte. Anschließend forschte er postdoktoral an der Stanford University, Ca, USA. Anschließend arbeitete er für die Exxon Research & Engineering Company und für die Schlumberger Limited. Er kam 1988 als Professor für Chemie zur Binghamton University und ist dort heute als Distinguished Professor of Chemistry and Materials Science and Engineering tätig.
Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt M. Stanley Whittingham 1971 den Young Author Award der Electrochemical Society, 2004 den Battery Research Award, 2012 den IBA Yeager Award for Lifetime Contribution to Lithium Battery Materials Research. Er ist Fellow der Materials Research Society und Mitglied der U.S. National Academy of Engineering.
 
Akira Yoshino, geboren 1948 in Suita, Japan, studierte Ingenieurwissenschaften an der Kyoto University, Japan, und promovierte an der Osaka University, Japan, in Ingenieurwissenschaften. Ab 1972 arbeitete er bei der Asahi Kasei Corporation, zunächst im Kawasaki-Labor zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, dann als Manager im Bereich Ionen-Batterien. Seit 2003 ist er Fellow bei Asahi Kasei und seit 2005 ist er General Manager des Yoshino Laboratory des Unternehmens. Seit 2017 ist er auch Professor an der Graduate School of Science and Technology der Meijo University.
Unter anderem erhielt Akira Yoshino 1999 den Battery Division Technology Award der Electrochemical Society, 2012 die IEEE-Medaille für Umwelt- und Sicherheitstechnologien, 2018 den Japan Prize und 2019 den European Inventor Award.
 
Author: ChemViews Magazine, Copyright: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KG
 

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