Chemiekonjunktur Deutschland im 1. Halbjahr 2018

(CHEManager 15-16/2018)     Starkes erstes Halbjahr für die deutsche Chemie     Die Geschäfte der chemisch-pharmazeutischen Industrie verliefen im ersten Halbjahr 2018 erfreulich, aber die Perspektive für den Rest des Jahres ist verhaltener. Wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) Mitte Juli in seiner Halbjahresbilanz berichtete, legte die Produktion der drittgrößten Branche in Deutschland insgesamt um 5 % zu. Der Aufschwung der Chemieindustrie verliert jedoch Dynamik und die politischen Risikofaktoren nehmen weiter zu. Das dämpft die Erwartungen für das zweite Halbjahr. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet der VCI mit einem Produk­tionswachstum von 3,5 %. Bei einem höheren Preis­niveau von 1 % dürfte der Umsatz der Branche um 4,5 % auf über 204 Mrd. EUR zulegen.


 

Chemie- und Pharmaproduktion wächst um 5 %     Nach einem Wachstum der Chemieproduktion in Deutschland von rund 1 % im Jahr 2016 und 3,8 % im Jahr 2017 – das vor allem auf ein unerwartet starkes Wachstum im zweiten Halbjahr zurückzuführen war – stieg die Produktion der chemisch-pharmazeutischen Industrie im ersten Halbjahr 2018 nochmals um 5 %. Rechnet man das boomende Pharma­geschäft heraus, lag die Mengenentwicklung nur bei +2 %. Die einzelnen Sparten der Chemiebranche trugen im ersten Halbjahr 2018 sehr unterschiedlich zum Produktionswachstum bei (vgl. Grafik 3). Die Kapazitäten waren insgesamt mit rund 84 % gut ausgelastet.

Pharmaproduktion legt um 11,5 % zu     Die gute Industriekonjunktur in Deutschland und Europa belebte vor allem das Geschäft mit Fein- und Spezialchemikalien. Hier wuchs die Produktion um 4,5 % im ersten Halbjahr 2018. Gleichzeitig stieg die Produktion von Pharmazeutika (+11,5 %) stark an.

Die Basischemie konnte ihre Produktion nur geringfügig ausweiten: Anorganische Grundstoffe legten 0,5 % zu, Polymere um 1,5 %. Auch die Produktion von petrochemischen Grundstoffen verbuchte einen Zuwachs von 1,5 %. Hier scheint nach mehrjähriger Talfahrt die Trendwende geschafft. Insgesamt stieg die Chemieproduktion (ohne Pharmazeutika) um 2  %.

Höhere Preise aufgrund steigender Rohstoffkosten     Die Erzeugerpreise für chemische Produkte stiegen im bisherigen Jahresverlauf um 1 %. Angesichts gut ausgelasteter Kapazitäten und wachsender Nach­frage konnten die Chemieunternehmen steigende Rohstoffkosten teilweise an die Kunden weitergeben und Preiserhöhungen durchsetzen. Rohöl kostete im ers­ten Halbjahr 2018 mit durchschnittlich 70 USD pro Barrel rund 34 % mehr als ein Jahr zuvor. Naphtha, der wichtigste Rohstoff der Branche, verteuerte sich in diesem Zeitraum um +20 % auf über 500 EUR/t. Ein positives Mengengeschäft mit anziehenden Erzeugerpreisen ermöglichte den deutschen Chemie- und Pharmaunternehmen ein kräftiges Umsatzplus (+5,5 %) im ersten Halbjahr.

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