Deutsch-amerikanische Wirtschaftsbeziehungen

(Ausgabe: CHEManager 21-22/2014)     Deutsche Direktinvestitionen in den USA    
Das Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA wird derzeit kontrovers diskutiert (vgl. Seite 4). Diese Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) wäre das größte bilaterale Handelsabkommen aller Zeiten. Damit würden nicht nur die Zölle im Handel zwischen den USA und der EU abgebaut, sondern auch die regulatorischen Vorschriften angeglichen werden können. Insbesondere die Exportnation Deutschland würde von TTIP profitieren. Die USA sind Deutschlands viertwichtigster Handelspartner und der wichtigste Empfänger von Direktinvestitionen deutscher Unternehmen (Grafik 1). Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen in den USA belief sich 2011 auf fast 254 Mrd. EUR.

Deutsch-amerikanischer Außenhandel     Grafik 2 zeigt, dass der Handel mit den USA nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 wieder deutlich angestiegen ist. Deutschland führte 2012 für rund 137 Mrd. EUR Waren aus den USA ein und in die USA aus. Exportierte Waren hatten einen Wert von 86,8 Mrd. EUR, der Wert der Importe betrug 50,6 Mrd. EUR. Der Anteil des Chemie/Pharma-Außenhandels mit den USA machte 2012 je nach Klassifizierung der Waren (z. B. mit/ohne Gummi- und Kunststofferzeugnisse) etwa ein Viertel bis ein Fünftel (Export) bzw. ein Fünftel bis ein Sechstel (Import) des Handelsvolumens aus (Grafik 3, vgl. auch „Daten und Fakten zur US-Chemieindustrie" in CHEManager 20/2014, Seite 16).

Wichtigste Handelsgüter     Im Warenverkehr zwischen Deutschland und den USA haben neben Chemikalien/Pharmazeutika Maschinen sowie Fahrzeuge und -teile die größte Bedeutung. Mehr als 500.000 Autos in den USA stammen aus deutscher Produktion, Maschinen machen ein Fünftel des deutschen Exports in die USA aus.

Umgekehrt führt Deutschland vor allem pharmazeutische, medizinische und elektronische Erzeugnisse aus den USA ein. Während die Exportnation Deutschland im Warenverkehr mit den USA einen deutlichen Handelsüberschuss von rund 36 Mrd. EUR (Grafik 2) vorweisen kann, verbucht sie im Dienstleistungshandel mit den USA ein leichtes Defizit - im Jahr 2012 in Höhe von rund 2,5 Mrd. EUR.

Re-Industrialisierung der USA     Doch die Erfindernation des Dienstleistungssektors steht vor einer u. a. von günstigen Energiepreisen getriebenen Re-Industrialisierung. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hatte das verarbeitende Gewerbe in Amerika rasant an Bedeutung verloren - 1955 lag der Wertschöpfungsanteil der US-Industrie am Bruttoinlandsprodukt bei 27,8 %, 2009 nur noch bei mageren 11,0 %. Doch seitdem steigt der Anteil der Industrie wieder; 2012 betrug er bereits 11,9 %. Das Land stellt wieder mehr Industrieprodukte selbst her und seine Unternehmen verlagern zunehmend Arbeitsplätze aus dem Ausland zurück in die USA. Die Entwicklung wichtiger Industriebranchen in den USA ist ein deutliches Zeichen für diesen Trend (Grafik 4).

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