Deutsche Chemieindustrie

(CHEManager 17/2016)     Deutsche Chemie weltweit auf Platz 3     Im globalen Umsatzranking belegt Deutschland seit 2014 Platz 3 nach China und den USA. Japans Chemie­industrie konnte 2014 erstmalig überrundet werden. Insgesamt kann die Branche mit einem positiven Außenhandelssaldo aufwarten. Mit 56,6 Mrd. EUR trug die Bilanz der Chemie positiv zur Handelsbilanz Deutschlands bei. Der wichtigste Exportmarkt für Deutschland ist die EU: Fast 60 % der deutschen ­Chemieexporte haben die Nachbarländer als Ziel. Doch chemische Erzeugnisse „made in Germany“ sind auch außerhalb der EU stark gefragt. Die Branche erschließt die globalen Märkte nicht nur über Exporte, sondern sie hat Produktionsstätten und Beteiligungen in den meisten Ländern der Welt.

Europas Chemie stabil dank Exporten     Innerhalb Europas ist Deutschland mit einem Um­satzanteil von 25 % der größte Chemieproduzent, gefolgt von Frankreich (15 %) und Italien (10 %). Die Bedeutung des europäischen Markts nimmt zwar aufgrund des deutlich stärkeren Wachstums in anderen Regionen ab – aber der Bedeutungsverlust geht nur äußerst langsam vonstatten. Die Verflechtung innerhalb Europas ist hoch. Der Branche ist es gelungen, vom starken Wachstum in anderen Regionen über ihre Exporte zu profitieren. In den vergangenen fünf Jahren wuchsen vor allem die deutschen Exporte nach Asien (+ 6,1 %), allen voran nach China, aber auch in die NAFTA Region (+13,8 %) und die EU-Betrittsländer (+ 6,3 %).

Chemie wichtiger Lieferant der Industrie     Die deutsche Chemie zählt zu den größten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Sie trägt 10,6 % zum Umsatz des verarbeitenden Gewerbes bei und liegt damit auf Platz drei des Branchenranking nach dem Fahrzeugbau (22,8 %) und dem Maschinenbau (13,2 %).

75 % der Chemiekunden sind Industriekunden, wobei der höchste Anteil zur Weiterverarbeitung in der Chemie bleibt (57 %). Die wichtigsten anderen deutschen Abnehmerindustrien sind die Gummi- und Kunststoffhersteller, die Automobilindustrie und die Bauwirtschaft. Ein kleiner Anteil wird direkt an die Dienstleistungsbranche geliefert. Die übrigen rund 22 % der Produkte gehen an den Endverbraucher.

10,5 Mrd. EUR für Forschung und Entwicklung      Als drittgrößte Industrie trägt die Branche mit ihrem Umsatz und ihren Investitionen maßgeblich zum Wohlstand Deutschlands bei. Nahezu 15 % aller Exporte und 13 % der Investitionen des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland werden von Chemieunternehmen erbracht. Überdurchschnittlich sind auch die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Im Jahr 2015 hat die Chemie 10,5 Mrd. EUR in F&E investiert. Damit entfallen nahezu 16 % der FuE-Ausgaben des verarbeitenden Gewerbes auf die Chemie- und Pharmaindustrie. Dabei finanziert die Branche ihre Ausgaben zu 90 % selbst. Und ein Großteil der Forschung, nämlich 75 %, wird in den Chemieunternehmen selbst durchgeführt.

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