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Jahrestagung Chemie 2013

Branchentreff der Industrie, Politik und Wissenschaft

15.01.2013 -

Ende April 2013 findet der Branchentreff der chemischen Industrie bereits zum 14. Mal statt. Über 100 Vertreter aus der chemischen Industrie, Politik und Wissenschaft werden in Köln über die Herausforderungen der deutschen Chemie diskutieren. In diesem Jahr die Zuverlässigkeit der Energieversorgung und die Volatilität der Strompreise auf der Agenda. Weitere Themen sind u.a. Energiewende, CO2-Handel und Rohstoffkosten, Handlungsfelder für eine ressourceneffiziente Chemieindustrie, Chemie und Umweltschutz: (k)ein Wiederspruch, Megatrend Biokunststoffe, Forschung und Entwicklung zur Speicherung erneuerbarer Energien.

Im Vorfeld der Jahrestagung Chemie 2013 hat Euroforum die Situation beleuchtet und exklusiv für die Leserinnen und Leser des CHEManager grafisch dargestellt.

Chemiebranche - Hohe Energiekosten, trotzdem gute Aussichten
Auch wenn die Chemieindustrie wegen der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) unter hohen Energiekosten leidet, sind die Prognosen für die nächsten Jahre positiv: „Die Chemie hat gute Perspektiven am Standort Deutschland. Das zeigt die VCI-Prognos-Studie, die ihre Entwicklungspfade bis 2030 analysiert hat. Obwohl sich die Wachstumszentren für das Chemiegeschäft nach Asien verlagern, kann die deutsche Chemie in den nächsten beiden Jahrzehnten ein Produktionswachstum von 40 % erreichen - sofern die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Das gilt vor allem für die Energiepolitik. Für den globalen Wettbewerb sind die deutschen Chemieunternehmen zukunftsweisend aufgestellt: Ihre Produkte spielen für eine nachhaltige Entwicklung und globale Megatrends, hinter denen das Wachstum der Weltbevölkerung als treibende Kraft wirkt, eine zentrale Rolle: Gesundheit, Ernährung, Wohnen, Mobilität, Kommunikation", so VCI-Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann. Auf der jährlichen Handelsblatt Tagung der Chemieindustrie wird Dr. Utz Tillmann im April 2013 die Entwicklungen der chemischen Industrie bis 2030 im Detail vorstellen.

China gewinnt massive Anteile am Weltmarkt (Grafik 1)
China kann als Folge seiner steigenden Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen weitere Anteile an der globalen Produktion hinzugewinnen. Der Bedeutungszuwachs geht im Wesentlichen zu Lasten der Industrieländer. Hier ist die Chemieindustrie gefragt, mit passenden Strategien zu antworten: verstärkt in Innovationen investieren und effizienter produzieren, aber auch Spezialchemikalien fokussieren, denn forschungsintensive und höherwertige Spezialchemikalien für Farben, Pflanzenschutzmittel, Spezialkunststoffe und Konsumprodukte werden weitere Produktionsanteile hinzugewinnen, so ein weiteres Ergebnis der VCI-Prognos-Studie. Aber auch die Rohstoffbasis müsse optimiert werden, denn laut Studie werden bis 2030 Chemieunternehmen in Deutschland 50 % mehr nachwachsende Rohstoffe als heute für ihre Verfahren verwenden. Heute setzt die Branche pro Jahr rund 2,7 Mio. t pflanzliche Rohstoffe überwiegend für die Herstellung von Produkten aus der Spezialchemie ein.

Alternativen zur EEG-Umlage (Grafik2) 
Über Alternativen zur EEG-Umlage äußert sich auf dem Chemiebranchentreff Dr. Hubertus Bardt vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Vorab erläutert er: „Die EEG-Umlage legt die Mehrkosten der Förderung erneuerbarer Energien auf die Stromverbraucher um. Würde die Umlage in ihrer derzeitigen Form abgeschafft, müssen andere Finanzierungsquellen zur Förderung der erneuerbaren Energien erschlossen werden. Die Vergütungsregelungen für Strom aus erneuerbaren Energien sind jedoch sehr langfristig angelegt, sodass eine substantielle Reduzierung des Finanzierungsbedarfs in den kommenden Jahren wohl kaum durchgesetzt werden kann. Eine Finanzierung der Differenzkosten über steuerliche Instrumente hätte immerhin den Vorteil, dass anders als bei der jetzigen Konstruktion eine Kontrolle durch das Parlament erfolgen kann, da die Finanzierung dann aus dem Bundeshaushalt erfolgen muss." Interessant ist zu sehen, wie die Gelder der EEG-Umlage nach Energieträger verwendet werden. So betrug im Jahr 2011 die EEG-Vergütung für Strom, der aus Biomasse erzeugt wurde, insgesamt rund fünf Mrd. €, für solarerzeugten Strom betrug die Vergütung 7,8 Mrd.

Megatrend Biokunstoffe (Grafik 3 und Grafik 4)
Im Jahr 2009 belief sich die weltweite Kapazität, biologisch abbaubare Biokunststoffe zu produzieren, auf rund 226.000 t pro Jahr. Im Jahr 2016 wird eine Produktionsmenge von 776.000 t prognostiziert. „In einer Welt, deren fossile Rohstoffe in absehbarer Zeit zur Neige gehen, werden Biokunststoffe, die auf erneuerbaren Ressourcen basieren, den Kunststoffmarkt revolutionieren. Schon innerhalb der nächsten fünf Jahren werden sich die Produktionskapazitäten versechsfachen - Tendenz steigend. Anstatt Biomasse, die nicht als Lebensmittel für Mensch und Tier vorgesehen ist, sinnlos zu verfeuern, und diese Praxis auch noch hoch zu subventionieren, sollte die stoffliche Nutzung Vorrang erhalten. Durch Kaskadennutzung, an deren Ende neben dem Recycling auch die energetische Verwertung stehen kann, wird ein Mehrfaches an Effizienzsteigerung ermöglicht", erklärt Hasso von Pogrell, Geschäftsführer des Branchenverbandes European Bioplastics. Auf der Handelsblatt Jahrestagung Chemie wird Hasso von Pogrell über die aktuelle Entwicklung und Wachstumsprognose für Biokunstoffe sprechen.

Grüne Chemie
Ökologie und Ökonomie müssen sich nicht ausschließen, das beweist Dr. Hermann Fischer. Er erforscht, entwickelt und produziert seit den 1970er Jahren Naturprodukte aus solaren Grundstoffen. 1983 gründete Dr. Hermann Fischer die Firma Auro Pflanzenchemie. Kennzeichnend für das Unternehmen ist eine konsequente ökologische Ausrichtung sowie die technische Qualität der Produkte. Dr. Hermann Fischer stellt fest: „Chemieskandale wie das Seveso-Unglück brachten immer mehr Verbraucher auf die Suche nach konsequent ökologischen Produkten. Aber auch in der Chemiebranche selbst wuchs das Bewusstsein für Ökologie und Nachhaltigkeit. Die Chemie steht jetzt am kritischen Wendepunkt zur post-fossilen Ära." Als Öko-Manager ausgezeichnet, spricht der promovierte Chemiker auf der Tagung über Grüne Chemie mit erneuerbaren Grundstoffen: Vom Ökopionier zum erfolgreichen Unternehmer.

Auszeichnung für talentierten Nachwuchs
Im Rahmen der Handelsblatt Jahrestagung Chemie 2013 wird zum dritten Mal der Handelsblatt Stratley Award an die beste Nachwuchsführungskraft in der chemischen Industrie verliehen. Die Jury wird den Preis an ein Nachwuchstalent vergeben, das sich durch Führungsstärke, Kreativität sowie unternehmerische Kompetenz, analytische Fähigkeiten, Organisationstalent, Durchsetzungsfähigkeit und Teamgeist auszeichnet. „Wir sind überzeugt, dass die globale chemische Industrie am Beginn einer fundamentalen Neuordnung steht", so Walter Bürger-Kley von Stratley, dem Sponsor des Awards. „Besonders europäische Chemieunternehmen müssen vorausschauend die richtigen Weichen stellen, um sich langfristig im Zuge der globalen Strukturänderungen zu positionieren. Entscheidende Stütze für Veränderungen werden junge Leute mit mutigen Ideen sein." Daher hat Stratley den Award ins Leben gerufen. „Wir wollen Nachwuchsführungskräfte mit herausragenden Fähigkeiten auszeichnen, um so ihre Rolle für die Bewältigung der künftigen Herausforderungen zu verdeutlichen", führt Walter Bürger-Kley aus.

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