Medizinische Biotechnologie in Deutschland

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Die Biopharmazie ist Jobmotor in Deutschland

In Deutschland waren 2017 insgesamt 383 Unternehmen (+18 im Vergleich zum Vorjahr) in der medizinischen Biotechnologie tätig, darunter 118 Unternehmen, die eigene Medikamente entwickeln und teilweise auch bereits vermarkten und 265 Unternehmen mit Technologieplattformen, zu denen sowohl Dienstleister, Diagnostikahersteller sowie Firmen mit präklinischer Wirkstoffentwicklung zählen. Die Branche erwies sich im Jahr 2017 erneut als Jobmotor: Die Zahl der Beschäftigten stieg um 2.900 (+6,6 %) auf 47.000 Mitarbeiter. Über den Zeitraum von 2005 bis 2017 stieg die Zahl der Angestellten in der biopharmazeutischen Industrie in Deutschland um den Faktor 1,8 von 26.420 (2005) auf heute mehr als 47.000 Beschäftigte.


Wachsende Bedeutung von Biopharmazeutika

Der deutsche Pharmamarkt hatte im Jahr 2017 ein Volumen von 39,3 Mrd. EUR, das entspricht einem Wachstum von 5,1% im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze mit Biopharmazeutika in Deutschland haben sich von 2005 bis 2017 von 2,6 Mrd. EUR auf 10,2 Mrd. EUR fast vervierfacht, wodurch sich deren Anteil am Gesamtmarkt von 12 % auf 26 % mehr als verdoppelt hat. Dies liegt auch daran, dass 2017 bereits 274 Biopharmazeutika in der Europäischen Union zugelassen waren, im Vergleich zu 155 im Jahr 2005. 23 Biopharmazeutika wurden allein 2017 neu zugelassen, das entspricht einem Anteil von 51 % der Neuzulassungen – so viele wie nie zuvor.


Immunologie und Onkologie wichtigste Anwendungen für Biopharmazeutika

Biopharmazeutika sind inzwischen in vielen Therapiegebieten vertreten. Im Jahr 2017 entfielen 26 % des gesamten Pharmaumsatzes auf diese Produktgruppe. Über 50 % des Branchenumsatzes von 10,2 Mrd. EUR entfielen dabei auf die Immunologie (3,2 Mrd. EUR) und die Onkologie (2,5 Mrd. EUR). Zudem gibt es starke Unterschiede bei den biopharmazeutischen Umsatzanteilen je nach Anwendungsgebiet.

In den drei bedeutendsten Anwendungsgebieten, Immunologie, Onkologie, Stoffwechsel) sowie im Bereich Sinnesorgane liegen ihre Anteil deutlich über dem Markdurchschnitt: So entfielen in der Immunologie 75 % des Umsatzes auf Biopharmazeutika, gefolgt vom Bereich Sinnesorgane (51 %), Onkologie (43%) und Stoffwechseltherapien (41%).


Biopharmazeutische Pipeline gut gefüllt

Die biopharmazeutische Pipeline hat sich seit 2005 weit mehr als verdoppelt – von 256 klinischen Entwicklungskandidaten im Jahr 2005 auf 639 Ende 2017. Obwohl sich der jährliche Anstieg in den letzten Jahren verlangsamt hat, stehen die absoluten Zahlen für weiterhin sehr hohe Investitionen in Biopharmazeutika. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Pipeline im Jahr 2017 um 0,5 % zu. Die Phase-III- Studien gingen wie bereits im Vorjahr zurück (2017: -9 %; 2016: -5 %), was auf die hohe Zahl an Zulassungen zurückzuführen ist. Bei den Biosimilars gab es 2017 einen Rückgang um sechs Entwicklungskandidaten bzw. 16 % auf 32 Kandidaten. Insgesamt machen Biosimilars etwa ein Viertel der biopharmazeutischen Phase-III-Pipeline aus. (ag)

 

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