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Strukturwandel und Wachstumstreiber

09.12.2015 -

(CHEManager 23-14/2015)     Globalisierung fördert Wachstum     Länder, die in Sachen Globalisierung, Vernetzung und wissensbasierte Innovationen gut aufgestellt sind, wachsen schneller – das belegt der aktuelle IW-Strukturbericht „Digitalisierung, Vernetzung und Strukturwandel – Wege zu mehr Wohlstand“ mit einer umfangreichen empirischen Untersuchung. Er zeigt, dass zahlreiche Indikatoren der Globalisierung positiv mit dem Wachstum zusammenhängen. Deutschland ist in puncto Globalisierung gut positioniert, abzulesen ist das u.a. an dem Offenheitsgrad seiner Wirtschaft. Dieser wird gemessen als Anteil der Im- und Exporte am Bruttoinlandsprodukt: Die Offenheit hat, außer in Japan, seit 1995 nirgends so stark zugenommen wie in Deutschland.



Wachstum durch vernetzte Produktion     Ein Wachstumstreiber für mehr Wohlstand ist die vernetzte Produktion. Je besser die Vernetzung von einzelnen Branchen oder ganzen Volkswirtschaften, desto höher das Wirtschaftswachstum. Gemessen wird die Vernetzung an Indikatoren wie dem Anteil der ausländischen Wertschöpfung an den Exporten und dem Anteil der importierten Vorleistungen an den Importen. Mit einem Anteil von 32 % der Industrie und des Vorleistungsverbunds (Saldo der inländischen Vorleistungsbezüge der Industrie) ist Deutschland hier im Vergleich von 23 OECD-Ländern sehr gut aufgestellt. Lediglich in Tschechien liegt der Anteil mit rund 35 % noch etwas höher.



Deutsche Unternehmen steigern Forschungsausgaben     Dass ein Land wie die Bundesrepublik, in dem es außer Kohle praktisch keine Rohstoffe gibt, auf seine Köpfe angewiesen ist, versteht sich von selbst. Zwar wird der Zusammenhang zwischen dem Humankapital einer Volkswirtschaft und deren Wirtschaftswachstum mit zunehmendem BIP kleiner, doch Bildung ist das A und O des Fortschritts und Basis aller Innovationen. Die deutschen Unternehmen wissen das: Ihre Forschungsausgaben sind seit 1995 um fast die Hälfte auf 1,9 % des BIP gestiegen – damit zählt Deutschland zu den Top 5 der 23 untersuchten OECD-Länder. Nur in Südkorea, Japan und Finnland liegt der Anteil der Forschungsausgaben von Unternehmen am BIP noch höher.




Verbesserte Rahmenbedingungen in Deutschland     Das IW Köln hat empirisch nachgewiesen, dass eine Verbesserung der staatlichen Rahmenbedingungen – wie Rechtssystem, Infrastruktur oder Regulierung – mit einem höheren Wirtschaftswachstum einhergeht. Deutschland hat sich seit 1995 bei fast allen Indikatoren verbessert und liegt über dem internationalen Durchschnitt der untersuchten OECD-Länder – mit einer Ausnahme: Bei den Kosten – z. B. für Arbeit oder Strom – hat sich Deutschland zwar insofern verbessert, als es sich seit 1995 weiter dem Durchschnitt der 23 Länder annähert. Nach wie vor aber ist die Bundesrepublik ein Hochkostenland.