BASF drosselt Produktion

  • Vorstandschef Jürgen HambrechtVorstandschef Jürgen Hambrecht

BASF drosselt Produktion. Die Auswirkungen der globalen Finanzkrise machen der BASF schwer zu schaffen. Wegen eines Nachfragerückgangs ergreift der Chemiekonzern Maßnahmen, um entstehende Überkapazitäten zu vermeiden. Rund 80 Anlagen sollen weltweit vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Außerdem drosselt das Unternehmen die Produktion in gut 100 Anlagen. Geplante Wartungsarbeiten werden vorgezogen. Die Produktionsanpassungen erfolgen vorwiegend in Betrieben, die für die Abnehmerbranchen Automobil, Bau und Textil produzieren. Die Maßnahmen seien größtenteils bereits eingeleitet, für einzelne Anlagen ist eine verringerte Auslastung bis Januar 2009 geplant.

Weltweit sind 20.000 Mitarbeiter von den Produktionsanpassungen betroffen, 5.000 davon am weltweit größten BASF-Standort in Ludwigshafen. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei aber nicht geplant. BASF kündigte an, die Folgen für die Beschäftigen so weit wie möglich mit flexiblen Arbeitszeitinstrumenten abzufedern, etwa über den Abbau von Überstunden oder Urlaub. Als letztes Mittel könne Kurzarbeit an einzelnen Standorten aber nicht ausgeschlossen werden, sollte die Nachfrageschwäche länger anhalten und alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sein.

Schon Ende Oktober hatte BASF bei der Vorlage der Geschäftszahlen auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld hingewiesen und den Abbau von weltweit mehr als 1.000 Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren bekannt gegeben. „Seitdem hat sich die Nachfrage unserer Kunden in wichtigen Märkten nochmals deutlich verschlechtert“, erklärte Dr. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF.

Besonders Kunden aus der Automobilindustrie hätten bereits erteilte Aufträge kurzfristig storniert. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen korrigierte der BASF-Chef die Gewinnprognose für das laufende Jahr nach unten. Unter diesen Bedingungen sei das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen des Vorjahres in Höhe von 7,6 Mrd. € nicht zu erreichen, so Hambrecht. Die Entwicklung im kommenden Jahr könne nur schwer eingeschätzt werden. „Die BASF wird jetzt noch stärker auf Kosten- und Ausgabendisziplin achten.

Wir werden die Krise aber auch konsequent als Chance nutzen.“ Außerdem werde die geplante Akquisition und Integration von Ciba zügig vorangetrieben, um das Geschäft weiter zu optimieren. „Bei allem notwendigen Realismus sind wir für die Zukunft trotzdem zuversichtlich“, betonte Hambrecht.

„Wir haben die BASF in den vergangenen Jahren krisenfester gemacht. In der jetzigen, schwierigen Situation zeigt sich die Stärke unseres besser balancierten Portfolios. Zudem sind wir solide finanziert und haben das beste Team an Bord, um die vor uns liegende Strecke erfolgreich zu meistern.“

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