BAVC fordert Tarifpolitik mit Augenmaß

BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller äußerte sich zur Forderungsempfehlung der IG BCE: „Bei allem begründeten Optimismus: Die IG BCE muss aufpassen, dass sie die Bodenhaftung behält. 6 Prozent mehr Entgelt und 1 Prozent on top für mehr Urlaubsgeld - das ist mit uns nicht zu machen. Die Bäume wachsen, aber sie wachsen auch in der Chemie nicht in den Himmel.“

Einmalige wirtschaftliche Lage mit Einmalzahlungen honorieren
„Wenn wir als Branche weiter wachsen wollen, brauchen wir eine besonnene Tarifpolitik. Eine einmalige Boom-Phase können wir unter anderem mit Einmalzahlungen honorieren. Dann sind wir besser aufgestellt, sobald der Weg wieder steiniger wird. Nachholbedarf gibt es jedenfalls nicht: In der Chemie verdient ein Tarifmitarbeiter in Vollzeit schon heute im Schnitt über 59.000 Euro im Jahr. Zudem können auch die Unternehmen den Euro nur einmal ausgeben. Wer, wie die IG BCE, die Rückkehr zur Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung und höhere Renten fordert, steigert damit die Personalkosten für die Unternehmen. Dann muss man auch akzeptieren, dass weniger Geld für Tariferhöhungen zur Verfügung steht.“

Zeitsouveränität: Fortschritte für beide Seiten erzielen
Spannend würde die Debatte um die Gestaltung der modernen Arbeitswelt, so Stiller. Die Tarifrunde wäre der richtige Rahmen, um Fortschritte für beide Seiten zu erzielen. Wer aber mehr Zeitsouveränität mit einer Verringerung des Arbeitsvolumens übersetze, müsse für einen Ausgleich am anderen Ende sorgen. „Wir müssen dann auch darüber sprechen, wie wir die individuelle Arbeitszeit ausdehnen können, wenn der Mitarbeiter das möchte und der Bedarf im Unternehmen vorhanden ist.“

Die Tarifverhandlungen für die 580.000 Beschäftigten in den 1.900 Betrieben der Chemie- und Pharma-Branche beginnen am 20. Juni 2018.

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