Bayer kooperiert mit Dewpoint Therapeutics

Entwicklung neuer Therapien für Herz-Kreislauf- und gynäkologische Erkrankungen

Bayer und Dewpoint Therapeutics haben eine Options-, Forschungs- und Lizenzvereinbarung im Wert von bis zu 100 Mio. USD unterzeichnet. Dewpoint ist ein Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Boston und Dresden. Ziel der Partnerschaft ist es, Dewpoints Plattform für biomolekulare Kondensate sowie die Wirkstoffbibliothek von Bayer für die Entwicklung neuer Therapien in den Bereichen Herz-Kreislauf- und gynäkologische Erkrankungen zu nutzen.

Mehr als 80 Prozent aller im Markt befindlichen Arzneimittel beruht auf dem Mechanismus niedermolekularer Inhibitoren (kleine Moleküle). Bis zu 80% des menschlichen Proteoms gelten für diesen Mechanismus gegenwärtig allerdings als unzugänglich. Die wissenschaftliche Arbeitsweise mit biomolekularen Kondensaten erweitert den traditionellen Bereich therapeutischer Ansatzpunkte für kleine Moleküle, indem neue Zielmoleküle und neue Ansätze für bisher nicht adressierbare Zielmoleküle identifiziert werden.

„Wir bauen unsere Kapazitäten im Bereich Forschung und Entwicklung weiter aus, und die Zusammenarbeit mit Dewpoint ermöglicht uns den Zugang zu bahnbrechendem Innovationspotential“, sagte Jörg Möller, Mitglied des Executive Committee der Pharmaceuticals Division von Bayer und Leiter von Forschung und Entwicklung. „Neue Analysetechniken und ein zunehmendes Verständnis biomolekularer Kondensate könnten neue Einblicke in Zellfunktionen liefern, die von Wissenschaftlern in der Arzneimittelentwicklung bisher nicht berücksichtigt wurden. Dies ermöglicht uns, neue Angriffspunkte für zukünftige Therapien zu identifizieren.“

Viele Proteine wirken als Teil von Komplexen in biomolekularen Kondensaten. Diese sind tröpfchenartige membranlose Organellen, die sich dynamisch bilden, um eine Vielzahl von Zellfunktionen auszuführen. Obwohl Kondensate erstmals vor mehr als 100 Jahren beobachtet wurden, standen sie bis dato nicht im Fokus der Arzneimittelforschung, da sie mit herkömmlichen Wirkstofffindungsmethoden, wie Proteinkristallographie und biochemischen Aktivitätsanalysen, nur schwer zu untersuchen sind. Nun könnten Fortschritte in der Kondensatforschung neue Erkenntnisse über Zellfunktionen und Krankheiten liefern.

„Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, die Behandlung von Krankheiten voranzutreiben, die sich der Arzneimittelforschung bislang entzogen haben.

Wir freuen uns darauf, die Expertise von Bayer in Chemie und Arzneimittelentwicklung mit der neuartigen Plattform von Dewpoint und den Erkenntnissen über die Bedeutung von biomolekularen Kondensaten bei Krankheiten zu kombinieren“, sagte Amir Nashat, Chief Executive Officer von Dewpoint Therapeutics.

Im Rahmen der Vereinbarung erhält Bayer die Option, exklusiv eine bestimmte Anzahl von Lizenzen an Wirkstoffkandidaten, die aus den Forschungsaktivitäten hervorgehen, zu erwerben. Bayer wird seine Wirkstoffbibliothek für niedermolekulare Verbindungen sowie seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten, einschließlich Hochdurchsatz-Screening und medizinischer Chemie, in die Kooperation einbringen. Darüber hinaus werden beide Unternehmen die Präsenz von Dewpoint in Deutschland ausbauen, um neue wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Medikamente umzusetzen.

Die jetzt bekanntgegebene Kooperation folgt auf die Beteiligung des Leverkusener Konzerns an der Series A Finanzierungsrunde von Dewpoint im Januar 2019 durch Leaps by Bayer, dem strategischen Corporate Venture Fund von Bayer.

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