Bayer legt im vergangenen Jahr strategisch und operativ zu

Der Konzernumsatz von Bayer erhöhte sich im vergangenen Jahr währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) um 3,5 (nominal: 18,5)% auf 43,545 Mrd. EUR. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 28,3% auf 11,503 Mrd. EUR. Belastet wurde es durch negative Währungseffekte von 43 Mio. EUR.

Das EBIT legte um 21,3% auf 4,189 Mrd. EUR zu. Darin enthalten sind Sonderaufwendungen von saldiert 2,818 Mrd. EUR. Sie standen im Wesentlichen in Verbindung mit dem laufenden Restrukturierungsprogramm, der Akquisition und Integration von Monsanto, Wertminderungen im Zusammenhang mit der Produktionsanlage „Dicamba“ bei Crop Science und der Desinvestition von Dr. Scholl’s bei Consumer Health sowie Rechtsberatungskosten. Das Konzernergebnis stieg um 141,4% auf 4,091 Mrd. EUR. Darin enthalten ist der Gewinn aus der Veräußerung des Anteils von Bayer an der Currenta-Gruppe (1,637 Mrd. EUR). Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft erhöhte sich um 14,3% auf 6,40 EUR.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 28. April 2020 die Zahlung einer unveränderten Dividende von 2,80 EUR je dividendenberechtigter Aktie für das Geschäftsjahr 2019 vor. Bei 982,42 (Vorjahr: 932,55) Millionen dividendenberechtigten Aktien entspricht der Vorschlag einer Ausschüttungssumme von 2,751 (2,611) Mrd. EUR.

Der Free Cash Flow ging im vergangenen Jahr zwar um 9,4% auf 4,214 Mrd. EUR zurück. „Das liegt aber deutlich über den ursprünglich in Aussicht gestellten 3 bis 4 Mrd. EUR. Insofern sind wir hier mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Nickl. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte Bayer im Vergleich zum Vorjahr um 4,5% auf 34,068 Mrd. EUR.

„Wir haben 2019 geliefert und in allen Bereichen unsere Versprechen gehalten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Donnerstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Leverkusen. „Wir haben unsere Finanzziele erreicht, obwohl wir – gerade was den Agrarsektor angeht – mit einem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen hatten.“ Auch für das laufende Jahr ist Bayer zuversichtlich: Umsatz, Ergebnis und Free Cash Flow sollen steigen.

„Geliefert haben wir auch mit Blick auf die Ende 2018 angekündigten Portfolio-, Effizienz- und Strukturmaßnahmen“, so Baumann weiter.

Bayer hat 2019 einerseits den Verkauf seines Animal-Health-Geschäfts für 7,6 Mrd. US-Dollar an Elanco vereinbart und den Verkauf des Anteils am Standortdienstleister Currenta sowie der Marken Dr. Scholl’s und Coppertone abgeschlossen. Andererseits hat das Unternehmen durch Effizienz- und Strukturmaßnahmen, inklusive der Synergien durch das akquirierte Agrargeschäft, im vergangenen Jahr bereits etwa 30% der bis 2022 angestrebten Beiträge von jährlich 2,6 Mrd. EUR realisiert.

Außerdem hat der Konzern 2019 seine Anstrengungen für Nachhaltigkeit deutlich verstärkt und sich ambitionierte Ziele gesetzt. „Wir haben Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil unserer Strategie gemacht und bilden damit unsere Verantwortung als Unternehmen und die gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen ab“, sagte Baumann. „Wir verfolgen unsere Nachhaltigkeitsziele mit dem gleichen Nachdruck wie unsere Finanzziele. Entsprechend werden wir der Hauptversammlung im April vorschlagen, die Nachhaltigkeitsziele in das Vergütungssystem des Vorstands zu integrieren.“

Ausblick: Bayer will Umsatz, Ergebnis und Free Cash Flow erhöhen
Für das Jahr 2020 erwartet Bayer für das fortzuführende Geschäft einen Umsatz von wb. etwa 44 Mrd. bis 45 Mrd. EUR. Dies entspricht wpb. einer Steigerung um etwa 3 bis 4%. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen will der Konzern wb. auf rund 28% erhöhen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll wb. auf 12,3 Mrd. bis 12,6 Mrd. EUR steigen. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie plant Bayer einen Anstieg auf wb. 7,00 bis 7,20 EUR. Der Free Cash Flow soll sich wb. auf etwa 5 Mrd. EUR belaufen. Die Prognose enthält noch keine Abschätzung der Effekte, die sich durch den Ausbruch des Coronavirus ergeben können. Außerdem geht Bayer davon aus, dass sein Animal-Health-Geschäft ab dem 1. Juli 2020 an den Erwerber übergeht und zu diesem Zeitpunkt der Kaufpreis vertragsgemäß in bar und in Elanco-Aktien eingeht.

Für die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen ändert sich nach den Veräußerungen im vergangenen Jahr die Zurechnung von Kosten der Querschnittsfunktionen zu den einzelnen Divisionen. Bei Crop Science belief sich die Marge für 2019 wie berichtet auf 24,2% und angepasst auf 23,8%. Für 2020 erwartet Bayer auf dieser Basis eine Steigerung auf wb. etwa 26%. Bei Pharmaceuticals lag die Marge bei 33,3% und angepasst bei 32,6%, im laufenden Jahr soll sie wb. ca. 33% erreichen. Die Marge von Consumer Health lag 2019 bei 20,0%, angepasst bei 20,9%, und soll sich 2020 auf wb. 22 bis 23% erhöhen.

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