Bayer und Ginkgo Bioworks gründen neues Unternehmen

Serie-A-Finanzierungsrunde von 100 Millionen USD

Bayer und Ginkgo Bioworks haben ein neues Unternehmen gegründet, das im Bereich des pflanzlichen Mikrobioms tätig sein wird. Dabei soll die Fähigkeit von Mikroben verbessert werden, den Pflanzen Stickstoff-Dünger zur Verfügung zu stellen und so ein Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft geleistet werden. Die Vereinbarung umfasst eine Serie-A-Investition durch die Muttergesellschaften sowie Viking Global Investors in Höhe von 100 Mio. USD. Das neue Unternehmen wird seinen Standort in Boston haben - dem florierenden Biotechnologie-Zentrum und der Heimat von Ginkgo - sowie im kalifornischen West Sacramento, wo Bayer seine F&E-Aktivitäten im Bereich Biologika für Pflanzen konzentriert hat.

Das neue Unternehmen wird sich mit Technologien zur Verbesserung von pflanzenassoziierten Mikroorganismen befassen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die für die Landwirtschaft bedeutende Stickstoff-Fixierung legen. Während manche Anbaukulturen wie Sojabohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte eine Bindung mit bestimmten Mikroben eingehen können, die in der Pflanze leben und deren Stickstoffbedarf bedienen, besteht diese Möglichkeit für die meisten anderen Nutzpflanzen nicht. Stickstoffdünger ist daher ein wesentlicher Bestandteil moderner Landwirtschaft - bei ineffizienter Nutzung aber auch ein erheblicher Kostenfaktor für den Landwirt. Zudem trägt der Einsatz von Stickstoffdünger zur Emission von Treibhausgasen sowie zur Beeinträchtigung der Wasserqualität bei. Das neue Unternehmen soll eine Plattform für endophytische Mikroben entwickeln, die auf flexible Weise neuartige agronomische Vorteile - wie Stickstofffixierung - bieten und so einen positiven Nutzen für Landwirte, die Landwirtschaft und die Gesellschaft gleichermaßen darstellen.

Das neue Biotech-Unternehmen ist die fünfte Investition des Bayer Lifescience Center (BLSC), das als strategische Innovationseinheit bei Bayer direkt an den Vorstand berichtet. Das BLSC hat die Aufgabe, bahnbrechende wissenschaftliche Fortschritte zu identifizieren, zu fördern und zugänglich zu machen. Ermöglicht wird das durch Gründung und Aufbau neuer Firmen in Kooperation mit Partnern wie Ginkgo Bioworks im Bereich der synthetischen Biologie.

Neben der Investition in dieses neue Unternehmen hat das BLSC bereits mit Casebia (CRISPR/Cas-Technologie) und BlueRock (induzierte pluripotente Stammzellentechnologie) einige der bislang größten Serie-A-Investitionen in der Bio- und Agrartechnologie-Branche getätigt.

„Der Einstieg in die Mikrobiom-Forschung ist Teil der Innovationsstrategie von Bayer. Wir bringen dieses Unternehmen an den Start, um auf Grundlage der neuesten Methoden der synthetischen Biologie zukunftsweisende landwirtschaftliche Produkte anbieten zu können", so Kemal Malik, als Mitglied des Vorstands der Bayer verantwortlich für Innovation. "In exklusiver Partnerschaft mit Ginkgo können wir das neue Unternehmen zu einem maßgeblichen Akteur in diesem Bereich machen."

Zusätzlich zur Serie-A-Investition in Höhe von 100 Mio. USD von Bayer, Ginkgo und Viking Global Investors, ermöglicht Ginkgo exklusiven Zugang zu seiner Technologie und stellt Labor- und Bürokapazitäten bereit. Zudem wird eine neue Forschungseinrichtung eigens für das neue Unternehmen aufgebaut. Bayer bietet exklusiven Zugriff auf firmeneigene Mikrobenstämme und seine gesamte für die Entwicklung erforderliche Expertise.

Dr. Mike Miille wird zum vorläufigen CEO des neuen Unternehmens ernannt. Der Biotechnologe verfügt über umfassende Erfahrung in der landwirtschaftlichen Nutzung des Mikrobioms. Er war zuvor als CEO von AgraQuest tätig und ist derzeit Vice President Strategy and Business Management Biologics bei der Bayer-Division Crop Science. Der Vorstand des neuen Unternehmens wird sich aus Vertretern von Ginkgo Bioworks - Dr. Jason Kelly und Dr. Reshma Shetty - sowie Vertretern von Bayer - Dr. Axel Bouchon und Dr. Jürgen Eckhardt - zusammensetzen. Das neue Unternehmen wird vom Ginkgo-Standort im Bostoner Stadtteil Seaport aus operieren.

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