Bayer verkauft Teile seines Agrochemiegeschäfts für 5,9 Mrd. EUR an BASF

  • Ein Teil der Transaktion von Bayer zur BASF ist das Saatgut-Portfolio für Raps in Nordamerika und Europa. Ein Teil der Transaktion von Bayer zur BASF ist das Saatgut-Portfolio für Raps in Nordamerika und Europa.

Im Rahmen der geplanten Übernahme von Monsanto kommt Bayer den  Wettbewerbsbehörden entgegen und plant den Verkauf wesentlicher Teile seines Saatgut- und Herbizid-Geschäfts an die BASF. Eine entsprechende Vereinbarung haben beide Unternehmen Mitte Oktober unterzeichnet. Sie sieht den Verkauf von bestimmten Crop-Science-Geschäften an BASF für 5,9 Mrd. EUR vor. Die zu veräußernden Geschäfte erzielten im Jahr 2016 einen Umsatz von insgesamt rund 1,3 Mrd. EUR; das EBITDA betrug rund 385 Mio. EUR.

„Wir gehen aktiv auf die potenziellen Bedenken der Regulierungsbehörden ein, um einen erfolgreichen Abschluss der Monsanto-Transaktion zu ermöglichen“, begründete Bayer-Vorstandsvorsitzender Werner Baumann den Schritt. Die Transaktion muss von den Regulierungsbehörden genehmigt werden und wird erst wirksam, wenn die geplante Übernahme von Monsanto durch Bayer für rund 56 Mrd. EUR erfolgreich abgeschlossen ist. Dies soll im ersten Quartal 2018 der Fall sein. Bayer hat bei rund 30 Wettbewerbsbehörden weltweit die Genehmigung für die Übernahme beantragt und bislang von etwa einem Drittel die Freigabe erhalten.  

Das Agrochemiegeschäft der BASF konzentrierte sich bislang auf Pflanzenschutzprodukte gegen Unkraut-, Schädlings- und Pilzbefall. „Mit dieser Investition ergreifen wir die Gelegenheit, äußerst attraktive Geschäftsfelder in wichtigen Feldkulturen und Märkten zu erwerben. Sie ist eine strategische Ergänzung unseres gut etablierten und erfolgreichen Pflanzenschutzgeschäfts sowie unserer Biotech­no­lo­gieaktivitäten“, sagt Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands der BASF. Durch die Übernahme kommen das Geschäft mit Baumwollsaatgut (ohne Indien und Südafrika), das Rapssaatgutgeschäft in Nordamerika und Europa sowie das Geschäft mit Sojasaatgut hinzu. Darüber hinaus verkauft Bayer sein globales nicht-selektives Herbizidgeschäft mit Glufosinat-Ammonium, das unter den Marken Liberty, Basta und Finale vermarktet wird, an den Ludwigshafener Konzern.

Außerdem wird BASF die Produktions- und Formulierungsstandorte für Glufosinat-Ammonium in Deutschland, den USA und Kanada übernehmen, ebenso die Züchtungsstationen in Nordamerika, Südamerika und Europa sowie die Trait-Forschungseinrichtungen in den USA und Europa.

Insgesamt werden mehr als 1.800 Bayer-Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing, Forschung und Entwicklung, Züchtung und Produktion zur BASF übertreten.

Diese Mitarbeiter sind vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien beschäftigt. 300 von ihnen sind an den deutschen Standorten Hürth-Knapsack, Frankfurt und Monheim tätig.

„Aus Arbeitnehmersicht ist die Vereinbarung zwischen Bayer und BASF vollauf zu begrüßen“, sagte der Vorsitzende der IG BCE, Michael Vassiliadis, der gleichzeitig stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der BASF ist. „Beide Unternehmen sprechen in vielerlei Hinsicht dieselbe Sprache und pflegen seit Jahrzehnten die Kultur der Tarif- und Sozialpartnerschaft.“ Zudem habe sich die BASF verpflichtet, die bis 2020 geltende Beschäftigungssicherung für die wechselnden Arbeitnehmer zu übernehmen, meldete die IG BCE.

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