Borealis kooperiert mit Startup Qpinch

Borealis gibt die Zusammenarbeit mit dem Startup Qpinch bekannt, das eine Technologie zur Wärmerückgewinnung aus industrieller Abwärme durch einen innovativen chemischen Prozess entwickelt hat. Das Startup sorgte bereits mit dem Gewinn des „Emerging Technology Award 2015“ in der Branche für Aufsehen – einer Auszeichnung, die im Rahmen eines von der UK Royal Society of Chemistry gesponserten, jährlichen Wettbewerbs verliehen wird. Borealis und Qpinch haben nun beschlossen, die Technologie, die in Kooperation mit der Universität Gent, Belgien, patentiert wurde, gemeinsam auf einen kommerziell nutzbaren Maßstab auszubauen.

Die Qpinch-Technologie imitiert natürliche Prozesse, die Energie in lebenden Zellen speichern und freisetzen – ein Kreislauf, der als ATP/ADP bekannt ist (ATP: Adenosintriphosphat, ADP: Adenosindiphosphat). Die Technologie ermöglicht eine Steigerung der Wärmeenergie industrieller Abwärme, indem diese durch einen chemischen Prozess angehoben wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wärmepumpen minimiert dieser geschlossene Kreislaufprozess sowohl die Betriebskosten als auch den Stromverbrauch. Die Technologie ist von 1 bis 50 MW skalierbar und kann dadurch enorme Mengen industrieller Abwärme verarbeiten.

Borealis‘ offene Innovationskooperation mit Qpinch zum Aufbau einer Anlage im kommerziellen Maßstab ist ein wichtiger Schritt für Borealis zur Senkung seiner CO2-Emissionen und um die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit der Betriebe weiter zu steigern. Rund 2.200 t CO2/Jahr werden eingespart, was den Emissionen von 1.500 Kleinwagen pro Jahr entspricht.

„Wir sind stolz darauf, diese revolutionäre Technologie als erster Polyolefinproduzent auf einen kommerziellen Maßstab auszubauen. Dies wird die Borealis Gruppe maßgeblich dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, insbesondere in unseren Fokusbereichen Energie & Klima“, erklärt Maurits Van Tol, Borealis Senior Vice President Innovation & Technology.

Die Wärmerückgewinnungsanlage soll am bestehenden Standort der Borealis LDPE-Anlage (LDPE = Polyethylen mit niedriger Dichte) in Zwijndrecht/Antwerpen, Europas größtem Petrochemiecluster, errichtet werden.

Der Betriebsstart ist für das erste Halbjahr 2019 geplant. Die Anlage wird die neue Technologie damit als erste im kommerziellen Maßstab in einer Polyolefinanlage nutzen. Die flämische Regierung unterstützte die Umsetzung des Projekts finanziell über ihr Umweltförderprogramm.

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