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Chemie-Tarifrunde 2015: Arbeitgeber weisen Gewerkschaftsforderung als realitätsfern zurück

22.01.2015 -

„Die IG BCE hat es leider versäumt, ihre überzogenen Vorstellungen deutlich nach unten zu korrigieren", kontert BAVC-Verhandlungsführer Hans-Carsten Hansen die heute von der IG BCE-Bundestarifkommission beschlossene Forderung für die Tarifrunde 2015. „4,8% sind ein Unding, ohne Substanz und Fundament. Diese Forderung liegt meilenweit entfernt von dem, was Produktivität und Inflation überhaupt zulassen. Und einen „Harmonie-Bonus" werden wir nicht zahlen."

Arbeitgeber warnen vor falschen Erwartungen
Auch die IG BCE müsse die wirtschaftlichen Realitäten endlich anerkennen. Die Lage der deutschen Chemie habe sich im Jahresverlauf 2014 deutlich verschlechtert und sei hinter der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zurückgeblieben. „Gedrosselte Produktion und steigende Lohnstückkosten haben die chemische Industrie empfindlich getroffen", betont Hansen. Bei anhaltend hoher Unsicherheit seien die Wachstumserwartungen der Branche für 2015 überaus zurückhaltend. Hansen weiter: „Die Entwicklungen von Produktivität und Löhnen in der Chemie müssen dringend wieder in Einklang gebracht werden. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie ist angegriffen. Wir müssen deshalb umgehend zu einer produktivitätsorientierten Tarifpolitik zurückkehren. Die historisch niedrige Inflation ist dafür eine Steilvorlage."

Demografie-Forderung: „keine Rolle rückwärts"
Auch die Forderung nach zusätzlichen Arbeitszeitentlastungen für ältere Beschäftigte weisen die Chemie-Arbeitgeber zurück. „Die bestehenden tariflichen Optionen reichen aus, um den demografischen Wandel erfolgreich zu gestalten. Flächendeckende Frühverrentungsmodelle und generelle Arbeitszeitverkürzungen sind der falsche Weg. Sie kommen einer Rolle rückwärts gleich", so Hansen, der auf den verstärkten Fachkräftemangel hinweist.

Die Tarifverhandlungen für die 550.000 Beschäftigten in den 1.900 Betrieben der deutschen Chemie-Industrie beginnen am 26. Januar 2015 mit dem Auftakt der regionalen Verhandlungsrunde für den Bezirk Nordrhein.