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Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2016 - Chemiebranche als Vorreiter

Evonik, Procter & Gamble, Symrise, Fuchs Petrolub, Beoplast Besgen, Werner & Merz ausgezeichnet für Nachhaltigkeit

01.12.2016 -

30 Unternehmen und 12 Kommunen wurden für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2016 nominiert. Seit dem 25. November 2016 stehen die Sieger fest: Chemieunternehmen stellen nicht nur sechs der Preisträger, sondern wurden auch im Public Voting für ihre Forschung und Produkte ausgezeichnet.

Neben den Ehrenpreisträgern Nicolas Cage, „Die Fantastischen Vier“ und Tshering Tobgay, dem Premierminister des ostasiatischen Landes Bhutan, standen die Chemieunternehmen Evonik Industries, Procter & Gamble, Symrise, Fuchs Petrolub, Beoplast Besgen und Werner & Merz auf der Bestenliste des Nachhaltigkeitspreises 2016. Überreicht wurden die Preise von Bundesratspräsidentin Malu Dreyer und Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks anlässlich des 9. Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf. 1.200 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kommunen, Forschung, Medien und Gesellschaft nahmen an „Deutschlands grünster Gala“ teil, die vom Initiator des Preises Stefan Schulze-Hausmann moderiert wurde.

Evonik leistet Beitrag zur Wärmewende

Evonik Creavis wurde für seinen Beitrag, Abwärme in nutzbare Energie umzuwandeln, mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung 2016 gewürdigt. Die Auszeichnung stiftet das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Zur Wahl standen anwendungsnahe Forschungsprojekte, durch die Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei der Erzeugung von Wärme in Unternehmen, Kommunen und privaten Haushalten reduziert werden. „Der deutsche Klimaschutzplan setzt auf die Fortschritte in der Forschung für die klimaneutrale Energieerzeugung. Damit die Energiewende gelingt, muss auch die Wärmewende gelingen. Die Hälfte der eingesetzten Energie in Deutschland wird für Wärme verwendet. Dafür, dass dies effizienter geschieht, haben die Preisträger einen wichtigen Beitrag geleistet“, sagte Staatssekretär Georg Schütte. Die Preisträger wurden in Kooperation mit dem TV-Wissenschaftsmagazin Nano in einem Public Voting ermittelt. Zur Wahl standen drei Forschungsprojekte zum Thema Wärmewende.

Evonik Creavis erhielt den Forschungspreis 2016 für die Entwicklung eines Verfahrens, das die vollautomatische und kostengünstige Herstellung von Thermogeneratoren erlaubt. Solche handgroßen, scheibenförmigen Generatoren werden dazu eingesetzt, Abwärme von technischen Geräten direkt in Strom zu wandeln. Mit den neuen Thermogeneratoren kann so bspw. die Wärme von Abgassträngen von Fahrzeugen oder Gasthermen in Privathaushalten genutzt und direkt in Strom gewandelt werden. Bisherige Generatoren mussten aufwendig hergestellt werden, weswegen sie teuer waren und nicht flächendeckend eingesetzt wurden. Die Erarbeitung einer preiswerten und damit rentablen industriellen Herstellungstechnologie ist daher ein wichtiger Schritt, mit der eine wesentliche Lücke in der regenerativen Energieerzeugung geschlossen wird.

Über die Produktentwicklung hinaus würdigte die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises das ganzheitliche Nachhaltigkeitsengagement des Spezialchemiekonzerns. In der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Großunternehmen 2016“ zählten neben Evonik mit Procter & Gamble und Symrise zwei weitere Chemieunternehmen zu den Top 5.

Procter & Gamble ist ressourceneffizient

Die Jury würdigte die Schlüsselrolle für Nachhaltigkeit, die Procter & Gamble (P&G) in der Konsumgüterindustrie einnimmt und zeichnete das Unternehmen zusätzlich mit dem Sonderpreis „Ressourceneffizienz“ aus. Aufgrund der Größe des Konzerns ergebe sich ein großer Nachhaltigkeitshebel, den das Unternehmen konsequent verfolgt und mehr und mehr zu nutzen wisse. Die bislang erreichten Erfolge seien insbesondere in Hinblick auf das umfangreiche Produktportfolio beeindruckend: So hat P&G z.B. durch konsequente Forschung und Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren bei der Marke Pampers 50 % des Windelmaterials und 70 % des Verpackungsmaterials eingespart.

Beim Rohstoff Palmöl will der Konzern seinen großen Einfluss nutzen und strebt eine 100 % nachhaltige Gewinnung an. Als Zwischenschritt wurde 2015 die vollständige Rückverfolgbarkeit bis zu den Ölmühlen erreicht. Die Palmölfraktion von P&G ist zu 100 % RSPO zertifiziert.

Mikroplastikpartikel, die noch häufig in der Kosmetikindustrie eingesetzt werden und als Mikroplastik im Abwasser nicht abgebaut werden können, will P&G bis Ende 2017 aus sämtlichen Produkten weltweit entfernt.

Symrise schützt Biodiversität

Symrise fokussiere als Vorreiter die Biodiversität und richtet sein Nachhaltigkeitsbestreben kontinuierlich auf die Verfügbarkeit biobasierter Rohstoffe aus, lobte die Jury und würdigt die kontinuierlichen Verbesserungen insbesondere in der Lieferkette und im eigenen Betrieb. Der Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen sowie kosmetischen Grund- und Wirkstoffen, hat erkannt, dass Klimawandel, Umweltverschmutzung und Ressourcenübernutzung die Biodiversität gefährden, die für die Rohstoffversorgung benötigt wird. Während die Verfügbarkeit biobasierter Rohstoffe zunehmend auf dem Spiel steht, wächst gleichzeitig der Bedarf der Kunden an natürlichen und nachhaltigen Rohstoffen und Produkten.

Nachhaltigkeit ist im Unternehmen beim Sustainability Board verankert, das vom CEO geführt wird. Darüber hinaus wurde ein weltweites Netzwerk freiwilliger Nachhaltigkeitsbotschafter aufgebaut, die Maßnahmen vor Ort im Unternehmen koordinieren. Entlang der Wertschöpfungskette wird die Initiative Symchronize eingesetzt. Diese identifiziert Ansatzpunkte und Potentiale in der Lieferkette, um Energie-, Wasser- und Ressourcenverbrauch sowie Emissionen zu reduzieren. Im Einkauf hat Symrise ein „Country-Risk-Assessment“-Tool sowie einen Nachhaltigkeitskriterienkatalog für Lieferanten eingeführt. Bis zum Jahr 2015 wurden bereits 82% der Lieferanten basierend auf diesem Katalog bewertet, Ziel sind 100% bis 2020.

Darüber hinaus führt Symrise ein Vanille-Interventionsprojekt in Madagaskar durch und engagiert sich im Biodiversitätshub „Ecoparque“ im Amazonasgebiet. Beide Projekte widmen sich der Befähigung von Kleinbauern zur Anwendung nachhaltiger Landwirtschaftspraktiken, um die Ökosysteme vor Ort als Rohstoffquelle zu schützen. Dazu gehören die Schaffung von Marktzugang, die Zahlung fairer Preise für Bauern, Kredite zur Überbrückung ökonomischer Engpässe sowie Investitionen in die soziale Infrastruktur.

Fuchs Petrolub: Vorreiter für nachhaltige Schmierstoffproduktion

Das 85-jähriges Unternehmen Fuchs Petrolub, Hersteller von Schmierstoffen und verwandten Spezialitäten ist Sieger der Deutschen Nachhaltigkeitspreises in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste mittelgroße Unternehmen“.  „Zahlreiche Maßnahmen mit messbaren Erfolgen beweisen, dass auch ein Schmierölhersteller Nachhaltigkeit über die Wertschöpfungskette und in das eigene Geschäftsmodell integrieren und das Nachhaltigkeitsniveau kontinuierlich verbessern kann“, lobte die Jury. Fuchs treibe als Vorreiter die Nachhaltigkeit in der Schmierstoffbranche insgesamt voran. Das Nachhaltigkeitsmanagement startet mit der vollständigen Analyse der wichtigsten Treiber, aus denen das Unternehmen relevante Handlungsfelder ableitet, sich messbare Ziele setzt und Maßnahmen priorisiert.

Im Kernbetrieb hat Fuchs den Gesamtenergieverbrauch pro produzierter Schmierstofftonne weltweit seit 2010 um mehr als 10% gesenkt. Neue Mischtanks mit konischem Ablauf wurden am Konzernhauptsitz installiert und so die Reinigung verbessert, sodass kein Abfall in Form von Spülölen mehr anfällt. Die Planto-Serie des Unternehmens besteht aus einem hohen Anteil nachwachsender Rohstoffe, z.B. bei Schmierfetten >45%, bei Hydraulikfluiden >50% und bei Sägekettenölen >70%. Viele der Schmierstoffe lassen sich nach Ende ihrer Nutzungsphase abschöpfen, aufbereiten und im Kreislauf wiederverwerten.

Beoplast fördert nachhaltigen Einsatz von Kunststoffen im Automobilbau

Der Kunststoffproduzent und Automobilzulieferer Beoplast Besgen gehört zu den Top-5-Unternehmen in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste KMU“ des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Das inhabergeführte Unternehmen mit über 65 Mitarbeitern kämpfe als KMU für Nachhaltigkeit und versucht unermüdlich, seine Kunden mit Innovationen zur Nachhaltigkeit zu bewegen, lobte die Jury. Mit seiner klimaneutralen Produktion beweist es zudem dem Mittelstand in Deutschland, dass diese technisch machbar und wirtschaftlich erfolgreich ist.

Kunststoffe bieten besonders im Automobilbau wichtige Nachhaltigkeitshebel: Durch verbesserte Werkstoffeigenschaften können sie Gewicht und damit den Energieverbrauch in der Nutzung senken. Das Recycling der Kunststoffe aus Altfahrzeugen ist zu 100% möglich, weil Beoplast sämtliche Produkte nach Sorten kennzeichnet und so Cradle to Cradle möglich macht. Allerdings basieren die Rohmaterialien noch überwiegend auf Rohöl. Beoplast will auch dies mit seiner „Mission_N“ ändern und fördert durch intensive Kommunikation aktiv das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit bei den Auftraggebern, die bislang das Material vorgeben. So werden Kunden über alternative und umweltverträglichere Werkstoffe informiert. Zusätzlich erhalten sie eine transparente Darstellung über die bei der Produktion vermiedenen CO2-Emissionen. Lieferverkehre zu Auftraggebern gleicht das Unternehmen auf eigene Kosten aus. Während die meisten Wettbewerber auf konventionelle Marktbearbeitung setzen, schafft sich Beoplast durch Nachhaltigkeit eine alleinstellende Differenzierung im Markt.

Produkte von Werner & Mertz auf Platz 1 bis 3

Gleich drei Produkte der Marke Frosch, hergestellt vom Mainzer Unternehmen Werner & Mertz, haben Verbraucher in einem bundesweiten Online Voting der Rewe Group zu „Deutschlands nachhaltigsten Produkten“ gewählt. Die zur Auswahl stehenden Produkte wurden vorab vom unabhängigen Forschungsinstitut Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) und der Expertenjury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises geprüft.

Favorit der Verbraucher ist der Citrus Dusche & Bad-Reiniger von Frosch. Er enthält umweltschonende Inhaltsstoffe aus heimisch-europäischer Herkunft, wie bspw. Tenside auf Basis von Rapsöl sowie Flaschen aus 100 % recyceltem PET-Material, von denen 20% aus dem Gelben Sack stammen. Hierfür wurde das Produkt auch Cradle to Cradle Gold-zertifiziert, ebenso wie der Frosch Spiritus Glas-Reiniger, ein weiteres ausgezeichnetes Produkt. Bei dem dritten Produkt handelt es sich um eine Frosch-Flüssigseife. Das Produkt, das den Kriterien naturnaher Kosmetik entspricht, verzichtet auf den Einsatz von Mikroplastik, Parabenen und EDTA.

„Die Verbraucher spielen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Gesellschaft eine zentrale Rolle. Sie interessieren sich zunehmend für die Herkunft von Produkten, die sozialen und ökologischen Bedingungen bei ihrer Herstellung oder ihre tatsächlichen gesundheitlichen Wirkungen. Mit ihren Kaufentscheidungen haben sie einen entscheidenden Einfluss auf den Wandel zu nachhaltigem Wirtschaften und Leben“, betonte Stefan Schulze-Hausmann, Initiator des Deutschen Nachhaltigkeitspreises.

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