Evonik legt Grundstein für neues Gaskraftwerk im Chemiepark Marl

Arbeiten am Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Chemiepark Marl laufen planmäßig

  • Von links: Veronika Bienert, Geschäftsführerin der Siemens Financial Services, Jörg Harren, Standortleiter Chemiepark Marl, Werner Arndt, Bürgermeister der Stadt Marl, Rainer Fretzen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Evonik Technology & Infrastructure, Jochen Eickholt, designierter Vorstand Siemens Energy, Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik, und Heiko Mennerich, Leiter des Geschäftsgebiets Energy & Utilities, bei der Grundsteinlegung für das neue hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Foto: EvonikVon links: Veronika Bienert, Geschäftsführerin der Siemens Financial Services, Jörg Harren, Standortleiter Chemiepark Marl, Werner Arndt, Bürgermeister der Stadt Marl, Rainer Fretzen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Evonik Technology & Infrastructure, Jochen Eickholt, designierter Vorstand Siemens Energy, Thomas Wessel, Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Evonik, und Heiko Mennerich, Leiter des Geschäftsgebiets Energy & Utilities, bei der Grundsteinlegung für das neue hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerk. Foto: Evonik

Mit der offiziellen Grundsteinlegung für das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk läutet Evonik im Chemiepark Marl zugleich das Ende der Strom- und Dampferzeugung auf Basis von Steinkohle ein. Thomas Wessel, Mitglied des Vorstands, Jochen Eickholt, designierter Vorstand Siemens Energy, Rainer Fretzen, Geschäftsführer der Evonik Technology & Infrastructure, Heiko Mennerich, Leiter des Geschäftsgebietes Energy & Utilities, Jörg Harren, Standortleiter des Chemieparks Marl, und Werner Arndt, Bürgermeister der Stadt Marl, platzierten am 16 März 2020 gemeinsam eine Zeitkapsel als Grundstein auf dem Baufeld. Die Bauarbeiten für das Kraftwerk, das in zwei Blöcken Strom und Dampf hochflexibel und ressourceneffizient in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen wird, liegen im Plan. Seine Inbetriebnahme ist für 2022 geplant.

Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Investitionen im Chemiepark Marl sind ein starkes Signal über Stadtgrenzen hinweg. Mit dem Bau des hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes wird langfristig eine klimafreundliche Energieversorgung sichergestellt und hochqualifizierte Arbeitsplätze gesichert. Das zeigt: Nordrhein-Westfalen ist weiterhin der richtige Ort für moderne Industrieunternehmen, für innovative Produktion und zukunftsfeste Arbeitsplätze.“

Jörg Harren sagte: „Wir haben mit uns gerungen, diese Grundsteinlegung in der Zeit von Corona überhaupt durchzuführen. Geplant war die Veranstaltung schon lange vor der Entwicklung der letzten Wochen. Unseren Beitrag zum Klimaschutz und die große Investition in die Zukunft unseres Standorts wollten mit dieser Grundsteinlegung für das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk würdigen. Damit lösen wir die Steinkohleverstromung in Marl vollständig ab.“

Werner Arndt sagte, trotz der aktuellen gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise, sei die Grundsteinlegung „am Ende auch eine Würdigung für all diejenigen, die tagtäglich auf der Baustelle unterwegs sind und ihre Arbeit tun, für diejenigen, die den Kraftwerksbau in all seiner Komplexität projektiert haben und für diejenigen, die auf Seite von Siemens seit Jahren die moderne Technik haben reifen lassen.“

„Mit dem Grundstein für unser neues Kraftwerk legen wir nicht nur das Fundament für eine auch in Zukunft sichere Energieversorgung der Produktion im Chemiepark Marl, sondern auch für einen signifikanten Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit“, betont Thomas Wessel.

Mit dem hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerk wird Evonik ein altes Steinkohlekraftwerk ersetzen. Der Schritt senkt den CO2-Ausstoß des Spezialchemiekonzerns um bis zu 1 Mio. t/a und reduziert die direkten jährlichen Treibhausgasemissionen seiner Anlagen weltweit um fast ein Fünftel – ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung des zentralen Klimaziels von Evonik, die absoluten Treibhausgasemissionen bis 2025 zu halbieren.

Generalunternehmer ist Siemens Gas and Power, der gemeinsam mit dem internen Partner Siemens Financial Services die Planung und Errichtung der Anlagen verantwortet. Jochen Eickholt: „Wir freuen uns, Evonik bei der Reduzierung ihrer Emissionen zu unterstützen. Der Bau dieses Kraftwerks zeigt, dass Siemens die Dekarbonisierung in Deutschland vorantreibt. Effiziente – für die Anforderungen der Digitalisierung gerüstete – Industriekraftwerke in Kombination mit maßgeschneiderten Finanzierungen sind dabei ein wichtiger Schritt.“

Weiteres Gas- und Dampfkraftwerk geplant
Rainer Fretzen kündigte für Evonik bei der Grundsteinlegung zudem den Bau eines weiteren Gas- und Dampfturbinenkraftwerks im Chemiepark Marl an, das ein renovierungsbedürftiges Reservegaskraftwerk vor Ort ersetzen wird. Die Bauarbeiten werden noch im Sommer 2020 beginnen, damit es ebenfalls 2022 in Betrieb gehen kann. Die beiden neuen Anlagen erbringen mit einem Gesamtnutzungsgrad von über 90% eine Leistung von insgesamt 270 MW Strom (dem Bedarf von ungefähr 750.000 Haushalten) und können bis zu 660 t Dampf pro Stunde erzeugen. Alle Kraftwerke werden künftig im Verbund aus einem zentralen Leitstand betrieben.

Nach der neuen Produktionsanlage für Polyamid 12 treibt der Konzern damit eine weitere Großinvestition im Chemiepark Marl voran. Fretzen: „Mit den neuen Kraftwerken stellen wir die Energieversorgung auf Basis moderner und effizienter Gas- und Dampfturbinentechnologie zukunftsfähig auf.“ Heiko Mennerich betont: „Das Bauprojekt flankiert die Weiterentwicklung des Chemieparks. Dabei stehen die Aspekte Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit im Einklang.“

Die neue Kraftwerksstruktur ist auf die optimale Versorgung des Standorts mit Dampf ausgelegt. Zudem ermöglicht sie bei Ausfällen im öffentlichen Stromnetz für den Chemiepark Marl einen Inselbetrieb – die Kraftwerke können also Anlagen, die auf eine ununterbrochene Versorgung besonders angewiesen sind, selber mit Strom oder Dampf weiterversorgen. Die flexible Laststeuerung der Kraftwerke kann darüber hinaus einen Beitrag leisten, schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ins Stromnetz auszugleichen – ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein für die Energiewende. Aus dem Dampfverbundnetz des Standorts erhalten außerdem rund 2.000 Marler Haushalte auch zukünftig Fernwärme.

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