Gerresheimer verbessert Adjusted EBITDA-Marge

Gerresheimer sieht nach verhaltenen neun Monaten eine Erholung des Umsatzes im vierten Quartal. Obwohl der Umsatz im dritten Quartal 2017 rückläufig war, konnte das Unternehmen dank striktem Kostenmanagement die Adjusted EBITDA-Marge auf 23,4% leicht verbessern.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017 (1. Juni 2017 bis 31. August 2017) hat das Unternehmen einen Umsatz von 331,5 Mio. EUR erzielt und lag damit um 5,4% unter dem Wert des Vorjahresquartals von 350,4 Mio. EUR. Organisch, d.h. bereinigt um Währungseffekte und um Akquisitionen und Desinvestitionen, sank der Umsatz um 4,3%. Im dritten Quartal setzte sich eine geringere Nachfrage nach medizinischen Kunststoffsystemen bei einigen Pharmakunden fort, bei denen Gerresheimer Alleinlieferant ist. Zusätzlich verstärkt wurde dieser Effekt durch einen Nachfragerückgang im Inhalatorgeschäft, welcher durch das neue Inhalatorprojekt im amerikanischen Peachtree City im vierten Quartal 2017 nur teilweise kompensiert werden sollte. Daneben wurden im dritten Quartal wie erwartet weniger Umsätze mit Entwicklungsleistungen und Werkzeugen für medizinische Kunststoffsysteme als im Vorjahresquartal gemacht. Temporäre Schwankungen im Jahresverlauf sind üblich und im Wesentlichen durch die Abrechnung von größeren Kundenprojekten bedingt. Hier erwartet das Unternehmen im vierten Quartal 2017 eine deutliche Steigerung. Das Geschäft mit Kunststoffverpackungen für feste und flüssige Medikamente lag im dritten Quartal leicht über Vorjahr. Der Umsatz mit Primärverpackungen aus Glas lag im dritten Quartal unter Vorjahr, was insbesondere an rückläufigen Umsätzen in Nordamerika liegt. Außerhalb Nordamerikas lagen die Umsätze mit Primärverpackungen aus Glas nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.

Das operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) ist von 81,2 Mio. EUR im dritten Quartal 2016 auf 77,6 Mio. EUR gesunken. Währungsbereinigt betrug das Adjusted EBITDA 79,0 Mio. EUR. Die Adjusted EBITDA-Marge im dritten Quartal 2017 konnte aufgrund einer strengen Kostenkontrolle sowie kontinuierlicher Fokussierung auf betriebliche Effizienz mit 23,4% leicht verbessert werden. Im dritten Quartal wies Gerresheimer ein Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft von 26,3 Mio.

EUR aus, im Vergleich zu 31,3 Mio. EUR ein Jahr zuvor. Das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft betrug im dritten Quartal 2017 32,1 Mio. EUR, nach 37,0 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Als Konsequenz ergibt sich damit das bereinigte Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen von 1,00 EUR im dritten Quartal 2017, nach 1,17 EUR im Vorjahr.

Der Verschuldungsgrad (Adjusted EBITDA-Leverage), gemessen als Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA, betrug zum 31. August 2017 2,6 und lag damit wieder auf demselben Niveau wie zum Ende des Geschäftsjahres 2016 und damit besser als erwartet.

Am 27. September 2017, also nach dem Stichtag des Quartalsabschlusses, hat Gerresheimer ein Schuldscheindarlehen von 250 Mio. EUR erfolgreich am Markt platziert. Das Schuldscheindarlehen ist überwiegend mit fixer Verzinsung ausgestattet, bei fünf-, sieben- und zehnjähriger Laufzeit beträgt der Zinssatz 0,82%, 1,25% bzw. 1,72%. Damit ist die Finanzierung der am 19. Mai 2018 auslaufenden Schuldverschreibung in Höhe von 300 Mio. EUR bereits jetzt sichergestellt.

Im dritten Quartal 2017 investierte Gerresheimer 28,9 Mio. EUR nach 32,4 Mio. EUR im Vorjahresquartal. Schwerpunkte der Investitionen lagen auf dem Erwerb einer exklusiven Lizenz für ein integriertes, passives Spritzensicherheitssystem sowie der Schaffung von zusätzlichen Produktionskapazitäten zur Produktion von Kunststoffverpackungen in den USA. Bei Primärverpackungen aus Glas wurde im Wesentlichen in Formen, Werkzeuge und Modernisierungsmaßnahmen investiert.

Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2017 geht Gerresheimer von folgenden Erwartungen aus, gemessen jeweils zu konstanten Wechselkursen sowie ohne Akquisitionen oder Desinvestitionen. Dabei hat das Unternehmen für den US-Dollar, der mit einem Anteil von rund einem Drittel am Konzernumsatz in 2017 den größten Währungseinfluss auf die Konzernwährung haben dürfte, eine Wechselkursannahme von rund 1,10 USD je 1,00 EUR zugrunde gelegt.

Gerresheimer erwartet ein gutes viertes Quartal 2017. Dennoch ist der Ausblick beim währungsbereinigten Konzernumsatz von rund 1,4 Mrd. EUR im Geschäftsjahr 2017 aus derzeitiger Sicht eher schwer zu realisieren. Interne Schätzungen gehen von einem Risiko von rund 30 Mio. EUR aus. Sollte sich das Risiko in den Umsatzerlösen in Höhe von 30 Mio. EUR materialisieren, wovon derzeit tendenziell auszugehen ist, kann das Adjusted EBITDA des Konzerns gegenüber der Erwartung von rund 320 Mio. EUR etwa 10 Mio. EUR niedriger ausfallen. Damit könnte das bereinigte Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft je Aktie nach nicht beherrschenden Anteilen um rund 0,17 EUR, bezogen auf die Erwartung von rund 4,25 EUR geringer sein. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Gerresheimer kumuliert bis zum Ende des dritten Quartals 2017 bereits einen währungsbereinigten Rückstand von rund 48 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr erwirtschaftet hat. Insgesamt stellt die Auslieferung aller für das vierte Quartal 2017 eingegangenen Aufträge schon heute eine große Herausforderung dar. Verstärkt wird dieser Effekt u.a. durch externe Faktoren wie die Gesamtdynamik der Pharma-Kunden in Summe und insbesondere in Bezug auf den US-Markt oder Supply Chain Unterbrechungen, die die beschriebenen Risiken in der Umsatzrealisierung gegebenenfalls verstärken könnten. Unverändert erwartet das Unternehmen, dass das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2017 rund 8% des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen wird.

An der Prognose für 2018 hält das Unternehmen vom Grundsatz her fest, basierend auf den Umsatzerlösen zum Jahresende 2017.

 

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