Heidelberg Pharma veröffentlicht Finanzzahlen für das Geschäftsjahr 2019

2019 und berichtet über den Geschäftsverlauf

Heidelberg Pharma veröffentlichte gestern die Finanzzahlen und den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2019 sowie den Ausblick für 2020. Das Geschäftsjahr 2019 bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis zum 30. November 2019. Der Heidelberg Pharma-Konzern umfasst die Gesellschaften Heidelberg Pharma und Heidelberg Pharma Research.

Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 7,3 Mio. EUR und konnte damit die Vorjahressumme (3,7 Mio. EUR) nahezu verdoppeln. Im Wesentlichen stammen die Umsatzerlöse aus den Kooperationsvereinbarungen für die ATAC-Technologie von Heidelberg Pharma Research (6,1 Mio. EUR). Neben dem Servicegeschäft der Heidelberg Pharma Research (0,6 Mio. EUR) wurden durch die Muttergesellschaft noch 0,6 Mio. EUR zum Umsatz beigesteuert, die im Zuge der Auslizenzierungen der Produktkandidaten TLX250-CDx und Mesupron erlöst wurden.

Die sonstigen Erträge lagen mit 0,7 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Sie sind beeinflusst durch Fördermittel der öffentlichen Hand, welche Projekte der Heidelberg Pharma Research in Höhe von 0,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,1 Mio. EUR) unterstützen. Weiter konnten, wie schon im Vorjahr, Erträge in Höhe von 0,2 Mio. EUR aus der Auflösung nicht in Anspruch genommener abgegrenzter Verbindlichkeiten verbucht werden. Aus der Weiterberechnung von Patentkosten im Kontext von Auslizenzierungen wurden 0,1 Mio. EUR erzielt (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR). Weitere Sachverhalte schlugen insgesamt mit 0,2 Mio. EUR Ertrag zu Buche (Vorjahr: 0,2 Mio. EUR).

Die betrieblichen Aufwendungen einschließlich der Abschreibungen sind 2019 auf 18,1 Mio. EUR (Vorjahr: 16,0 Mio. EUR) gestiegen. Die Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von 10,9 Mio. EUR verblieben im Vergleich zum Vorjahr (10,7 Mio. EUR) trotz der Ausweitung der kostenintensiven externen Good Manufacturing Practice (GMP)-Produktion aufgrund der verschobenen Ausgaben für die klinische Entwicklung auf ähnlichem Niveau. Diese Kategorie stellte mit 60% der betrieblichen Aufwendungen weiterhin den größten Kostenblock dar. Die Herstellungskosten beliefen sich auf 3,7 Mio. EUR (Vorjahr: 2,2 Mio.

EUR) und entsprachen 21% der betrieblichen Aufwendungen. Die Verwaltungskosten betrugen 3,2 Mio. EUR, lagen damit über dem Vorjahresniveau (2,9 Mio. EUR) und entsprachen 17% der betrieblichen Aufwendungen.

Die sonstigen Aufwendungen für Aktivitäten im Bereich Geschäftsentwicklung, Vermarktung und kommerzielle Marktversorgung, welche hauptsächlich Personal- und Reisekosten umfassen, betrugen 0,3 Mio. EUR. Sie sind damit im Vergleich zum Vorjahr (0,2 Mio. EUR) angestiegen und entsprachen 2% der betrieblichen Aufwendungen.

Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2019 ein Ergebnis vor Steuern von -10,1 Mio. EUR (Vorjahr: -11,7 Mio. EUR) ausgewiesen. Der Jahresfehlbetrag betrug ebenfalls 10,1 Mio. EUR (Vorjahr: 11,7 Mio. EUR). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie verbesserte sich daraufhin von -0,41 EUR im Vorjahr auf -0,36 EUR. Zum Geschäftsjahresende wurde mit 23,0 Mio. EUR eine um 8,2 Mio. EUR niedrigere Bilanzsumme ausgewiesen als im Vorjahr (31,2 Mio. EUR), was im Wesentlichen aus der aufwandsinduzierten Abnahme des Zahlungsmittelbestandes und dem korrespondierenden Rückgang des Eigenkapitals resultiert.

Finanzausblick 2020 und Strategie
Der Heidelberg Pharma-Konzern rechnet für das Geschäftsjahr 2020 mit Umsätzen und sonstigen Erträgen zwischen insgesamt 8,0 Mio. EUR und 10,0 Mio. EUR (2019: 8,0 Mio. EUR). Die betrieblichen Aufwendungen werden sich nach der derzeitigen Planung in einem Korridor von 20,0 Mio. EUR bis 24,0 Mio. EUR bewegen und damit über dem Niveau des Berichtsjahres (18,1 Mio. EUR) liegen. Für 2020 wird ein Betriebsergebnis (EBIT) zwischen -11,0 Mio. EUR und -15,0 Mio. EUR erwartet (2019: -10,1 Mio. EUR).

Für 2020 rechnet das Unternehmen mit einem Finanzmittelbedarf von 11,0 Mio. EUR bis 15,0 Mio. EUR. Der monatliche Barmittelverbrauch dürfte sich zwischen 0,9 Mio. EUR und 1,3 Mio. EUR pro Monat bewegen. In dieser Planung sind weitere potenzielle Zahlungsmittelzuflüsse aus neuen Lizenzierungsaktivitäten bei Heidelberg Pharma Research berücksichtigt. Der Konzern ist auf Basis der aktuellen Planung bis Mitte 2021 finanziert.

Jan Schmidt-Brand, Sprecher des Vorstands und Vorstand für Finanzen, kommentierte: „Im Geschäftsjahr 2019 haben wir wichtige Meilensteine bei der Entwicklung unserer ATAC-Technologie erreicht. Wir kommen unserem Ziel näher, Antikörper-Amanitin-Konjugate erstmals in der Krebstherapie zu testen. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir große Hoffnung, dass wir einen einzigartigen Wirkmechanismus zum Wohle von Patienten nutzen könnten. Besonders unsere Lizenzpartnerschaft mit Magenta hat sich sehr erfolgreich entwickelt. Deren erster ATAC-Kandidat, MGTA-117, wird für die klinische Entwicklung vorbereitet. Wir sind sehr erfreut, dass Magenta die Option für ein weiteres Zielmolekül ausgeübt hat. Präklinische Daten deuten darauf hin, dass die ATAC-Technologie mit geeigneten Antikörpern über die Onkologie hinaus auch bei Autoimmunerkrankungen einsetzbar sein könnte.

In der Herstellung sind wir jetzt in der Lage, nicht nur unsere eigenen Projekte, sondern auch unsere Partner mit Amanitin in GMP-Qualität zu versorgen, wodurch wir zusätzliche Umsätze generiert haben. Aufgrund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens haben sich unsere Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.“

„Trotz des exzellenten Fortschritts im abgelaufenen Geschäftsjahr hatten wir bei unserem eigenen Entwicklungskandidaten HDP-101 unerwartete Herausforderungen zu meistern, da die pharmazeutische Formulierung des klinischen Wirkstoffs neu überarbeitet werden musste, was zu Verzögerungen im Entwicklungsprogramm führte. Wir planen, mit dem neuen Prüfmaterial im Laufe des Jahres 2020 die präklinischen Programme abschließen zu können und danach den Studienantrag für die erste klinische Studie im Multiplen Myelom bei den Zulassungsbehörden einzureichen. Auch das aktuelle Geschäftsjahr wird arbeitsreich für uns bleiben und wir freuen uns, dass unsere Entwicklungspläne aufgrund der Finanzierungszusage unserer Hauptaktionärin Dievini bis Mitte 2021 gesichert sind.“

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