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I3 Membrane findet Investoren für digitale Bioseparation

Start-up bringt Spannung in mechanische Trenntechnologie

30.11.2016 -

Vier Investoren finanzieren das weitere Wachstum von i3 Membrane. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) aus Bonn, der Innovationsstarter Fonds aus Hamburg, die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen (MBG) aus Dresden und ein US-Privatinvestor investieren insgesamt einen siebenstelligen Euro-Betrag in die weitere Entwicklung und Markteinführung neuer Filter und Trenntechnologien. Ultradünne Metallschichten auf handelsüblichen Membranen lassen sich mit elektrischer Spannung aufladen und fangen geladene Nanopartikel wie Viren und Zellgifte – regelbar mit dem Computer. Biotechnologische Prozesse werden dadurch effizienter und einfacher. Filter werden kleiner und umweltfreundlicher.

„Unsere neue Trenntechnologie besteht aus der Applikation ultradünner Metallschichten auf handelsüblichen Polymermembranen ohne deren Porosität zu beeinflussen. Die Membranen, die Partikel und biologische Stoffe wie beispielsweise Bakterien bisher rein mechanisch filtern, können nun zusätzlich die 10 bis 100-fach kleineren Viren fangen – und das durch die elektrische Ladung der Metallschicht von nur 1 Volt“, erläutert Dr. Stephan Brinke-Seiferth, Geschäftsführer des Unternehmens.

Diese Erfindung führt die bisher rein mechanische Trenntechnik in das digitale Zeitalter. Die meisten biologisch aktiven Verbindungen wie beispielsweise Proteine, Antikörper, Viren oder DNA besitzen eine Ladung. Über eine entgegengesetzte Ladung lassen sich diese Stoffe fangen (adsorbieren). Bisher erfolgt dies über fest installierte Ladungsträger auf Membranen oder Oberflächen. Will man die Stoffe wieder freisetzen (desorbieren), braucht es bisher zusätzliche Chemikalien wie Säuren oder hohe Salzkonzentrationen. Mit der elektrisch ladbaren Membran lassen sich Adsorption und Desorption nicht nur vereinfachen sondern auch digital regeln. Dadurch können auch Stoffe abgestoßen werden, die Membranfilter verstopfen. Die Filter können kleiner und damit kostengünstiger dimensioniert werden. Die i3 Membrane hat ihren Markteintritt mit einem besonders kompakten Sterilfilter, der Patienten vor Keimen im Krankenhaus schützt, erfolgreich absolviert. Weitere Produkte sind im Bereich der Biotechnologie und Diagnostik und in der Wasseraufbereitung in Entwicklung.

Der Markt für Membranen weist weltweit ein Jahresumsatz von 15 Mrd. USD auf und wächst mit etwa 10% pro Jahr. Die Hälfte der Umsätze wird im Medizin- und Pharmabereich erzielt. Dabei sind Filtermembranen aus Kunststoffen, die in den 1960er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurden, nach wie vor marktbestimmend. Ziel der i3 Membrane ist es, Kunststoffmembranen zu funktionalisieren und dadurch zusätzliche Trenneigenschaften mittels digitaler Steuerung in vielen Anwendungsbereichen zu etablieren.
 

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