ICIG will bei Allessa massiv Stellen streichen

Beim Frankfurter Chemieunternehmen Allessa sollen massiv Arbeitsplätze abgebaut werden. Mehr als ein Drittel der über 800 Stellen würden gestrichen, sagte ein Allessa-Sprecher gegenüber der Offenbacher Post. Grund für den Jobabbau sei die wirtschaftliche Situation des Unternehmens, das erst im September von der Cassella an die International Chemical Investors Group (ICIG) verkauft worden war.

Allessa unterhält Standorte in Fechenheim, Griesheim und Höchst. Im Werk Fechenheim, wo rund 700 Menschen arbeiten, würden die meisten Arbeitsplätze abgebaut, erklärte der Sprecher. Mit dem Betriebsrat seien Verhandlungen über den Jobabbau, einen möglichen Sozialplan und eine Transfergesellschaft aufgenommen worden. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Bei einer Betriebsversammlung, auf der die Beschäftigten über den Schritt informiert worden sind, sei auch über ein Paket „Zukunft Allessa 2017" berichtet worden, sagte der Sprecher ohne Details zu nennen.

Noch im September malten die Manager ein positives Bild. „Es wächst nun zusammen, was zusammengehört" erklärte Dr. Karl-Gerhard Seifert, Geschäftsführer der Cassella, damals. „Mit der Zerschlagung des Hoechst-Konzerns sind im Rhein-Main-Gebiet viele Synergien zwischen den Standorten und innerhalb der Standorte zerstört worden, die nun wieder genutzt werden können."

Allessa soll künftig mit der ICIG-Tochter Weylchem, die Anlagen in Griesheim und Höchst besitzt, kooperieren. Beide Unternehmen gehen auf die Hoechst AG zurück. Auch ICIG-Geschäftsführer Dr. Achim Riemann zeigte sich zunächst optimistisch: Mit einem Umsatz von mehr als 500 Mio. € gehöre die Weylchem-Allessa-Gruppe künftig zu den „größten und leistungsfähigsten Anbietern von Feinchemikalien und Auftragssynthesen weltweit", sagte er. Jetzt scheint die Realität das Management eingeholt zu haben.

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