Investitionen im Industriepark Höchst stabil

  • Von links nach rechts: Frank Unger, Geschäftsführer Infraserv Höchst Prozesstechnik, Jürgen Vormann, Joachim Kreysing (beide Geschäftsführer Infraserv Höchst.) und Stefan Pfitzner, Infraserv Höchst Prozesstechnik, an einem Pumpenaggregat. Von links nach rechts: Frank Unger, Geschäftsführer Infraserv Höchst Prozesstechnik, Jürgen Vormann, Joachim Kreysing (beide Geschäftsführer Infraserv Höchst.) und Stefan Pfitzner, Infraserv Höchst Prozesstechnik, an einem Pumpenaggregat.

Die Infraserv Höchst-Gruppe wächst – in Bezug auf den Umsatz, der für das Geschäftsjahr 2017 konsolidiert rund 975 Mio. EUR beträgt und somit um 3,1% über dem Vorjahr liegt, aber auch hinsichtlich ihrer Aktivitäten. Vor einigen Monaten ist die neue Tochtergesellschaft Infraserv Höchst Prozesstechnik an den Start gegangen, die das Dienstleistungsportfolio in einem für produzierende Unternehmen sehr wichtigen Teilbereich abrundet. Das erfolgreich gestartete Unternehmen war eines der Hauptthemen der diesjährigen Pressekonferenz, bei der die Infraserv-Geschäftsführer Jürgen Vormann und Joachim Kreysing über aktuelle Projekte sowie die Entwicklung des Industrieparks Höchst informierten. Beide sprachen auch die kritischen Themen an, die für die Chemie- und Pharmaindustrie sowie den Industriepark Höchst als Standort besonders bedeutend sind.

Vereinbarung zur Umsetzung der Seveso-Richtlinie
Eines dieser Themen war bislang die Umsetzung der Seveso-III-Richtlinie, die einen angemessenen Sicherheitsabstand zwischen Wohngebieten und Chemie-Produktionsanlagen fordert. Nun konnte eine Vereinbarung mit der Stadt Frankfurt erzielt werden, die für die drei Frankfurter Industriestandorte gilt. „Die Vereinbarung ist eine gute Grundlage, um einerseits Entwicklungsmöglichkeiten für die Industriestandorte und die dort tätigen Unternehmen zu erhalten, und gleichzeitig eine vertretbare städtebauliche Entwicklung im nachbarschaftlichen Umfeld zu ermöglichen“, erläutert Jürgen Vormann.

Dynamische Entwicklung im Industriepark
Der Industriepark Höchst ist weiterhin einer der erfolgreichsten Forschungs- und Produktionsstandorte für Chemie und Pharma in Europa. Die ungebrochene Dynamik des Industrieparks belegt einmal mehr die Gesamtsumme der Investitionen, die im vergangenen Jahr von allen Standortgesellschaften getätigt wurden: 328 Mio. EUR. „Trotz der Rahmenbedingungen, die in einigen Marktsegmenten sehr schwierig sind, verzeichnen wir im Industriepark Höchst wieder sehr stabiles Investitionsniveau“, so Jürgen Vormann. Für Joachim Kreysing ist die unverändert hohe Bereitschaft der Unternehmen, im Industriepark Höchst zu investieren, auch ein Beleg für die erfolgreiche Arbeit der Standortbetreibergesellschaft.

„Wir schaffen für unseren effizienten und bedarfsgerechten Service-Lösungen optimale Rahmenbedingungen, die sich im internationalen Standort-Wettbewerb sehen lassen können“, betont Joachim Kreysing. Auch wenn in anderen Regionen der Welt Energiepreise oder steuerliche Belastungen niedriger sind: Der Industriepark Höchst, in dem seit dem Jahr 2000 mehr als 7,3 Mrd. EUR investiert wurden, bietet beste Voraussetzungen für forschende und produzierende Chemie- und Pharmaunternehmen.

Ein Indiz für die Attraktivität des Standortes sind die Überlegungen des finnischen Papierherstellers UPM, der den Bau einer großen Bioraffinerie zur Produktion von Chemikalien aus Holz im Industriepark Höchst prüft. „UPM hat europaweit Standorte untersucht und sich für den Industriepark Höchst entschieden“, sagt Kreysing. Noch prüfe UPM die Wirtschaftlichkeit des Projektes, doch der Infraserv-Geschäftsführer weiß: „Wenn die Anlage gebaut wird, dann hier in Höchst.“ Das sei ein deutlicher Beleg für die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.

Energiepolitik: Fehlende Planungssicherheit
Auch Infraserv Höchst will weiter investieren, um die Infrastruktur des Industrieparks weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass der Standorte auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. Im Fokus steht dabei die Energieerzeugung. Eine der Gasturbinenanlagen, die Infraserv Höchst betreibt, soll modernisiert werden, und mit dem Bau zweier weiterer Anlagen könnte die Energieversorgung am Standort noch effizienter werden – und umweltfreundlicher. Bis zu 950.000 t/a CO2-Emissionen könnten künftig vermieden werden, wenn Infraserv Höchst wie geplant in neue Gasturbinenanlagen investiert und künftig auf Kohle als Energieträger verzichtet. Ein wertvoller Beitrag zur Erreichung der im Rahmen der Energiewende definierten Ziele, weshalb derartige Projekte auch mit öffentlichen Mitteln bezuschusst werden. Doch aktuell liegen diese für die Weiterentwicklung des Industrieparks wichtigen und ökologisch sinnvollen Projekte auf Eis. „Wir erfüllen mit unseren Anträgen alle geltenden gesetzlichen Bedingungen, doch wir warten noch immer auf die Förderbescheide“, weist Jürgen Vormann auf ein drängendes Problem hin. Die mangelnde Planungssicherheit ist aus Sicht des Geschäftsführers, der als Vorsitzender der Fachvereinigung Chemieparks des Verbandes der Chemischen Industrie auch die Probleme anderer Standorte kennt, gerade im Energiebereich ein Investitionshindernis. „Für Millionen-Investitionen brauchen Unternehmen stabile regulatorische Rahmenbedingungen“, betont auch Kreysing.

Steigende Umsatzzahlen bei der Gruppe
Energiemanagement und Energiehandel tragen mit rund 530 Mio. EUR fast zwei Drittel zum Gesamt-Umsatz der Infraserv bei, bei der sich die Umsatzerlöse im vergangenen Jahr auf 866,1 Mio. EUR summierten. Erfreuliche Steigerungsraten kann das Segment Site Services verzeichnen. Hierzu gehören auch die verschiedenen Einheiten, mit denen Infraserv Höchst bundesweit aktiv ist. So haben die Experten von Facilities Services inzwischen Standorte bei Merck in Darmstadt oder im bayerischen Penzberg, auch die Umweltschutz-Fachleute sind in ganz Deutschland gefragt. Wachsende Umsätze können alle Tochtergesellschaften vorweisen: Die Provadis-Gruppe, der Logistik-Dienstleister Infraserv Logistics, und die Thermal Conversion Compound, die Betreibergesellschaft der Ersatzbrennstoffanlage im Industriepark Höchst.

Prozesstechnik: Service mit Experten-Know-how
Und auch die neue Tochtergesellschaft macht sich gut: Seit Jahresbeginn ist die Infraserv Höchst Prozesstechnik aktiv. „Für die Stabilität und die Attraktivität eines Industriestandortes sind technische Dienstleistungen sehr wichtig“, begründet Geschäftsführer Joachim Kreysing den Einstieg des Unternehmens in das Arbeitsgebiet. „Für unsere Kunden erbringen wir Services, die sehr spezielles Know-how erfordern, und halten wichtiges Expertenwissen vor.“ Erste Kunden der neuen Firma sind die Industriepark-Gesellschaften, doch es gibt auch schon Anfragen und Aufträge von Unternehmen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet.

Frank Unger, Geschäftsführer der Infraserv Höchst Prozesstechnik, geht mit seinem Team in drei Arbeitsgebieten an den Start: Asset Management & Engineering, Reliability Management, Pumpen und Antriebstechnik sowie Prozessanalysentechnik. In diesen Bereichen ist das Angebot am Markt nicht sehr groß, doch der Bedarf ist da – allein im Industriepark Höchst werden rund 40.000 Pumpen, Kompressoren und Motoren betrieben.

Das Unternehmen bietet Beratungsleistungen, mit denen sich die Verfügbarkeit von komplexen Prozessanlagen nachhaltig steigern lassen. „Auf Basis einer exakten Analyse entwickeln wir für unsere Kunden eine ganzheitliche Instandhaltungs-Strategie und sorgen dafür, dass die Anlagenverfügbarkeit verbessert wird“, erklärt Unger. Alle für die Umsetzung dieser Konzepte erforderlichen Dienstleistungen kann die Prozesstechnik, die herstellerunabhängig arbeitet, ebenfalls erbringen.

Das Unternehmen wird sich auch im Rahmen der Messe Achema präsentieren, bei der Infraserv Höchst natürlich vertreten ist (Halle 9.1, Stand E 41). Bei dieser Gelegenheit stellt man auch den neuen Marktauftritt vor, der die Kompetenz in den verschiedenen Servicebereichen noch stärker zum Ausdruck bringen wird und die Wachstumsbestrebungen des Industrie-Dienstleisters in den Teilmärkten unterstützt. Im Rahmen der Achema veranstaltet Infraserv Höchst am Mittwoch, 13. Juni, auch wieder die „Perspectives“. Das Branchenevent für den Chemie- und Pharmastandort Deutschland steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wo bleibt der Mensch“ und beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Digitalisierung. Ein weiterer wichtiger Termin im Kalender: Der Tag der offenen Tür, zu dem am 22. September 2018 wieder viele tausend Besucher erwartet werden.

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