Neuer LOEWE-Schwerpunkt an der TU Darmstadt

Chemie im Fokus

Wie entwickelt man Wirkstoffe für pharmakologisch bisher unzugängliche Proteine? Das wird der neue Loewe-Schwerpunkt „Trabita – Transiente Bindungstaschen für die Wirkstoffentwicklung“ an der TU Darmstadt erforschen. Dazu erhält er, wie das Hessische Wissenschaftsministerium mitteilte, im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms Loewe bis Ende 2023 insgesamt 4,5 Mio. EUR. Auch zwei weitere Projektbeteiligungen der TU Darmstadt in der Architektur und der biochemischen Pharmakologie wurden bewilligt.

Medikamente wirken in der Regel durch Bindung an krankheitsrelevante Proteine. Dafür ist es wichtig, die Struktur eines bestimmten Bindungsorts in diesen Proteinen – der sogenannten Bindungstasche – zu verstehen. Die Kenntnis ihrer räumlichen Struktur kann die Wirkstoffentwicklung erheblich beschleunigen. Allerdings sind viele Proteine so flexibel, dass die entscheidende Detailstruktur von Bindungstaschen erst durch die Stabilisierung eines gebundenen Wirkstoffs klar wird. „Wenn es gelingt, Medikamente für solche transienten Bindetaschen zu entwickeln, weisen diese oft deutlich verbesserte Eigenschaften auf“, erläutert Chemie-Professor Felix Hausch, wissenschaftlicher Koordinator des LOEWE-Schwerpunkts Trabita. „Wir wollen Ansätze entwickeln, um diese interessanten Substanzen effektiver zu identifizieren.“ Partner im Verbund sind die Goethe-Universität Frankfurt und die Hochschule Darmstadt.

Fühler nach Frankfurt und Marburg
Hausch ist zugleich am neuen Loewe-Schwerpunkt „GLUE – GPCR Ligands for Underexplored Epitopes“ beteiligt. Bei diesem von der Universität Marburg federführend koordinierten Projekt geht es um die Frage, wie Arzneimittel für ihre Angriffspunkte maßgeschneidert werden können, so dass sie zielgenau und besser verträglich wirken. Weitere Partner sind die Goethe-Universität Frankfurt und das Max-Planck-Institut für Herz und Lungenforschung in Bad Nauheim.

Wissenschaftler der TU Darmstadt werden auch den an der Goethe-Universität Frankfurt neu geförderten Loewe-Schwerpunkt „Architekturen des Ordnens: Praktiken und Diskurse zwischen Entwerfen und Wissen“ eng begleiten.

Die Teams gehen der Fragestellung nach, welche Bedeutung Architektur für gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Ordnungskonzepte hat. So wird der Begriff der Architektur auch in Diskursen außerhalb des Bauens verwendet: Von „Medien-“ oder „Sicherheitsarchitektur“ ist die Rede oder von „Gedankengebäuden“. Der Loewe-Schwerpunkt soll langfristig die internationale Sichtbarkeit des architekturwissenschaftlichen Profils des Rhein-Main-Gebiets stärken. Weiterer Forschungspartner ist das Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main.

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