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Puralube investiert weiter in die Altölaufbereitung

05.02.2013 -

Puralube investiert weiter in die Altölaufbereitung - EDL Anlagenbau mit den kompletten Planungsleistungen für 2. Anlage beauftragt. Für das Leipziger Ingenieurunternehmen EDL Anlagenbau Gesellschaft, ein Unternehmen der Wiener Pörner-Gruppe, setzt sich die positive Entwicklung der letzten Jahre ungebremst fort.

Wurden vor wenigen Jahren noch jährlich ca. 110.000 Ingenieurstunden geleistet, hat sich zwischenzeitlich diese Zahl fast verdoppelt. Neben dem Ausbau der eigenen Kapazitäten werden dafür auch Kapazitäten aus anderen Unternehmen der Gruppe, aber auch von Dritten genutzt. Zu den noch relativ neuen Kunden des Unternehmens zählt die in Elsteraue-Alttröglitz/Zeitz (Sachsen-Anhalt) ansässige Puralube, für die seit 2006 zunächst das Basic-Engineering und seit wenigen Wochen auch das Detail-Engineering für eine neue Altölaufbereitungsanlage mit einer Kapazität von ca. 75.000 t/a Altöl erstellt wird.

Für EDL Anlagenbau gehört dieser Auftrag zu den gegenwärtig wichtigsten, beteiligt sich das Unternehmen doch erstmalig an der Realisierung einer solchen Prozessanlage. Aus der Vielzahl der aktuellen Aufträge sei auch der Vertrag zur Ausführung des Detail-Engineering für eine Anlage zur Herstellung von synthetischem Kraftstoff (Sun-Diesel) aus nachwachsenden Rohstoffen für die Firma Choren in Freiberg genannt.

Die deutsche Tochter der US-amerikanischen Puralube betreibt seit April 2004 am Standort Industriepark Zeitz eine Raffinerie zur Aufarbeitung von gebrauchten Autound Industrieölen. Weltweit erstmalig kommt hier das durch Puralube exklusiv lizensierte, durch UOP entwickelte und patentierte Hylube-Verfahren zur Anwendung, bei dem aus Gebrauchtölen ohne weitere Vorbehandlung durch katalytische Wasserstoffbehandlung qualitativ hochwertige Basisöle der Gruppe II gewonnen werden, die in verschiedenen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen.

Der Hylube-Prozess basiert auf einer Direktkontakthydrierung (siehe Abb., Prozessfließdiagramm). Dabei wird das eingesetzte Gebrauchtöl mit erhitztem Wasserstoffgas kontaktiert. Dabei verdampfen ca. 50-70 % des Öles. Die Öldämpfe werden in einem angeschlossenen Separator von den unverdampften Bestandteilen getrennt und zu den Hydrierreaktoren geleitet. Das Sumpfprodukt des Separators wird in einer Kolonne unter Vakuum mit Dampf gestrippt, um die noch enthaltenen schwereren Basisölanteile ebenfalls dem Hydrierprozess zugänglich zu machen. Das Sumpfprodukt des Rückstandstrippers stellt ein schweres Gasöl dar und kommt in der Bitumenindustrie oder als Brennstoff zur Anwendung.

In den Hydrierreaktoren finden bei konstantem Wasserstoffpartialdruck, Drücken von 60-80 bar sowie Temperaturen von 300-350 °C die chemischen und physikalischen Umsetzungen statt. Im ersten Reaktor werden vor allem Metalle aber auch Kontaminanten wie Schwefel-, Stickstoff- oder Halogenverbindungen, die in Schmierstoffadditiven enthalten sind, entfernt. Die Aufgabe des zweiten Reaktors besteht vor allem in der Spaltung und Absättigung von aromatischen Verbindungen. In den Reaktoren kommen speziell ausgewählte Katalysatoren zum Einsatz.

Nach dem eigentlichen Hydrierungsprozess erfolgt eine Trennung der reinen Basisölkomponenten von den Reaktionsnebenprodukten und dem Kreislaufgas. Schwefelwasserstoff, Chlorwasserstoff und andere Nebenprodukte werden neutralisiert und aus dem Öl entfernt.

Anschließend werden sie aus dem Prozess ausgeschleust und verlassen diesen mit dem Abwasser, welches einer zweistufigen Behandlung zugeführt wird. Das abgetrennte Wasserstoffgas wird dem Prozess als Kreislaufgas zurückgeführt. Der durch die Reaktionen verbrauchte Wasserstoffanteil wird durch Frischwasserstoff ergänzt. In den nachgeschalteten Anlagenteilen findet eine Fraktionierung der Flüssigphase statt.

Als Zielprodukte des Hylube-Prozesses verlassen die Schmierölkolonne Basisöle unterschiedlicher Viskositäten. Als Nebenprodukte fallen in geringem Umfang Leichtbenzin (Naphtha) und Gasöl (Diesel) an. Der Prozess arbeitet vollkontinuierlich, es erfolgt demzufolge auch keine Zwischenlagerung. Die Versendung der Produkte aus den Tanks erfolgt in Straßentankwagen oder Kesselwagen. Die Zeitzer Anlage ist die weltweit erste, die nach dieser neuen Technologie produziert. Sie besitzt eine Kapazität von ca. 75.000 t/a Altöl.

Das Verfahren arbeitet praktisch abfallfrei und leistet damit neben der Schonung der Ressourcen auch einen positiven Beitrag zum Umweltschutz. Im Zuge der Umsetzung des konsequenten ‚Rollouts' von Altölraffinerien auf Basis der exklusiven Hylube-Technologie weltweit hat die Geschäftsleitung der Puralube beschlossen, am Standort Elsteraue neben der bereits bestehenden Anlage eine zweite Hylube-Anlage zu errichten.

Mit dem Bau der 2. Anlage am gleichen Standort sollen u.a. Synergieeffekte genutzt werden. Andererseits steht hier Fachpersonal mit Erfahrungen beim Bau und Inbetriebnahme der ersten Anlage sowie eine sehr gute Infrastruktur zur Verfügung. Nicht zuletzt werden in Zusammenarbeit mit dem Planer EDL und dem Lizenzgeber UOP viele Erfahrungen und Verbesserungen aus dem Betrieb der weltweit ersten Anlage in das neue Projekt einfließen.

Der Bau der Anlage ist mit der Schaffung von ca. 45 neuen Arbeitsplätzen verbunden, so dass sich die Gesamtmitarbeiterzahl auf mehr als 100 erhöhen wird. Die Versorgung der Raffinerien mit Altöl durch die Fa. Baufeld wird zunehmend durch Akquirierung im deutschen und europäischen Markt sichergestellt.

Kurzprofil EDL Anlagenbau

Auf der Basis von Lizenzen, Know-how von Kunden bzw. von Dritten oder nach eigenen Vorgaben plant und errichtet die EDL Anlagenbau Gesellschaft insbesondere Anlagen für die chemische und petrochemische Industrie sowie für Raffinerien.

Dabei werden entsprechend Kundenwunsch alle Leistungen, von der Studie bis zur kompletten Anlagenerrichtung, in verschiedenen Vertragsformen erbracht. Wesentlichen Anteil am Erfolg der EDL hat die kontinuierliche Erweiterung der verfahrenstechnischen Kapazitäten, verbunden mit der Bildung eines entsprechenden Kompetenzzentrums.

Der gute Auftragsbestand des Anlagenbau-Unternehmens ist Ausdruck der kontinuierlichen Entwicklung der EDL Anlagenbau seit der Übernahme durch die Pörner Gruppe im Januar 2003. Dabei wurde neben der Neueinstellung und Qualifizierung von Personal und dem Ausbau des Vertriebes auch sehr viel Wert auf die stetige Verbesserung der Ausstattung mit modernster Planungssoftware gelegt. Eingesetzt werden Tools wie z. B. PRO-II, HTRI, Comos PT, Conval und Pipenet aber auch Hysis, SP P&ID und viele andere.

Der Ausbau der Software wird planmäßig durch Zusatzmodule, wie z. B. das Batchmodul für die instationäre Simulation von Batchreaktoren und Batchdestillationen, fortgeführt.

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