Rückschlag für die deutsche Chemieindustrie

VCI erwartet für 2019 Rückgang der Chemieproduktion um 3,5 %

  • Utz Tillmann: "Der bevorstehende Brexit hat bereits jetzt politisch und wirtschaftlich tiefe Narben in der EU und Großbritannien hinterlassen."Utz Tillmann: "Der bevorstehende Brexit hat bereits jetzt politisch und wirtschaftlich tiefe Narben in der EU und Großbritannien hinterlassen."
  • Utz Tillmann: "Der bevorstehende Brexit hat bereits jetzt politisch und wirtschaftlich tiefe Narben in der EU und Großbritannien hinterlassen."
  • Der VCI geht für 2019 von einem Rückgang der Chemieproduktion um 3,5 % aus und damit auch von einem Absturz beim Branchenumsatz unter die 200 Mrd.-EUR-Marke, die die deutsche Chemieindustrie 2018 erstmal überschritten hatte.
  • Das Jahr 2018 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie mit einem sehr schwachen vierten Quartal zu Ende gegangen, und auch für das laufende Jahr prognostiziert der Verband der Chemischen Industrie eine Fortsetzung des Abwärtstrends.
  • Um die Bedeutung der EU für die Chemie zu verdeutlichen, hat der VCI die Informations- und Mitmachkampagne „Ja zu Europa“ gestartet.

Das Jahr 2018 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie mit einem sehr schwachen vierten Quartal zu Ende gegangen, und auch für das laufende Jahr prognostiziert der Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine Fortsetzung des Abwärtstrends. Der VCI geht für 2019 von einem Rückgang der Chemieproduktion um 3,5 % aus. Obwohl die Erzeugerpreise im Jahresverlauf 2019 um 1 % steigen könnten, wird der Branchenumsatz voraussichtlich um 2,5 % auf 198,5 Mrd. EUR sinken, und damit unter die 200 Mrd.-EUR-Marke, die die deutsche Chemieindustrie 2018 erstmal überschritten hatte.

Die Kapazitätsauslastung in den Anlagen der Unternehmen ging von dem mit 85,6 % im Jahr 2017 erreichten hohen Niveau auf knapp 85 % im 3. Quartal 2018 zurück und liegt derzeit mit rund 84 % immer noch im normalen Korridor der nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 erzielten Werte.

Der starke Rückgang der Produktion und vor allem des Umsatzwerts im 4. Quartal 2018 sei vor allem einer Normalisierung im Pharmageschäft geschuldet, das in den ersten drei Quartalen 2018 von einem Einmaleffekt - eine im Schlussquartal beendete Vorratsproduktion eines teuren Medikaments durch ein namentlich nicht genanntes Pharmaunternehmen - profitierte. Die Chemieproduktion ohne Pharma dürfte gegenüber 2018 lediglich um 1,5 % sinken. Das geht aus dem Quartalsbericht hervor, den der Chemieverband am Montag bei einem Presseabend vorgestellt hat. Demnach zwang die nachlassende Chemienachfrage von industriellen Kunden in Deutschland und Europa im Schlussquartal des vergangenen Jahres die Unternehmen dazu, ihre Produktion stark zu drosseln. Durch den genannten Sondereffekt im Pharmabereich fiel der Rückgang besonders kräftig aus. Leicht steigende Chemikalienpreise konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen.

"Wir erwarten ein schwaches Chemiejahr."
Utz Tillmann, VCI-Hauptgeschäftsführer

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagt zur Lage der chemisch-pharmazeutischen Industrie: „Die Zukunft gestaltet sich weniger optimistisch als zu Beginn des vergangenen Jahres.

Die Chemienachfrage der deutschen und europäischen Industrie ist rückläufig. Außerdem wirkt der Brexit bremsend auf die Konjunktur. Unter dem Strich erwartet die Branche daher ein insgesamt schwaches Chemiejahr.“

Zudem mache das wirtschaftspolitische Umfeld in der EU Sorgen. Tillmann verwies auf den hohen Stellenwert der EU für die Chemieindustrie in Deutschland und rief die Beschäftigten auf, zur Europawahl zu gehen. Um die Bedeutung der EU für die Chemie zu verdeutlichen, hat der VCI die Informations- und Mitmachkampagne „Ja zu Europa“ gestartet. Tillmann mahnte: „Die Vorteile der europäischen Einigung müssen stets aufs Neue verteidigt werden.“

 

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