Stada wächst nur noch im Ausland

Stada hat sich der Ausbau des internationalen Geschäfts auch im 1. Hj. ausgezahlt. Vor allem dank des guten Abschneidens in Osteuropa und Kosteneinsparungen hat der Ratiopharm-Konkurrent in den ersten sechs Monaten mehr verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich wies der MDax-Konzern aus Bad Vilbel einen Gewinn von 56,1 Mio. € aus. Ein Plus von 12 %. Im Heimatmarkt Deutschland war der Umsatz dagegen vor allem wegen des anhaltenden Preisdrucks im Brot-und-Butter-Geschäft mit Nachahmermedikamenten (Generika) erneut rückläufig. "Im ersten Halbjahr hat sich unser Geschäft mit erfreulichen Steigerungsraten bei Umsatz und Ertrag weiterhin positiv entwickelt", sagte Konzernchef Hartmut Retzlaff am Donnerstag und bestätigte die Erwartungen für 2011, 2012 und die Ziele für 2014. Angesichts der ersten sechs Monate gehe Stada weiter davon aus, "den für 2011 in Aussicht gestellten Anstieg des bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im hohen einstelligen Prozentbereich erreichen zu können", sagte Finanzchef Helmut Kraft.

Damit würde beim bereinigten EBITDA erneut ein Spitzenwert erreicht. Bis zum Mittag legten Stada-Aktien um 1,92 % auf 21,99 € zu. Am Markt wurden die Zahlen als "im Rahmen der Erwartungen" bezeichnet. Das operative Ergebnis kletterte im Berichtszeitraum auch dank Kosteneinsparungen um 9 % auf 107,6 Mio. €. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) standen 153,5 Mio. € in den Büchern - ein Plus von 7 %. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen des Marktes. Angetrieben vom internationalen Geschäft stieg der Umsatz in den ersten 6 Monaten um 7 % auf 829,7 Mio. €. Bis 2013 will Stada die Mitarbeiterzahl (Stand 2010) um 10 % senken.

Im Vergleich zum Vorjahr beschäftigte der Konzern Ende Juni rund 7.800 Mitarbeiter und damit 3 % weniger als im Vorjahr. 72 % des  Umsatzes erwirtschaftet der Sandoz-Konkurrent bereits außerhalb des deutschen Heimatmarktes - mit steigender Tendenz.

Durch die jüngsten Übernahmen zur Stärkung des Markengeschäfts mit Produkten wie dem Sonnenmittel "Ladival" will Retzlaff die Abhängigkeit vom deutschen Generikamarkt weiter zurückfahren. "Wer sich in Zukunft ausschließlich auf Generika  konzentriert, wird nicht mehr die Gewinne generieren können wie in der Vergangenheit", sagte der Konzernlenker. Neben "Ladival" ist Stada auch für Marken wie "Grippostad" oder "Mobilat" bekannt. In Deutschland, dem bisher vor Russland größten nationalen Markt, war der Erlös mit 10 % rückläufig. Im bisherigen größten Kernsegment mit Generika fiel der Umsatz in Deutschland um 14 %.

Das staatlich regulierte und von Rabattverträgen mit den Krankenkassen geprägte deutsche  Generikageschäft trug nur noch ein Fünftel zum Konzernumsatz bei. Sein Anteil soll zugunsten des Markengeschäftes weiter sinken. In den vergangenen Wochen ging es bei Zukäufen bereits Schlag auf Schlag: "Wir sind in den vergangenen Monaten wieder aggressiver geworden bei Zukäufen", sagte Retzlaff. Neben der Übernahme eines Hautpflege-Portfolios in Großbritannien gaben die Bad Vilbeler kürzlich bekannt, ein Paket von 71 Produkten des schweizerischen Wettbewerbers Spirig übernehmen zu wollen. Vom Aachener Unternehmen Grünenthal will Stada zudem für 360 Mio. € ein Produktportfolio erwerben. Stada prüft in diesem Zusammenhang für September oder Oktober die Ausgabe einer weiteren Anleihe mit einem Volumen von unter 500 Mio. €, sagte Kraft. Auch für die kommenden Jahre zeigte sich Stada-Chef Retzlaff zuversichtlich: 2014 soll der Umsatz auf rund 2,15  Mrd. €
steigen und das bereinigte EBITDA 430 Mio. € erreichen. Beim Konzerngewinn wird ein Anstieg auf 215 Mio. € in Aussicht gestellt. 2012 sollen Umsatz und bereinigtes EBITDA weiter zulegen.

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