Studie will klären: Leiden Fische in der Alz an Alzheimer?

Kann organische Erkrankung der Fische eine beobachtete Verhaltensanomalie erklären?

  • Die Alz ist ein idyllischer Fluss im bayerischen Alpenvorland. Eine Studie will jetzt klären, ob Fische in der Alz an Alzheimer leiden. (Foto Infraserv Gendorf: Im bayerischen Chemiedreieck investierte der Standortbetreiber rund 1 Mio. EUR in die Umgestaltung eines Wehrs zu einer Fischaufstiegshilfe)Die Alz ist ein idyllischer Fluss im bayerischen Alpenvorland. Eine Studie will jetzt klären, ob Fische in der Alz an Alzheimer leiden. (Foto Infraserv Gendorf: Im bayerischen Chemiedreieck investierte der Standortbetreiber rund 1 Mio. EUR in die Umgestaltung eines Wehrs zu einer Fischaufstiegshilfe)

Die Alz ist ein idyllischer Fluss im bayerischen Alpenvorland. Forscher wollen jetzt untersuchen, ob Fische in der Alz an der Alzheimer-Krankheit (AK, lateinisch Morbus Alzheimer) leiden, nachdem Angler und Spaziergänger die bayerischen Behörden im Regierungsbezirk Alzheim über Auffälligkeiten im Verhalten der Flussbewohner informiert hatten. Demnach wurden manche - vor allem ältere - Fische dabei beobachtet, wie sie trotz wiederholter Anleitung und mehrfach besuchten Praxisseminaren planlos vor einer kürzlich installierten Ab- bzw. Aufstiegshilfe umherschwammen.

Einen Zusammenhang des Verhaltens mit der Qualität des Alz-Wassers kann ausgeschlossen werden. Zwar ist das Wasser der Alz auch bei den Unternehmen im bayerischen Chemiedreieck begehrt, bspw. für die Kühlung von Anlagen oder als Prozesswasser, doch moderne Umwelttechnik und Kläranlagen sorgen dafür, dass das Wasser die Werke bestmöglich gereinigt und frei von bspw. chemischen oder pharmazeutischen Wirkstoffen verlässt.

Die Industrie hilft sogar bei der Renaturierung der Alz, die wie andere Flüsse im letzten Jahrhundert häufig stark reguliert und begradigt wurden. Staustufen und Dämme behindern Fische jedoch bei ihren Wanderungen. Der oberbayerische Chemiepark Gendorf hat deshalb rund 1 Mio. EUR in die Umgestaltung eines Wehrs investiert. Das etwa 2 m hohe Wehr diente dazu, das Wasser der Alz so weit aufzustauen, dass an der Stelle Wasser für den Chemiepark entnommen werden kann. Doch dieses Wehr mit einer harten Kante von 2 m Höhe war für Fische kaum zu überwinden. In enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Traunstein baute die Betreibergesellschaft des Chemieparks deshalb das Wehr in eine sog. Sohlgleite um - eine sanft absteigende Wasserrutsche für flussabwärts schwimmende Fische bzw. eine mäanderförmige Aufstiegshilfe für Fische, die flussaufwärts ziehen.

Die jetzige Beobachtung ist alarmierend, denn bislang stellten solche Ab- bzw. Aufstiegshilfen Fische vor keinerlei Probleme. Da bei der Umgestaltung des Wehrs alle bau- und wasserrechtlichen Bestimmungen umgesetzt wurden, könne eigentlich nur eine organische Erkrankung der Fische für die Verhaltensanomalie verantwortlich sein, teilte die Behörde heute, am 1.

April, mit.

 

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