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Süd-Chemie - Kleinaktionäre wollen höhere Abfindung

23.12.2011 -

Ehemalige Süd-Chemie-Kleinaktionäre wollen nach der Übernahme des Münchener Unternehmens durch den Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant eine höhere Abfindung erstreiten. Die auf Aktionärsrecht spezialisierte Düsseldorfer Anwaltskanzlei Dreier Riedel Rechtsanwälte reichte bei der Wirtschaftsprüferkammer in Berlin nun Anzeige gegen die Gutachter KPMG und Warth & Klein ein, die die Abfindungshöhe prüften, wie Anwalt Peter Dreier am Freitag mitteilte. Dreier arbeitet im Auftrag der Aktionärsvereinigung Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die gravierende Verstöße bei der Ermittlung der Abfindungszahlung für die Süd-Chemie-Kleinaktionäre sieht. Die SdK leitete zudem ein Spruchverfahren zur gerichtlichen Überprüfung des Abfindungspreises ein.

Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant lehnte eine Stellungnahme ab. "Wir können das Vorgehen des Anwalts nicht kommentieren", erklärte eine Sprecherin. In der zweiten November-Hälfte hatte die außerordentliche Hauptversammlung der Süd-Chemie die Übertragung aller Aktien der Minderheitsaktionäre auf Clariant gegen eine Barabfindung (Squeeze Out) in Höhe von 125,26 € je Süd-Chemie Aktie beschlossen. "Im Fall des Squeeze Out der Süd-Chemie-Minderheitsaktionäre steht nach unserer Auffassung der schwerwiegende Anfangsverdacht im Raum, dass Warth & Klein sowie KPMG eine zu niedrige Abfindung testiert haben", erklärt Rechtsanwalt Dreier. Clariant hatte vor einigen Monaten die Süd-Chemie für etwa 1,9 Mrd. € übernommen und angekündigt, das Unternehmen vom Börsenzettel zu nehmen. Den noch verbliebenen Kleinaktionären, die nach der Mehrheitsübernahme Ende April weniger als 4 % der Anteile hielten, wurde ein Pflichtangebot zum Kauf ihrer Anteilsscheine gemacht. Mit der Süd-Chemie will sich Clariant unter anderem in den attraktiven Geschäftsfeldern Batterieausgangstoffe und Katalysatoren starke Positionen im Wettbewerb ausbauen.