Continental will Gewinn steigern

Der Autozulieferer Continental traut sich trotz des Gegenwinds vom Wechselkurs einen höheren Gewinn in diesem Jahr zu. Einsparungen und gesunkene Kosten für den Reifen-Rohstoff Kautschuk stimmen Konzern-Chef Elmar Degenhart zuversichtlicher. "Wir wollen beim bereinigten operativen Ergebnis statt bisher 10,5 %-Marge nun rund 11 % erreichen", kündigte Degenhart am Donnerstag an. 2013 hatte der Dax-Konzern aus Hannover 11,3 % ausgewiesen. Mit seinen Expansionsplänen ist der weltgrößte Autozulieferer inzwischen vorsichtiger: "Erwarten Sie in den nächsten Monaten nicht die Ankündigung einer weiteren größeren Übernahme", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer.

Noch vor wenigen Monaten hatte Schäfer eine weitere Übernahme binnen eineinhalb Jahren als denkbar bezeichnet. Erst im Februar hatte Conti den Kauf des US-Kunststoff- und Kautschukspezialisten Veyance für 1,4 Mrd. € angekündigt und wartet noch auf die Freigabe durch die Kartellbehörden. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in vielen Regionen will Conti das Geld jedoch zunächst zusammenhalten, auch wenn der Konzern von den Sanktionen gegen Russland Schäfer zufolge nicht direkt betroffen ist.

Die Zulieferer-Branche ist in Bewegung: So will der weltweit größte Getriebehersteller ZF Friedrichshafen den US-Spezialisten für Fahrzeugsicherheit TRW Automotive schlucken. Auch Bosch hatte im Frühjahr Interesse an Zukäufen bekundet. Zugleich könnten sich die Zulieferer stärker denn je mit Forderungen der Autohersteller nach niedrigeren Preisen konfrontiert sehen. Europas größter Autokonzern Volkswagen will die Kosten bei seiner Hauptmarke VW um 5 Mrd. € senken. Auch Daimler und BMW treten auf die Bremse. "Wir sind bisher nicht mit Forderungen der Hersteller nach Preisnachnachlässen konfrontiert", sagte Finanzchef Schäfer. Allerdings seien die Pläne gerade erst angekündigt worden.

Mit Blick auf das Gesamtjahr räumte Conti ein, dass die Euro-Stärke den Umsatz mehr als erwartet bremst. Statt von 700 Mio. € gehe man wegen der Währungsturbulenzen nun von einem Negativeffekt von rund 0,5 Mrd. € beim Umsatz aus. Die Umsatzprognose für 2014 kappte der Konzern um eine 0,5 Mrd. € auf 34,5 Mrd. €. Der Umsatz war bereits im zweiten Quartal leicht gesunken auf 8,5 Mrd.

€. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte dagegen von April bis Juni um 2,5 % auf 1 Mrd. €. Den Schuldenberg baute Conti weiter ab: Die Netto-Finanzschulden lagen zur Jahresmitte bei 4,3 Mrd. €, 1,7 Mrd. € weniger als vor Jahresfrist.

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