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Evonik startet Innovationsoffensive

04.12.2013 -

Evonik will seine Innovationskraft weiter ausbauen. Im Jahr 2012 wandte Evonik 393 Mio. € für Forschung & Entwicklung auf. Das sind gemessen am Konzernumsatz von rund 13,4 Mrd. € knapp 3 %, jedoch hat Evonik seinen F&E-Aufwand in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 6 % pro Jahr erhöht. Rund 15 % der Mittel flossen 2012 in die strategische Forschung.

Jetzt stellt der Spezialchemiekonzern im Rahmen der vor einem Jahr gestarteten „Leading Innovation"-Initiative die strategische Innovationseinheit Creavis neu auf. Ab dem 1. Januar 2014 arbeitet Creavis mit Sitz in Marl in einer neuen Struktur. "Unser Ziel ist es, noch schlagkräftiger zu werden", sagt Dr. Peter Nagler, Chief Innovation Officer von Evonik. Creavis' Aufgabe ist es, sich mit neuen Themen zu beschäftigen, die großes wirtschaftliches Potenzial besitzen, dabei aber ein höheres Risiko bergen können.

Neue Creavis-Struktur
Im neuen Creavis-Bereich Portfolio Management stehen Identifikation und Bewertung neuer Innovationsfelder im Mittelpunkt. Dabei ist es Aufgabe der neu geschaffenen Growth Lines, innerhalb der bearbeiteten Innovationsfelder Ideen zu generieren, die Projekte zu managen und nach erfolgreichem Abschluss in die Geschäftsbereiche zu transferieren. Die technologische Kompetenz der Creavis bündelt der Konzern im neuen Bereich Science & Technology. Am bewährten Konzept der Projekthäuser hält Evonik fest, wobei die Ausgestaltung jedoch flexibilisiert wird. In Projekthäusern forschen Experten mehrerer operativer Einheiten an Themen mit relativ nahem Bezug zu bestehenden Produkten und Technologien und treiben sie bis zur Anwendungsreife voran. "Die erhöhte Flexibilität steigert die Wahrscheinlichkeit, noch mehr Projekte erfolgreich in die operativen Bereiche zu übertragen", erklärt Creavis-Chef Prof. Stefan Buchholz.

Außerdem will Creavis künftig verstärkt auf Nachhaltigkeit als Innovationstreiber setzen. Schon heute werden mögliche Wirkungen neuer Produkte und Verfahren auf das Klima anhand der eigens entwickelten Carbon-Footprint-Estimation-Methodik analysiert. Nun soll diese Methode auf weitere Umweltkennzahlen und soziale Indikatoren ausgeweitet werden.

Creavis bearbeitet derzeit mit rund 145 Mitarbeitern über 20 Projekte. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden 20 erfolgreiche Projekte an die operativen Einheiten des Konzerns übertragen und damit neue Geschäfte für Evonik angestoßen. Dazu zählt unter anderem die Membrantechnologie Sepuran zur Aufbereitung von Biogas. Auch beim Aufbau der Biotechnologieplattform von Evonik spielten Forscher der Creavis eine wichtige Rolle.

Innovations-Rahmenbedingungen
Patrik Wohlhauser, Vorstandsmitglied bei Evonik, hat hohe Erwartungen: „Wir wollen den Wert unserer Innovationspipeline weiter erhöhen. Innovationen müssen künftig einen noch deutlicheren Beitrag zu Umsatz und Gewinn leisten." Und Peter Nagler ergänzt: „Wir stellen uns immer kürzeren Innovationszyklen, komplexeren Fragen und anspruchsvolleren Rahmenbedingungen. Jeder bei Evonik muss Innovation zu seiner Sache machen. Deshalb fördern wir eine Innovationskultur, mit Mut zu Neuem, in der unsere Mitarbeiter Risikobereitschaft zeigen dürfen und die auf Vertrauen, enger Zusammenarbeit und Offenheit basiert."

An jedem Arbeitstag eine Erfindung
Bereits heute setzt Evonik seine F&E-Aufwendungen effizient in Patente um. Der Konzern verfügt über rund 26.000 Patente und Patentanmeldungen. Rund 260 Erfindungen meldete Evonik im Jahr 2012 neu zum Patent an. Über 500 F&E-Projekte hat das Unternehmen in der Pipeline. Im Jahr 2012 erzielte man 1,5 Mrd. € Umsatz mit Produkten und Anwendungen, die jünger als 5 Jahre sind.

Innovationsfeld Biotechnologie
Als eine wichtige Technologieplattform sowie ein Innovationsfeld mit deutlichem Potential sieht Evonik die Biotechnologie. Bis 2020 soll mit biotechnologisch hergestellten Produkten allein im Geschäftsbereich Health & Nutrition 1 Mrd. € Umsatz erzielt werden."

Mengenmäßig größtes biotechnologisch hergestelltes Produkt von Evonik ist die Futtermittelaminosäure Biolys (L-Lysin-Quelle). In neue Biotech-Anlagen und Kapazitätserweiterungen zur Herstellung von Biolys investiert der Konzern in Brasilien, Russland und den USA rund 350 Millionen €.

Auch im Segments Specialty Materials gewinnt die Biotechnologie an Bedeutung. Mit einer neuen Technologie, der zweiphasigen Fermentation, gelingt es Evonik, eine Vorstufe des Hochleistungskunststoffs Polyamid 12 aus Palmkernöl herzustellen. Anfang 2013 ging in Slovenska Lupca (Slowakei) eine Pilotanlage zur Herstellung von ω-Amino-Laurinsäure in Betrieb. Langfristig soll das neue Verfahren die erdölbasierte Produktion von Polyamid 12 ergänzen.

Spezialchemie aus Abgasströmen
Da sich die Verfügbarkeit von Ressourcen ändert, will Evonik unabhängiger von fossilen und einzelnen nachwachsenden Rohstoffen werden. Dazu forschen Wissenschaftler an der dritten Generation der Biotechnologie. Diese kann statt Zucker oder Pflanzenresten auch Abfallstoffe als Rohstoff nutzen. In den Creavis-Laboren ist es erstmals gelungen, 2-Hydroxy-Isobuttersäure (2-HIBS) biotechnologisch aus Synthesegas, das sich z.B. aus Abgasströmen gewinnen lässt, zu erzeugen.

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