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HC Starck erhöht Umsatz

02.04.2015 -

HC Starck hat sich 2014 trotz des sehr schwierigen Marktumfelds gut behauptet. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr auf 785,9 Mio. EUR (2013: 703,9 Mio.). Zum 31. Dezember 2014 beschäftigte das Unternehmen weltweit 2.678 Mitarbeiter (2013: 2.843).

„Die Umsatzsteigerung ist auch auf unsere strategischen Wachstumsprojekte in Asien, die Wolfram-Joint Ventures in China und in Vietnam, zurückzuführen. Dadurch konnten wir im Bereich Wolfram-Pulver spürbar wachsen und in Asien große Marktanteile gewinnen", erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Andreas Meier. „Grundsätzlich war 2014 jedoch von der schwierigen wirtschaftlichen Situation in unseren globalen Kernmärkten geprägt. Dadurch hat die Profitabilität gelitten." Insbesondere bei den Metallen Wolfram und Tantal kam es zu strukturellen Veränderungen im Markt mit negativen Auswirkungen auf die Preise sowie erhöhtem Wettbewerbsdruck, was in der Folge auch zu fallenden Rohstoffpreisen führte. Zusätzlich belastet wurde das Umsatzergebnis durch den schwachen Yen sowie deutlich niedrigere Metall-Notierungen. Um diesen Entwicklungen entgegenzusteuern, startete HC Starck bereits im Frühjahr 2014 ein umfassendes Effizienzprogramm. Zusätzlich wurde das bestehende strikte Kostenmanagement fortgesetzt.

Deutliche Umsatzsteigerung im Wolfram-Geschäft
Der Umsatz im Bereich Wolfram-Pulver stieg 2014 um mehr als 75 Mio. EUR, getrieben durch Neukunden und Marktanteilsgewinne. Darüber hinaus trug das Wolfram-Joint Venture in China spürbar zur Umsatzsteigerung bei. Die Wolfram-Pulver werden vor allem bei der Produktion von Industriewerkzeugen und Verschleißteilen eingesetzt, um Hochleistungsprozesse wie Bohren, Drehen und Fräsen von Metallen im industriellen Maßstab zu ermöglichen. Auch das Geschäft mit Wolfram-Bauteilen erlebte eine deutliche Umsatzbelebung insbesondere dank der konkurrenzfähigen Kostenstruktur des chinesischen Standorts dieses Geschäftsbereichs.

Nachfragerückgang belastet Tantal- und Niob-Geschäft
Im Bereich Tantal- und Niob-Pulver verzeichnete man keine Nachfrageverbesserung. Trotz dieses schwierigen Umfeldes konnte das Unternehmen bei den Tantal-Pulvern Marktanteile gewinnen und seine Wettbewerbsposition stärken. Zusätzlich stabilisierte man im zweiten Halbjahr seine Ergebnissituation durch den Einsatz kostengünstiger Rohstoffe.

Auch bei den Tantal-Bauteilen und -Komponenten, wie beispielsweise Sputter Targets, führten Preisanpassungen aufgrund gesunkener Rohstoffpreise sowie ein schwächeres Projektgeschäft aus der Chemieindustrie zu einem Umsatzrückgang.

Positive Impulse im Geschäft mit thermischen Spritzpulvern und innovativen Beschichtungsmaterialien
Im Bereich Oberflächentechnologie und keramische Pulver erzielte das Unternehmen einen Umsatzanstieg im zweistelligen Prozentbereich. Insbesondere das Geschäft mit thermischen Spritzpulvern profitierte von einer verstärkten Nachfrage aus den USA sowie einer Reihe neuer Produkte und Kunden. Die unter dem Markennamen Amperit und Ampersint vertriebenen Produkte sind wichtige Materialien für Kunden in der Energieerzeugung, Medizin sowie der Öl- und Gasindustrie. Eine erhöhte Nachfrage nach Aluminiumnitrid, das wegen seiner hervorragenden Wärmeleit- und elektrischen Isolationsfähigkeit als keramischer Füllstoff in der Elektronikindustrie zum Einsatz kommt, sorgte für weitere Umsatzsteigerungen in diesem Geschäftsbereich.

Investitionen und Forschung und Entwicklung mit Fokus auf das Pulver-Geschäft
Trotz der angespannten Lage steigerte das Unternehmen seine Investitionen auf rund 40 Mio. EUR. Ein Großteil davon entfiel auf den Aufbau der Produktionsanlagen des neuen Joint Ventures in Vietnam, einem strategischen Wachstumsprojekt im Bereich der Wolfram-Pulver, sowie auf die deutschen Produktionsstandorte und den weiteren Ausbau des Joint Ventures in China.

Im Mittelpunkt von Forschung und Entwicklung standen Projekte zur Ausbeuteerhöhung bei der Verarbeitung von Sekundärmaterialien und Nebenprodukten, die fortlaufende Qualitätsverbesserung von hochkapazitiven Tantal- und Niob-Pulvern sowie die Entwicklung von speziellen Wolfram-Karbiden für den asiatischen Markt. Zudem startete man mehrere Kooperationen zum Einsatz von Tantal-Pasten, die die Herstellung von extrem flachen Kondensatoren mit einer Höhe von weniger als 0,3 mm ermöglichen. Mit diesen Kondensatoren können sehr schlanke Elektronik-Geräte hergestellt werden, die in vielen Zukunftstrends wie beispielsweise bei der tragbaren Elektronik („wearable electronics") zum Einsatz kommen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt war die Entwicklung hochreiner Tantal- und Nioboxide, die Grundstoff für sogenannte SAW-Filter sind. Diese werden unter anderem in Mobiltelefonen verbaut und sind unabdingbar für die sichere Signalverarbeitung im Datentransfer, der aufgrund steigender Mobiltelefon- und Internetnutzung rapide wächst.

Darüber hinaus hat das Unternehmen mit Rapid Prototype and Manufacturing (rp+m), einem auf 3D-Druck spezialisierten US-Unternehmen, einen Entwicklungsvertrag im Bereich der additiven Fertigung abgeschlossen. Die Vereinbarung beinhaltet die Entwicklung innovativer Produkte aus Technologiemetallen, die mit Produktionsverfahren des 3D-Drucks - oder additiver Fertigung - hergestellt werden.

Schrittweise Erholung der Kernmärkte im laufenden Geschäftsjahr erwartet
Für 2015 erwartet HC Starck nur eine schrittweise Erholung seiner Kernmärkte: „Unsere zurückhaltende Geschäftserwartung basiert vor allem auf einer sich verfestigenden Wachstumsschwäche unserer Zielindustrien in Europa und in Asien", erklärte Dr. Meier. „Öl- und Rohstoffpreise sowie Währungen entwickeln sich weiterhin stark volatil, die Schwellenländer wachsen langsamer und geopolitische Konflikte bremsen die Weltwirtschaft." Trotz dieser unsicheren Rahmenbedingungen sieht man gute Chancen für 2015, unter anderem durch die Impulse des niedrigen Ölpreises für die verarbeitende Industrie.