SGL: Ausblick auf 2016 beeinflusst durch Preisdruck im Graphitelektrodengeschäft

SGL Carbon wird am 5. November 2015 im Rahmen ihrer Finanzberichterstattung über das erste Dreivierteljahr 2015 ein solides drittes Quartal 2015 in allen Geschäften berichten – einschließlich des Graphitelektrodengeschäftes. Abweichend von den bisherigen Erwartungen wird die erneute Abschwächung in der Stahlindustrie einen negativen Einfluss auf die weitere Profitabilität des Graphitelektrodengeschäfts haben, trotz der bereits umgesetzten und laufenden Kostensenkungsmaßnahmen.

CEO Jürgen Köhler: „Die Situation in der Stahlindustrie ist vergleichbar mit der Lage im Höhepunkt der Finanzkrise 2008/09, mit Kapazitätsauslastungsquoten auf historisch niedrigem Niveau. Die chinesischen Stahlexporte steigen weiter und dämpfen damit die Stahlproduktion weltweit. Darüber hinaus entwickeln sich die Eisenerz- bzw. Schrottpreise weiter zu Ungunsten der Elektrostahlproduktion, da erwartet wird, dass neue Tiefpunkte bei den Eisenerzpreisen erreicht werden. Unter diesen Bedingungen bleibt das Überangebot bei Graphitelektroden bestehen. Diese Entwicklung führt zu einem erneuten Preisdruck“.

Modifizierter Ausblick auf den Geschäftsbereich Performance Products
Demzufolge fangen Kunden an, ihre Graphitelektrodenbestellungen für das vierte Quartal 2015 zu reduzieren bzw. auf Folgequartale zu verschieben. Dementsprechend wird der Ergebnisbeitrag des Geschäftsbereichs Performance Products (PP) im Schlussquartal dieses Jahres voraussichtlich signifikant zurückgehen im Vergleich zu den ersten drei Quartalen dieses Jahres. Damit wird sich – entgegen bisheriger Erwartungen – das EBIT 2015 des Geschäftsbereichs PP nicht mehr erheblich verbessern gegenüber 2014; das 2015 PP EBIT wird nun leicht unter dem Vorjahresniveau von 26 Mio. EUR (vor Sondereinflüssen) erwartet.

Die Prognoseänderung bezieht sich nur auf das Graphitelektrodengeschäft. Die anderen Geschäfte liegen im Rahmen bzw. leicht über den Erwartungen. Infolgedessen bleibt die Konzernprognose unverändert, nach der sich das EBIT 2015 (vor Sondereinflüssen) gegenüber den 3 Mio. EUR aus 2014 deutlich verbessern wird.

Erster Blick auf 2016
Die Planung für 2016 befindet sich noch in einer frühen Phase.

Aus heutiger Sicht werden sich die Geschäftsbereiche Graphite Materials & Systems und Carbon Fibers & Materials sowie auch das Kathodengeschäft im Geschäftsbereich PP im Rahmen der Erwartungen entwickeln. Dagegen wird die erwartete erneute Preiserosion bei den Graphitelektroden eine weitere Verbesserung im EBIT des Geschäftsbereichs PP verhindern. Vielmehr wird für das Graphitelektrodengeschäft ein negatives EBIT erwartet, was zu einem signifikanten Rückgang im EBIT des Geschäftsbereichs PP führen wird.

Der erneute Abschwung im Graphitelektrodengeschäft bestätigt die Strategie, den Geschäftsbereich PP rechtlich zu verselbstständigen, wie am 7. Juli 2015 angekündigt. Darüber hinaus erfordert diese neue Entwicklung eine beschleunigte Umsetzung und gewissenhafte Ausführung der erforderlichen Maßnahmen. Dementsprechend ist das Unternehmen zuversichtlich, dass der technische Trennungsprozess innerhalb des Konzerns deutlich früher als geplant abgeschlossen werden kann, d.h. etwa Mitte 2016. Zusätzlich wird die SGL Group auch den Prozess beschleunigen, die strategischen Optionen für PP zu definieren und umzusetzen.

Gleichzeitig werden weitere Standortoptimierungs- und Kapazitätskürzungsmaßnahmen einschließlich möglicher Standortschließungen sowie ein weiterer Stellenabbau im Rahmen der Umstellung des Geschäftsmodells überprüft. Diese Maßnahmen könnten in 2015 zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen in mittlerer bis hoher zweistelliger Millionen Euro-Höhe erfordern, die erwartungsgemäß größtenteils nicht zahlungswirksam sind.

Da sich der Planungsprozess für 2016 noch in einem frühen Stadium befindet und Gegenmaßnahmen noch final entschieden und umgesetzt sowie bewertet werden müssen, steht noch nicht genau fest, welchen Einfluss die operativen und strukturellen Entwicklungen auf das Konzern-EBIT 2016 haben werden – aus heutiger Sicht wird ein signifikanter Rückgang im EBIT (vor Sondereinflüssen) erwartet.
 

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