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BASF ermittelt CO2-Fußabdruck aller Verkaufsprodukte

Erstes Chemieunternehmen mit transparenten Emissionsdaten für das gesamte Portfolio

28.07.2020 - BASF wird ihren Kunden zukünftig Gesamtwerte der CO2-Emissionen, sogenannte „CO2-Fußabdrücke“, für alle ihre Produkte zur Verfügung stellen.

Der „Product Carbon Footprint“ (PCF) umfasst sämtliche produktbezogenen angefallenen Treibhausgas-Emissionen bis das Produkt das Werkstor Richtung Kunde verlässt: vom eingekauften Rohstoff bis zum Einsatz von Energie in den Produktionsprozessen. „Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind Kernelemente unserer Unternehmensstrategie, die wir konsequent umsetzen. Mit der Berechnung des CO2-Fußabdrucks bringen wir beides zusammen und schaffen für unsere Kunden eine deutlich höhere Transparenz über die spezifischen Emissionen für jedes BASF-Produkt. Damit können wir gemeinsam mit den Kunden Pläne entwickeln, um die CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette bis zum finalen Verbraucherprodukt zu reduzieren“, sagt Vorstandsvorsitzender Martin Brudermüller.

Für einzelne Produkte hat BASF die PCFs bereits seit 2007 berechnet. Mit der selbst entwickelten digitalen Lösung ist man künftig in der Lage, auf globaler Ebene den PCF für ihre rund 45.000 Verkaufsprodukte zu berechnen. Der Konzern startet in den nächsten Monaten mit ausgewählten Produkt- und Kundensegmenten und plant, bis Ende 2021 PCF-Daten für das gesamte Portfolio verfügbar zu machen.

„Auch für unsere Kunden werden Fragen des Klimaschutzes immer wichtiger. Wir können sie künftig mit verlässlichen Daten unterstützen, damit sie ihre Klimaziele erreichen können“, sagt Christoph Jäkel, Head of Corporate Sustainability. „Mit Hilfe der PCFs können unsere Kunden identifizieren, wo die Stellschrauben für die Vermeidung von Treibhausgasemissionen sind. Schon heute bieten wir ihnen durch den Einsatz alternativer Rohstoffe und erneuerbarer Energien die Möglichkeit, den CO2-Fußabdruck ausgewählter Produkte zu reduzieren.“

Ein Beispiel ist der Biomassenbilanz-Ansatz der BASF, bei dem fossile Ressourcen durch erneuerbare Rohstoffe aus organischen Abfällen und Pflanzenölen im Produktionsverbund ersetzt und dem Verkaufsprodukt zugerechnet werden. Ein weiteres Beispiel für die Anwendung des Massenbilanzansatzes ist das Projekt ChemCycling. Seit 2020 bietet das Unternehmen seinen Kunden erste kommerzielle Mengen von Produkten an, für deren Herstellung chemisch recycelte Kunststoffabfälle am Beginn der Wertschöpfungskette als Rohstoff eingesetzt werden. Die BASF-Verkaufsprodukte aus beiden Ansätzen weisen die gleichen Eigenschaften wie die auf Basis rein fossiler Rohstoffe erzeugten Produkte auf – jedoch mit einem geringeren CO2-Fußabdruck.

Klimaschutz ist ein wichtiger Bestandteil der BASF-Strategie. Man hat sich das Ziel gesteckt, die produktionsbezogenen Emissionen bis 2030 trotz weiterem Wachstum konstant zu halten. Dabei verfolgt man einen dreigliedrigen Ansatz aus Steigerung der Produktions- und Prozesseffizienz, Einkauf von Strom aus erneuerbaren Quellen und der Entwicklung grundlegend neuer und emissionsarmer Verfahren.

Vergleichbare Standards notwendig
BASF nutzt Methoden der Nachhaltigkeitsbewertung seit 25 Jahren. Dazu zählen die Erhebung und Aufbereitung von Daten für die Messung von Nachhaltigkeitsbeiträgen, wie sie heute beispielsweise auch in der SEEBalance oder dem Sustainable Solution Steering genutzt wird. Die PCF-Berechnung bei BASF stützt sich auf umfangreiche Daten aus der Erhebung von Emissionen im eigenen Produktionsnetzwerk und auf qualitativ hochwertige Durchschnittsdaten für eingekaufte Rohstoffe sowie zugekaufte Energie. Die Methode folgt allgemeinen Standards für Lebenszyklus-Analysen wie beispielsweise ISO 14044 und ISO 14067 sowie dem Greenhouse Gas Protocol Product Standard.

Das Unternehmen setzt sich für die Einführung produktspezifischer Vorgaben für die Berechnung von PCFs in der chemischen Industrie ein, um industrieweit gleiche Grundlagen für die Berechnung und somit eine Vergleichbarkeit für Produkte zu schaffen. „Hier arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen, um eine Standardisierung voranzubringen“, so Jäkel.

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