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Bayer investiert in biologischen Pflanzenschutz

31.07.2012 -

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer greift für den Ausbau seines Pflanzenschutzgeschäfts tief in die Tasche. Für 425 Mio. US-$ übernimmt der Konzern das US-Unternehmen AgraQuest mit Sitz in Kalifornien. AgraQuest stellt auf Basis von Mikroorganismen Pflanzenschutzmittel her, die beispielsweise im Obst- und Gemüseanbau angewendet werden. Das Unternehmen setzte zuletzt rund 40 Mio. US-$ um und zählt 250 Beschäftigte.

Bayer verspricht sich von der Übernahme eine deutliche Stärkung seines Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln auf biologischer Basis. Dazu zählen Präparate, die mittels Bakterien Schadpilze bekämpfen. Im Obst- und Gemüseanbau gibt es eine hohe Nachfrage nach chemikalienfreien Mitteln zur Schädlingsbekämpfung. Bei biologischen Präparaten ist zudem das Risiko geringer, dass die Schädlinge mit der Zeit Resistenzen entwickeln.

„Der wachsende Markt für Obst und Gemüse, auf den heute über 25 % unseres Umsatzes entfallen, ist für uns von strategischer Bedeutung", erklärte Sandra E. Peterson, CEO von Bayer CropScience. In diesem Geschäftsfeld wolle Bayer 2020 auf rund 3 Mrd. € Jahresumsatz kommen. Mit dem Zukauf unterstrich der Konzern seine Wachstumsambitionen. Bayer ist mit seiner Tochter Nunhems der weltgrößte Anbieter von Gemüsesaatgut.

AgraQuest hat mehrere biologische Produkte auf dem Markt, die Pflanzen vor Pilz- oder Insektenbefall schützen. Die Mittel finden auch in der Gartenpflege sowie in der Tiermedizin Verwendung. Bayer hat im Geschäft mit biologischen Pflanzenschutzpräparaten derzeit lediglich in den USA ein Mittel für den Einsatz bei Mais, Baumwolle und Soja auf dem Markt. AgraQuest besitzt Produktionsanlagen im mexikanischen Tlaxcala sowie Forschungseinrichtungen im kalifornischen Davis.

Die Bayer-Pflanzenschutzsparte CropScience hat sich zuletzt als die Ertragsperle von Bayer erwiesen. Hier konkurrieren die Leverkusener u.a. mit Syngenta aus der Schweiz. Der Bayer-Teilkonzern kommt derzeit mit 21.000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz 7,26 Mrd. €.