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Bayer will norwegischen Pharmapartner Algeta kaufen

26.11.2013 -

Bayer will mit einer milliardenschweren Übernahme in Norwegen seine Geschäfte in der Krebsmedizin stärken. Knapp 1,8 Mrd. € legt Deutschlands größter Arzneimittelhersteller für die in Oslo ansässige Pharmafirma Algeta auf den Tisch. Die Leverkusener arbeiten bereits mit Algeta bei der Krebsarznei Xofigo zusammen - einem potenziellen Blockbuster. Klappt die Übernahme des Kooperationspartners bekäme Bayer-Chef Marijn Dekkers volle Kontrolle über den Hoffnungsträger. Zudem könnten die Forschungen der Norweger in der Krebsmedizin in einigen Jahren zu neuen lukrativen Medikamenten führen.

"Wir haben ein vorläufiges Angebot für Algeta abgegeben", sagte ein Bayer-Sprecher am Dienstag, ohne weitere Details zu nennen. Nach Angaben von Algeta bietet Bayer 336 NOK (umgerechnet rund 40 €) je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 27% auf den Algeta-Schlusskurs vom Montagabend. Die Transaktion hätte damit ein Gesamtvolumen von knapp 1,8 Mrd. €. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium. Es sei daher nicht sicher, dass das Angebot auch zu einer Übernahme führen werde, erklärte Algeta.

An der Börse in Oslo schoss die Algeta-Aktie um mehr als 30% auf 345,5 NOK in die Höhe und übertraf damit den Preis in der Offerte. Investoren rechnen offenbar damit, dass die 336 NOK noch nicht das letzte Wort sind. Für Biotech-Unternehmen seien häufig Aufschläge von 50 bis 60% gezahlt worden, kommentierte das Bankhaus UBS. "Da Bayer eine Prämie von 27% bietet, glauben wir, dass das zu wenig ist, damit Investoren die Offerte als attraktiv bewerten." Die UBS-Analysten rechnen daher mit einer Anhebung. Die im Dax notierte Bayer-Aktie pendelte um ihren Vortagesschlusskurs.

Hoffungsträger Xofigo
Die Firmenzentrale von Algeta ist in Oslo, in den USA besitzt das Unternehmen eine Vertriebstochter, die von Cambridge aus operiert. Im dritten Quartal setzte Algeta 55 Mio. NOK um nach 60 Mio. im Jahr zuvor. Der Nettoverlust kletterte auf 98 Mio. NOK von 39 Mio. NOK vor Jahresfrist. Vor allem gestiegene Forschungskosten und der Aufbau eines Vertriebs in den USA stehen hinter dem höheren Verlust. Algeta hatte zuletzt 175 Beschäftigte.

Bayer und Algeta arbeiten seit 2009 bei dem Prostatakrebsmittel Xofigo zusammen. Das Präparat zählt zu den fünf wichtigsten neuen Arzneien der Leverkusener. Konzernchef Dekkers traut Xofigo - alle Therapiefelder zusammengenommen - mehr als 1 Mrd. € Umsatz im Jahr zu. Xofigo gibt radioaktive Alphastrahlung ab und soll so gezielt gegen Krebszellen in den Knochen wirken. Erst unlängst wurde die Arznei in Europa zur Behandlung von Prostatakrebs-Patienten mit Knochenmetastasen zugelassen. In den USA ist Xofigo bereits auf dem Markt. Bayer ist weltweit für die Entwicklung und Vermarktung von Xofigo verantwortlich. In den USA vertreiben Algeta und Bayer das Medikament gemeinsam, Algeta erhält die Hälfte der Einnahmen. Außerhalb der USA bekommt Algeta erfolgsabhängige Zahlungen und wird von Bayer an den Umsätzen beteiligt.

Algeta arbeitet darüber hinaus an Krebspräparaten, die auf der radioaktiven Substanz Thorium 227 basieren. Dabei kooperieren die Norweger unter anderem mit dem französischen Sanofi -Konzern und mit der belgischen Biotechfirma Ablynx. Thorium 227 ist eine nach dem nordischen Donnergott Thor benannte Substanz, die wie der Xofigo-Wirkstoff radioaktive Alpha-Strahlung abgibt. Algeta will Thorium 227 in zielgerichteten Krebstherapie einsetzen. Den Plänen zufolge soll Ende 2014 ein Wirkstoff die Phase der klinischen Entwicklung erreicht werden.

 

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