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Bilfinger hat 2017 ein stabiles Fundament für die Zukunft gelegt

14.02.2018 -

Der Industriedienstleister Bilfinger hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 ein stabiles Fundament für künftiges nachhaltiges Wachstum gelegt. In einem weiter schwierigen Marktumfeld stieg der Auftragseingang organisch erstmals nach drei rückläufigen Jahren an. Eine Trendumkehr zeigt sich auch bei der Leistung: Im dritten und vierten Quartal wuchs der Konzern wieder organisch. Damit liegt die Leistung des Gesamtjahres über den Erwartungen.

Der Auftragseingang des Bilfinger Konzerns hat im Geschäftsjahr 2017 mit 4.055 Mio. EUR die Höhe des Vorjahreswerts erreicht, organisch ist er um 4% gewachsen. Der Auftragsbestand zum Jahresende belief sich auf 2.530 Mio. EUR und lag damit um 3% unter dem Wert des Vorjahres (organisch: +2%). Die Leistung sank um 5% auf 4.024 Mio. EUR, der Rückgang fiel somit geringer aus als erwartet. Organisch war die Leistung im Vergleich zum Vorjahr stabil.

Im Geschäftsfeld Engineering & Technologies ist der Auftragseingang mit 1.074 Mio. EUR erwartungsgemäß zurückgegangen, die Leistung reduzierte sich ebenfalls wie erwartet auf 1.106 Mio. EUR. Im Segment Maintenance, Modifications & Operations ist der Auftragseingang dagegen auf 2.535 Mio. EUR gewachsen, die Leistung stieg leicht auf 2.515 Mio. EUR.

Das bereinigte EBITA lag am Jahresende bei 3 Mio. EUR. Hier schlug sich die Risikovorsorge für Altprojekte in USA in Höhe von rund 50 Mio. EUR nieder. Im Geschäftsfeld Engineering & Technologies verbesserte sich das bereinigte EBITA trotz der Verluste aus den Altprojekten leicht auf -26 Mio. EUR. Im Geschäftsfeld Maintenance, Modifications & Operations sank das bereinigte EBITA auf 98 Mio. EUR. Ursachen waren ein schwächeres Turnaroundgeschäft und Belastungen durch Rahmenverträge mit Neukunden in der Anlaufphase.

Das Konzernergebnis lag bei -89 Mio. EUR. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Vorjahreswert von 271 Mio. EUR einen Veräußerungsgewinn von 539 Mio. EUR aus dem Verkauf der Divisionen Building, Facility Services und Real Estate enthält. Das um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen und Firmenwerte sowie um Sondereinflüsse bereinigte Konzernergebnis betrug nahezu unverändert -9 Mio. EUR.

Die Kapitalrendite (ROCE) hat sich auf vergleichbarer Basis verbessert, war aber mit -5,5% weiterhin negativ. Auch Free Cashflow (-181 Mio. EUR) und bereinigter Free Cashflow (-69 Mio. EUR) zeigten negative Werte, verbesserten sich jedoch gegenüber dem Vorjahr.
Mit Blick auf die solide Bilanz sowie die geplante positive Unternehmensentwicklung beabsichtigt der Vorstand – vorbehaltlich einer entsprechenden Beschlussfassung des Aufsichtsrats – der Hauptversammlung trotz des negativen bereinigten Konzernergebnisses vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 1,00 EUR je Aktie auszuschütten. Gemessen am Jahresschlusskurs 2017 ergibt sich eine Dividendenrendite von 2,5%.

Ausblick
Im Geschäftsjahr 2018 geht Bilfinger von einem organischen Wachstum des Auftragseingangs im mittleren einstelligen%bereich aus. Das Unternehmen berichtet mit Beginn des Geschäftsjahres nicht mehr nach Leistung, sondern nach Umsatzerlösen. Nachdem sich der Konzernumsatz im Berichtsjahr mit 4.044 Mio. EUR besser als erwartet entwickelt hatte, geht Bilfinger aufgrund des nun höheren Ausgangsniveaus für 2018 von organisch stabilen bis leicht wachsenden Umsatzerlösen aus.

Für das bereinigte EBITA (Berichtsjahr: 3 Mio. EUR) rechnet der Konzern mit einer deutlichen Steigerung auf einen Wert im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Hierin enthalten ist eine Steigerung der Aufwendungen um rund 20 Mio. EUR für verstärkte Aktivitäten im Business Development, insbesondere für die Weiterentwicklung und die Markteinführung des Digitalisierungs-Angebots. Auch diese Aktivitäten werden zur Beschleunigung des Wachstums in den kommenden Jahren beitragen. Kapitalrendite und Free Cashflow werden sich ebenfalls deutlich verbessern, beide Werte werden 2018 jedoch bedingt durch Sondereinflüsse nochmals negativ sein.

CEO Tom Blades: „Wir haben Bilfinger strukturiert, stabilisiert und robuster aufgestellt. Unsere Strategie 2020 greift. Der Fortschritt ist erkennbar und die operativen Schritte nach vorne werden größer.“

Wachstumstreiber Digitalisierung – Investitionen in Geschäftsentwicklung
In der Digitalisierung der Prozessindustrie sieht Bilfinger einen wesentlichen Wachstumstreiber des Konzerns für die kommenden Jahre. Großer Nachholbedarf besteht insbesondere bei mittelständischen Unternehmen der Branche. Bilfinger ist mit seinen Technologien in der Lage, die Effektivität einer Anlage deutlich zu erhöhen, die Instandhaltungskosten zu verringern und ungeplante Stillstandzeiten zu reduzieren. Das zugrunde liegende Konzept zur Digitalisierung der Prozessindustrie heißt „BCAP“ (Bilfinger Connected Asset Performance).

„Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es ein solches Angebot derzeit nicht. Mit BCAP stoßen wir deshalb in eine Marktlücke. Wir bieten Beratung, digitale Vernetzung, Datenerfassung und -analyse sowie vorausschauende Instandhaltung aus einer Hand. Davon erhoffe ich mir einen deutlichen Wachstumsschub, denn wir sind bereits dort, wo Digitalisierung gebraucht wird“, sagt Blades.

Um Wachstumspotenziale zu heben, investiert der Konzern im Geschäftsjahr 2018 daher zusätzlich rund 20 Mio. EUR. Diese entfallen auf den Ausbau des Leistungsspektrums vor allem im Bereich Digitalisierung sowie auf die strategische Geschäftsentwicklung.

Zügige Umsetzung der Strategie 2020 – Portfoliobereinigung weit fortgeschritten Bei der Umsetzung der Strategie 2020 durchläuft Bilfinger die drei Phasen Stabilisierung, Aufbau und Ausbau. Dabei wurden wichtige Meilensteine erreicht. Das Unternehmen befindet sich aktuell in der weit fortgeschrittenen Phase der Stabilisierung und ist auf dem Sprung in die Aufbauphase.

Außerdem wurden bei der Bereinigung des Portfolios in den vergangenen Monaten weitere Fortschritte erzielt. Von den 13 zum Verkauf stehenden verlustbringenden Gesellschaften, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, sind bis dato zehn Gesellschaften veräußert worden. Bis Mitte 2018 soll dieser Prozess für alle 13 Einheiten wie geplant abgeschlossen sein.

Internes Fitnessprogramm – Compliance, IT-Systeme, BTOP
Um die Konzernstrukturen und -prozesse fit für die Zukunft zu machen, hat Bilfinger konzernweite Programme aufgesetzt, zu denen auch „BTOP“ zählt. Ziel von BTOP ist es, die Stärken des Konzerns unternehmensweit besser auszuschöpfen. B steht dabei für Bilfinger und Top für die Initiativen, mit denen Verbesserungsprozesse innerhalb des Konzerns angestoßen werden.

Hohe Investitionen fließen parallel auch in die Harmonisierung und Verbesserung der IT- und Prozess-Landschaft, um die Effektivität der Systeme und die Flexibilität zu erhöhen. Über drei Jahre verteilt belaufen sich die Investitionen auf mehr als 50 Mio. EUR. Unterstützend wirkt hierbei auch die Reduktion der Anzahl von Legaleinheiten, die zum Jahresende das Zwischenziel von 200 mit 196 leicht unterschritten haben. Hierbei geht es insbesondere auch um operativ tätige Einheiten, die durch Fusionen nicht nur die Vertriebs- und Verwaltungskosten senken, sondern auch einen einheitlichen Marktauftritt forcieren.

Im Geschäftsjahr 2017 wurde auch im Bereich Compliance sehr viel erreicht. Das Unternehmen befindet sich auf gutem Wege, ein erstklassiges Compliance-System zu haben. Hierzu gehören z.B. etablierte, konzernweit einheitliche Prozesse und Systeme, regelmäßige Schulungen aller relevanten Mitarbeiter sowie das konsequente Verfolgen interner wie externer Verdachtsmeldungen. Der Anspruch ist im Konzernleitbild festgeschrieben: Bei Integrität und Arbeitssicherheit werden keine Kompromisse eingegangen.

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