Strategie & Management

Chemie „Made in Europe“

Haben europäische Chemieunternehmen eine Chance, um im sich radikal verändernden Marktumfeld zu wachsen?

29.11.2017 -

In den nächsten 15 Jahren wird sich die globale Chemie- und Pharmaproduktion von derzeit ca. 3,6 Bio. EUR auf knapp 6,5 Bio. EUR annähernd verdoppeln. Laut aktueller VCI-Prognos-Studie wird die weltweite Chemienachfrage jährlich um 3,4 % steigen. Asien wird von diesem Wachstum überproportional profitieren, während der Umsatzanteil europäischer Firmen am Weltmarkt von 19 auf 14 % zurückgeht.

Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Nachteile bei den Rohstoff-und Energiekosten im Vergleich zum Mittleren Osten und den USA, die Verschiebung der Nachfrage nach Asien sowie ausgeprägte regulatorische Anforderungen in Europa wie REACh. Unter diesen Randbedingungen bilden sich in Asien und im Mittleren Osten neue Chemieparks, die unseren in nichts nachstehen.

Auf Innovation und Know-how setzen

Haben europäische Chemieunternehmen eine Chance, um in diesem sich radikal verändernden Marktumfeld zu überleben oder sogar zu wachsen? Ja, die haben sie, denn neben Rohstoff- und Energiekosten spielen auch andere Faktoren in unserer Branche eine wichtige Rolle! Regulatorisch folgen die asiatischen Märkte dem europäischen Vorbild, teilweise sogar mit verschärften Bedingungen. Die Durchsetzung von Strafmaßnahmen bei Umwelt- und Zulassungsvergehen hat sich insbesondere in China verschärft: Im vergangenen Jahr wurden viele Chemiefirmen dauerhaft geschlossen. Auch bei den Lohnkosten gibt es eine Annäherung. Ein gut ausgebildeter Ingenieur im chinesischen Hangzhou, verdient ähnlich viel wie einer in Europa. Bei anderen Standortfaktoren, wie z. B. den Rohstoffkosten, gibt es eine solche Annäherung mit den Wachstumsmärkten aber nicht. Wir können jedoch reagieren, indem wir unsere Chemie evolutionieren: Wir müssen hin zu einer wissensbasierten Chemieindustrie, die unsere Innovationskraft und die gut ausgebauten Chemiepark-Netzwerke in den Vordergrund stellt. Komplizierte Moleküle, etwa im Bereich Life Sciences, können auch zukünftig in Europa profitabel wachsen. Es zählen Schutz des Know-hows, Compliance, Innovation sowie eine verlässliche, effiziente und reibungslose Geschäftsabwicklung.

Wenn die europäische Chemieindustrie die Standortvorteile nutzt, werden wir weiter wachsen.

Aus Deutschland weltweit erfolgreich

Saltigo ist einer der weltgrößten Custom Manufacturer – und alle unsere Produktionsanlagen befinden sich in Deutschland. Wir stellen komplexe Vorstufen und Wirkstoffe für Pflanzenschutzmittel, Pharmazeutika und Feinchemikalien her. 20 % unserer 1.250 Mitarbeiter arbeiten entweder in der Forschung oder im Ingenieurwesen – das ermöglicht sofortigen Transfer der Kundenprojekte in unsere Anlagen. Außerdem sind in jedem Betrieb zusätzlich Prozessmanager und Chemiker tätig, die sich um die kontinuierliche Verbesserung der Produktion kümmern. Kurze Wege sind einer unserer Erfolgsfaktoren: Unsere Anlagen befinden sich alle in einem Umkreis von 20 km. Zwischenprodukte können per Rohrleitung zur Weiterverarbeitung in andere Betriebe befördert werden, das spart Kosten. Die zentrale Analytik ist mit den Betrieben über ein effizientes Rohrpostsystem verbunden, damit ein schneller Probentransport in das Prüflabor erfolgen kann. Dadurch liegen Analyseergebnisse in kürzester Zeit vor. Das Netzwerk aus insgesamt zehn Betrieben ermöglicht jede nur denkbare Art von Chemie – von Phosgenierung über Hochdruckhydrierung bis hin zu Tiefkältereaktionen. Es können selbst komplizierteste Moleküle im Verbund hergestellt werden. Auf dieser Anlagenbasis entwickeln unsere Chemiker Prozesse und konstruieren Moleküle quasi wie beim Spielen mit Bausteinen. In den vergangenen Jahren haben wir viele Aufträge gegen Wettbewerber aus Asien gewonnen – trotz der viel zitierten Standortvorteile der Asiaten. Anstatt uns aus Deutschland zurückzuziehen investieren wir hier – aktuell in Leverkusen 60 Mio. EUR, um unsere Synthesekapazitäten für Kundenprojekte um etwa ein Drittel zu erweitern.

Europas Stärken stärken

Wenn die europäische Chemieindustrie die Standortvorteile nutzt und das Geschäft in Richtung hoher Wertschöpfung entwickelt, werden wir weiter wachsen. Unsere gut ausgebauten Chemieparks und Produktionsnetzwerke sind vor allem bei langen Produktionsketten ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Und: Wir müssen auch weiterhin die besten Köpfe gewinnen, vor allem Chemiker, Ingenieure und technisch begabte Verkäufer, um diese Vorteile gewinnbringend einzusetzen. Zusammen mit unserer Compliance-Kultur und unserem Vorsprung in Umwelttechnologien haben wir dann die besten Argumente, damit sich unsere Kunden auch zukünftig für Chemie „Made in Europe“ entscheiden.

Kontakt

Saltigo

Chempark
51369 Leverkusen
Deutschland

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