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Chemielogistik - Verbindungen für beste Ergebnisse

Europäisches Logistiknetzwerk für die Chemie soll bei Dachser weiter wachsen

23.09.2010 -

Unter den großen Logistikdienstleistern ist Dachser eines der wenigen Familienunternehmen. Das Logistikunternehmen hat ein umfangreiches europäisches Netzwerk aufgebaut, in das auch sehr spezifische Lösungen für die chemische Industrie mit eingebunden sind. Es wird sehr großer Wert auf die Einhaltung von für den Kunden nachvollziehbaren Standards in den Einzellösungen geachtet, die sich auch in Sicherheits- und Schulungsroutinen niederschlagen. Dr. Sonja Andres sprach mit Michael Kriegel, Head of Dachser Chem-Logistics, über einzelne Aspekte dieser Branchenlösung.

CHEManager: Herr Kriegel, was verlangt die chemische Industrie nach Ihren Erfahrungen von einem Logistikdienstleister?

M. Kriegel: Kaum eine Logistiklösung ist anspruchsvoller als die der chemischen Industrie. In der Chemielogistik sind Spezialisten gefragt, die die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Bedürfnisse der Kunden kennen und diese in optimale Logistikkonzepte umsetzen.


Seit drei Jahren bietet Dachser eine spezifische Branchenlösung für die chemische Industrie an? Welche internen Voraussetzungen bringt das Unternehmen mit, um diese Leistungen erfüllen zu können?

M. Kriegel: In der Logistik ist es wie in der Chemie: Wer sein Ziel erreichen will, muss wissen, welche Verbindungen zum besten Ergebnis führen.
Seit Jahrzehnten bietet Dachser qualitativ hochwertige Logistiklösungen für Kunden unterschiedlicher Branchen an. Unser Ziel war es, ein spezifisches Logistikkonzept zu entwickeln, das die Anforderungen der chemischen Industrie optimal erfüllt. Standardisiert und doch individuell, den Anforderungen der chemischen Industrie gerecht werdend. Unsere Stärken und Erfahrungen als international tätiger Logistikdienstleister mit den individuellen Anforderungen der chemischen Industrie zu verbinden, war die Herausforderung bei der Erarbeitung unserer Branchenlösung Dachser Chem-Logistics. Diese steht auf 2 Säulen: dem standardisierten Logistik-Know-how sowie dem individuellen Chemielogistik-Know-how.

Welche Rolle spielt unter diesem Aspekt das europaweite Netzwerk, das Dachser über die Jahre errichtet hat und wie ist die Branchenlösung Chemie hier eingebunden?

M. Kriegel: Unsere Branchenlösungen sind als Querschnittsfunktionen über die Geschäftsfelder angesiedelt. Generell erfolgt die Leistungserstellung im engmaschigen europaweiten Dachser-Netzwerk. Als eines der wenigen Familienunternehmen unter den „Big Players" der Logistik in Europa bietet Dachser seinen Kunden ein europaweit flächendeckendes Netzwerk aus 161 eigenen Niederlassungen. Ergänzt wird dieses durch langjährige Partnerschaften. Das Netzwerk ist organisiert in einer intelligenten Kombination aus Direktverkehren, Plattformen sowie Hub-Lösungen und es verfügt über europaweit einheitliche Standards in der logistischen Abwicklung.
Besonders ist die Produktfamilie „Entargo" hervorzuheben. „Entargo" bietet unseren Kunden europaweit die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse bezüglich der Laufzeiten flexibel zu bestimmen, je nachdem, ob es besonders schnell gehen soll, ein bestimmter Liefertermin eingehalten werden muss oder ob man zeitlich flexibel ist. Mit dieser Lösung bieten wir ein grenzüberschreitendes einheitliches Leistungsspektrum mit gleichbleibend hohem Qualitätsstandard.

Das Stichwort „Transparenz" taucht in einer funktionierenden Beziehung zwischen Auftraggeber, Lieferant und Dienstleister immer wieder auf? Wodurch ist Transparenz in Ihren Abläufen gewährleistet?

M. Kriegel: Einen wichtigen Baustein in unseren standardisierten Logistiklösungen stellen unsere selbst entwickelten und ausgefeilten IT Systeme dar. Mit diesen vielfältigen Lösungen können wir weltumspannende logistische Prozesse der Supply Chain transparent darstellen und so unsere Kunden auf allen Stationen der Wertschöpfungskette unterstützen. Die Kernkompetenz von Dachser ist dabei das Schnittstellenmanagement, mit dem die Bedürfnisse und Systeme der Kunden optimal integriert werden. Hiermit werden wir den hohen Prozessanforderungen in der chemischen Industrie gerecht.
Unser Ziel ist es, gemeinsam mit und für unsere Kunden zukunftsfähige Logistiklösungen zu entwickeln. Eines unserer Innovationsprodukte aus dem Bereich IT ist beispielsweise Active Report, unser hauseigenes Supply-Chain-Event-Managementsystem. Bei eventuellen Abweichungen im Sendungsverlauf, wie Annahmeverweigerungen, Fehlmengen oder Laufzeitüberschreitungen, erstellt dieses Managementsystem einen automatischen Bericht an alle Beteiligten. Mit Hilfe des Berichts lassen sich umgehend Gegenmaßnahmen einleiten. Active Report steigert somit pro aktiv die Qualität unserer Logistik-Kette.

Der Umgang mit Gefahrgut verlangt hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Welche Maßnahmen werden getroffen, um Standards einerseits zu erreichen und sie andererseits zu erhalten?

M. Kriegel: Um im Umgang mit gefährlichen Gütern immer den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstand zu halten, stellt sich das Unternehmen regelmäßig der Überprüfung nach dem vom Verband der europäischen chemischen Industrie (Cefic) entwickelten SQAS-Fragenkatalog. Dachser konnte hier europaweit in diversen Niederlassungen sehr positive Bewertungen erzielen. SQAS ist unserer Meinung nach die Grundvoraussetzung, um als Dienstleister für die chemische Industrie zu agieren.
Darüber hinaus verfügt Dachser über einheitliche, zentral organisierte Sicherheits-, Qualitäts- und Umweltschutzstandards und hält strikt Arbeits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen beim Transport chemischer Güter ein. Dies impliziert beispielsweise regelmäßige Schulungen zur Ladungssicherung, die durchgängige Verwendung von entsprechenden Ladungssicherungsmitteln, die Bereitstellung von Bergungsmaterial und Schutzausrüstung, die Überwachung von Beförderungs- Zusammenladeverboten mit entsprechenden Abfertigungssperren und vorbeugende Brandschutzmaßnahmen.
Unsere Verantwortung gilt sowohl der Qualität unserer Dienstleistung als auch dem Schutz von Mitarbeitern, Umwelt, der Öffentlichkeit und den uns anvertrauten Waren.

Chemielogistik ist anspruchsvoll und fordert von den Beschäftigten in Schlüsselfunktionen hohes Spezialwissen. Wie halten Sie bei den Mitarbeitern den Wissenstand hoch bzw. generell die Mitarbeiterschaft auf dem Laufenden?

M. Kriegel: Die Kollegen in den Niederlassungen werden von den Mitarbeitern aus der Branchenlösung Dachser Chem-Logistics unterstützt. Hier sind Spezialisten tätig, die, neben Logistik-Know-how, über Wissen zu Gesetzen, Verordnungen, Vorschriften und technische Regelungen für den Transport, die Lagerung und den richtigen Umgang mit chemischen Produkten verfügen.
Ein zentraler Gefahrgutbeauftragter auf Konzernebene sowie mehr als 125 regional zuständige Gefahrgutbeauftragte in den Niederlassungen überwachen die Einhaltung der nationalen und internationalen Vorschriften sowie der internen Dachser-Gefahrgutrichtlinien. Bislang wurden mehr als 550 verantwortliche Personen im Umgang mit Gefahrgut aus- und fortgebildet. Über den Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Fortbildungsmaßnahmen hinaus finden zusätzlich interne Schulungen statt. Alles in allem nehmen pro Jahr mehr als 7.500 Mitarbeiter daran teil.
Das Thema Aus- und Weiterbildung besitzt im Unternehmen insgesamt einen hohen Stellenwert. So haben wir beispielsweise vor eineinhalb Jahren die Dachser Academy in Köln gegründet.

Hat sich die vor ca. einem Jahr geschlossene Einkaufskooperation mit dem Verband der chemischen Industrie, VCI für Ihr Unternehmen positiv ausgewirkt?

M. Kriegel: Mit Dachser Chem-Logistics bieten wir maßgeschneiderte Logistikdienstleistungen speziell für die Chemiebranche. Grundlagen für diese Branchenlösung sind - wie bereits angesprochen - das spezifische Chemielogistik-Know-how sowie unsere standardisierten Produktionsprozesse. Der erfolgreiche Abschluss der Ausschreibung des Verbandes der chemischen Industrie, die über den gesamten Logistikmarkt gestreut war, bestätigt unser Konzept.
Die Zusammenarbeit zwischen dem VCI, seinen Mitgliedsunternehmen und Dachser verläuft äußerst positiv. Dies zeigt auch der Zuspruch den wir seit Vertragsbeginn von den Mitgliedsunternehmen erhalten haben.

Konnte die Branchenlösung Chemie im Leistungsangebot von Dachser bislang die Erwartungen erfüllen, die in sie gesetzt wurden?

M. Kriegel: Die Leistungserstellung der Branchenlösung Dachser Chem-Logistics erfolgt innerhalb unseres engmaschigen und leistungsstarken Logistiknetzwerkes, so dass die Qualität genauso hoch ist, wie es unsere Kunden seit Jahrzehnten gewohnt sind. Hier greift unsere Philosophie das individuelle Chemielogistik-Know-how mit unseren standardisierten Logistiklösungen zu verbinden. Auch wirtschaftlich konnten wir mit unserer Branchenlösung unsere Erwartungen erfüllen.


Wie sehen Sie die Zukunft im Zusammenspiel zwischen Chemieindustrie und Logistikdienstleister? Wo finden sich hier Chancen für beide Seiten?

M. Kriegel: Auch in der chemischen Industrie konzentrieren sich Unternehmen verstärkt auf Ihre Kernkompetenzen und vergeben die Logistik an externe Dienstleister. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen wird.
Und hierauf sind wir gut vorbereitet. Dachser wird sein europäisches und internationales Netz weiter ausbauen. Den Ausbau der Infrastruktur plant Dachser über die nächsten fünf Jahre mit einem Investitionsvolumen von 1 Mrd. €.
Im Geschäftsfeld European Logistics definiert unsere Wachstumsstrategie „Mobile 2015" die nächsten Jahre. In 14 europäischen Märkten außerhalb Deutschlands soll über ein jährliches durchschnittliches Wachstum von über 10 % bis 2015 ein Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro erzielt werden, hierzu wird auch Dachser Chem-Logistics einen Beitrag leisten. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit der europäischen chemischen Industrie zu wachsen.

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