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Erster Energieeffizienz-Index für die deutsche Industrie erschienen

19.12.2013 -

Wie energieeffizient produziert die deutsche Industrie heute? Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart veröffentlicht erstmals zum 20. Dezember 2013 in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Energie-Agentur (dena) und dem TÜV Rheinland den Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie. Er beleuchtet die aktuelle Lage der Energieeffizienz in der Industrie und wirft einen Blick in die Zukunft. Der neue Index wird nun halbjährlich online veröffentlicht. Das Ergebnis der ersten Umfragerunde: Zu wenig Investitionen - zu hohe Anforderungen an Amortisationszeiten - zu kleine Budgets.

Investitionen in die Energieeffizienz sind häufig hochrentabel. Doch die deutsche Industrie investiert noch viel zu wenig. Die meisten der befragten Unternehmen haben kein festes Budget für Effizienzmaßnahmen. „Den Verantwortlichen ist die hohe Bedeutung und das wirtschaftliche Potenzial von Energieeffizienz-Maßnahmen sehr wohl bewusst, doch die geforderte Amortisationszeit von drei bis höchsten fünf Jahren greift viel zu kurz", so Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion an der Universität Stuttgart. Die aktuelle Auswertung der Umfrage hat bestätigt, dass Unternehmen, die nach der Total-Cost-of-Ownership-Methode rechnen, um vieles mehr in Energieeffizienzmaßnahen investieren, als diejenigen Unternehmen, die nur auf ihre Jahresbilanzen schauen.

Jeder Euro, der in Effizienzmaßnahmen gesteckt wird, kommt nicht nur der Umwelt, und dem Unternehmen, sondern der deutschen Wirtschaft und den Arbeitsplätzen vor Ort zugute. Denn die deutschen Maschinenbauer produzieren zum Beispiel die Pumpen zur Wärmerückgewinnung, sie stellen Technologien für eine Reduzierung des Energieverbrauchs und für die Rückgewinnung von Energie und Material (in dem ja ebenfalls viel Energie steckt) zur Verfügung. Mit dem reduzierten Energieverbrauch werden die deutschen Produkte aber nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch günstiger - ein erheblicher Wettbewerbsvorteil im globalen Markt.

„Gefragt ist jetzt ganz klar die Politik", so Heinz Dürr, einer der beiden Stifter und erster Beiratsvorsitzender des EEP. „Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht die Energieeffizienz weit oben auf der Agenda, sie wird als zweite Säule einer nachhaltigen Energiewende bezeichnet. Es gibt sogar einen „Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz". Aber ohne konkrete Förderinstrumente für entsprechende Investitionen kommen wir nicht schnell genug voran mit der Energiewende, das hat die erste Auswertung des Index klar gezeigt. Was wir jetzt rasch brauchen, sind politische Rahmeninstrumente wie Sonderabschreibungsmöglichkeiten und eine branchenspezifische Förderung für Energieeffizienzmaßnahmen."

Eine Studie des EEP hat gezeigt, dass es in vielen Branchen und Sektoren noch enormes Potenzial für die Reduzierung des Energieverbrauchs gibt. Mit dem neuen Energieeffizienz-Index sollen Politik und Öffentlichkeit nun regelmäßig daran erinnert werden, sie auch zu heben.

Der neue Index liefert halbjährlich Benchmarking-Daten für produzierende Unternehmen mit dem Ziel, der Politik regelmäßig ein Feedback über die Situation in der produzierenden Industrie Deutschlands zu geben. Schließlich können aus den Daten Handlungsbedarfe für die Forschung abgeleitet werden.

Der Index lehnt sich an die Systematik des Geschäftsklimaindexes des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) an.

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