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Fallende Preise machen Lenzing zu schaffen

13.03.2020 -

Trotz einer allgemein schwierigeren Nachfragesituation bei Textilfasern und drastisch gefallener Preise für Standardviscose verzeichnete die Lenzing Gruppe auch 2019 eine solide Geschäftsentwicklung. Die disziplinierte Umsetzung der Unternehmensstrategie sCore TEN und der Fokus auf Spezialitäten wirkten sich erneut positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus und der Effekt der historisch schwierigen Marktbedingungen konnte deutlich gemindert werden.

Die Umsatzerlöse verringerten sich im Berichtsjahr von 2,18 Mrd. EUR um 3,3% auf 2,11 Mrd. EUR. Die Ursachen dafür lagen primär in den niedrigeren Faserverkaufspreisen und in einem leichten Rückgang der Absatzmenge für Standardfasern. Durch die weitere Optimierung des Produktmix und höhere Preise für Spezialfasern konnte der Rückgang der Umsatzerlöse weitgehend kompensiert werden. Der Anteil der Spezialfasern stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 45,5 auf 51,6%. Die Ergebnisentwicklung war weitgehend vom Rückgang der Umsatzerlöse, aber auch von negativen Währungseffekten auf Material- und Personalkosten beeinflusst: Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) verringerte sich von 382 Mio. EUR um 14,4% auf EUR 326,9 Mio. Die EBITDA-Marge ging von 17,6% auf 15,5% zurück. Der Jahresüberschuss lag mit 114,9 Mio. EUR um 22,4% unter dem Vorjahreswert von 148,2 Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf 4,63 EUR (2018: 5,61 EUR).

Der Vorstand der Lenzing Gruppe schlägt der 76. ordentlichen Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2019 die Zahlung einer Dividende von 1,00 EUR je Aktie vor (2018: Dividende von 3,00 EUR sowie Sonderdividende von 2,00 EUR je Aktie). Der Aufsichtsrat billigte diesen Vorschlag in seiner bilanzfeststellenden Sitzung am 11. März 2020. Die Gesamtausschüttung beträgt – vorbehaltlich der Genehmigung der Aktionäre – ca. 26,6 Mio. EUR.

„Lenzing und die gesamte textile Wertschöpfungskette agierten 2019 in einem historisch schwierigen Marktumfeld, welches unsere Umsatzentwicklung und Ertragslage beeinträchtigt hat. Der Fokus auf Spezialfasern hat im Berichtsjahr positiv zur Resilienz des Unternehmens beigetragen, und wir sehen uns mit unserer Unternehmensstrategie sehr gut positioniert. Unsere Ziele für das Jahr 2024 unterstreichen diese Zuversicht“, sagt Vorstandsvorsitzender Stefan Doboczky. „Die Umsetzung der Schlüsselprojekte in Thailand und Brasilien spielt eine zentrale Rolle in der weiteren Stärkung unserer Marktposition und bei der Erreichung unserer ambitionierten Klimaziele. Wir sind mit dem Fortschritt beider Projekte sehr zufrieden“, so Doboczky.

Ambitionierte Ziele für 2024
Die Lenzing Gruppe arbeitete im Berichtsjahr an einer Anpassung ihrer Ziele im Rahmen der sCore TEN Strategie. Im Fokus der nächsten Jahre stehen dabei ganz klar die Umsetzung der Klimaziele sowie die Investitionsprojekte in Thailand und in Brasilien. Bis zum Jahr 2024 will Lenzing den Anteil an hochwertigen Spezialfasern auf 75% des Faserumsatzes steigern. Der Anteil der Eigenversorgung mit Faserzellstoff soll sich auf mehr als 75% erhöhen. Die strategische Festlegung bis 2024 in Bezug auf die Klimaziele sieht vor, die Emissionen je Tonne Produkt um mehr als 40% im Vergleich zum Jahr 2017 zu senken. Das EBITDA soll bis 2024 auf EUR 800 Mio. gesteigert werden und damit ein strukturell neues Niveau erreichen.

Die solide Entwicklung der vergangenen Jahre, auch unter den teils sehr schwierigen Marktbedingungen, bestätigt Lenzing in ihrer strategischen Ausrichtung. Das Unternehmen ist heute vor allem aufgrund seiner Spezialitätenstrategie und seiner starken Marken basierend auf Innovation und nachhaltigem Handeln deutlich resilienter als noch vor einigen Jahren. Die strategischen Eckpunkte blieben daher weitgehend unverändert. Lenzing geht weiterhin auch von einem stark wachsenden Fasergeschäft aus und erwartet, dass die Nachfrage nach holzbasierten Cellulosefasern bis 2024 um 4 bis 6% pro Jahr – und damit doppelt so schnell wie der gesamte weltweite Fasermarkt – wachsen wird.

Ausblick
Der Internationale Währungsfonds rechnet für 2020 mit einer leichten Erholung des weltweiten Wirtschaftswachstums auf 3,3%. Gleichzeitig warnt der IWF aber auch vor zahlreichen Risiken. Immer häufiger auftretende Wetterextreme und aktuell auch das Coronavirus drohen die globale Wirtschaft 2020 ebenfalls massiv zu beeinflussen. Das Wechselkursumfeld bleibt in den für Lenzing wichtigen Regionen volatil.

Die Nachfrage auf den globalen Fasermärkten ist derzeit wegen der Ausbreitung des Coronavirus, das insbesondere in China weite Teile der textilen Wertschöpfungskette lahmlegt, schwer prognostizierbar. Die Lagermengen für Baumwolle werden nach vorläufigen Berechnungen für die Saison 2019/2020 auf hohem Niveau verbleiben. Für Baumwolle wie für Polyester wird von einem weiterhin gedämpften Preisniveau ausgegangen.

Die Kapazitätserweiterungen bei der Standardviscose werden auf einem etwas niedrigeren Niveau als 2019 erwartet, führen aber dennoch zu einer Erhöhung des Kapazitätsüberhangs. Der Druck auf die Preise, die sich seit geraumer Zeit auf einem historischen Tiefststand bewegen, sollte daher auch im Geschäftsjahr 2020 aufrecht bleiben. Trotz der zusätzlichen Lyocell-Kapazitäten in China und der geringen Visibilität geht die Lenzing Gruppe von einer Fortsetzung der vergleichsweise positiven Entwicklung ihres Spezialfasergeschäftes aus.

Die Preise für Faserzellstoff entwickeln sich angesichts der angespannten Situation am Markt für Standardviscose und niedriger Preise für Papierzellstoff weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Die Preise für Natronlauge in Asien haben in den vergangenen Monaten bereits deutlich nachgegeben. In Europa ist diese Entwicklung nun ebenso spürbar.

Die oben genannten Effekte trüben die Ergebnis-Visibilität für das Jahr 2020 deutlich ein. Die Lenzing Gruppe geht derzeit davon aus, dass das Ergebnis für 2020 unter dem Niveau von 2019 liegen wird.

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