Anlagenbau & Prozesstechnik

Global Sourcing

Beim weltweiten Beschaffungsmanagement in der Prozessindustrie lauern Risiken

12.09.2013 -

Die Optimierung der Materialkosten ist in der Chemie- und Prozessindustrie eine zentrale Stellschraube zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Unter dem Stichwort Global Sourcing betreiben nicht nur Großunternehmen, sondern auch Mittelständler verstärkt ein internationales Beschaffungsmanagement, um sich günstigere Bezugsquellen zu sichern. So verlagert sich der Großanlagenbau (World-Scale-Anlagen) mehr und mehr in die Emerging Markets, bei gleichzeitiger Vernetzung der internationalen Lieferketten.

Anlagenkomponenten wie Apparate und Druckbehälter werden zu attraktiven Preisniveaus z. b. in Indien für den europäischen Markt eingekauft. Umgekehrt wird komplexes Know-how-Equipment wie z. b. Apparate aus Sonderwerkstoffen oder Prozessleittechnik aus Deutschland für den asiatischen Markt geliefert.

Einseitiger Fokus auf Einkaufspreise birgt Risiken
Zwar steigt der Fremdkostenanteil am Umsatz seit Jahren und durch zahlreiche Studien ist das Bewusstsein für eine nachhaltigere Einkaufsleistung bekannt. Dennoch zeigt die Praxis ein weit verbreitetes sogenanntes Best Cost Sourcing, das mit erheblichen Risikofaktoren behaftet sein kann.
Nicht immer werden die relevanten Gesetze, Normen und Regelwerksanforderungen im Bestimmungsland zuverlässig erfüllt. Einbußen bei der Qualität oder verzögerte Liefertermine können letztlich die prognostizierten Einsparungen wieder aufzehren. Chancen und Risiken werden verzerrt dargestellt, wenn Aspekte der Qualitätssicherung nicht individuell, sondern lediglich pauschal betrachtet werden. Folglich kann ein einseitiger Fokus auf die Einkaufspreise vor allem dann teuer werden, wenn noch umfangreiche Nachbesserungen vor Inbetriebnahme in einem Hochlohnland erforderlich sind.
Total Cost of Ownership entscheidend
Vor diesem Hintergrund ist im Einkauf eine stärkere strategische Einbettung der weltweiten Beschaffungsaktivitäten sinnvoll. Dabei sollten alle relevanten Investitions- und Folgekosten, die Total Cost of Ownership, in die Entscheidung einbezogen werden. Dies gelingt im verlässlichen Maße, wenn die begleitende Qualitätssicherung den gesamten Fertigungsprozess bis zur Verschiffung vor Ort abdeckt. Denn die späteren Probleme liegen meist im Detail. Gesetzliche und singuläre Prüfungen reichen dann nicht aus, um im Vorfeld kritische Punkte aufzudecken und zu klären. Auch wird vielfach die Dynamik in den Lieferantenketten unterschätzt, was eine adäquate Prozessgestaltung ohne genaueste Marktkenntnisse vor Ort kaum möglich macht.
Entscheidend ist somit ein systematisches und vollständiges Beschaffungskonzept, das die gesamte Prozesskette umfasst. Neben wirtschaftlichen und technischen Aspekten gilt es, das Beziehungsmanagement mit den Zulieferunternehmen zu berücksichtigen - einschließlich des Monitoring der Produktionsbedingungen. Dazu gehört vor allem die sorgfältige Auswahl und Evaluation des Herstellers, die ‚wasserdichte‘ Spezifikation der Produkteigenschaften sowie ein ausdifferenziertes Controlling der Umsetzung.

Lückenloses Qualitätsmanagement erforderlich
Kernelement einer optimierten Beschaffungsstrategie ist eine Qualitätssicherung, die sich vor allem die regelkonforme Auslegung der jeweiligen beschafften Anlagen oder Komponenten zur Aufgabe macht. Außerdem müssen die Projektspezifikationen umfassend geklärt sein, um ein lückenloses Qualitätsmanagement betreiben können. Dazu zählt z. b. die Rückverfolgbarkeit von Werkstoffen oder die Vollständigkeit der erforderlichen Unterlagen wie Zeichnungen, Pläne und Dokumentationen.
An welcher Stelle unterstützt TÜV Süd Chemie Service das Global Sourcing? Ursprünglich aus den Eigenüberwachungen von Bayer, Dow Olefinverbund und Hoechst hervorgegangen, sind die Spezialisten nicht nur in den großen Chemie- und Industrieparks Deutschlands präsent, sondern begleiteten ihre Kunden in die internationalen Märkte. So wurde die weltweite Präsenz ausgebaut. Es entstand ein Team of Global Networking, das im engen fachlichen Austausch steht.
Um ebenso den hohen Ansprüchen der verwendeten Werkstoffe gerecht zu werden, verbinden die Experten konventionelle mit innovativen zerstörungsfreien Prüfverfahren. Aufgrund der langen Erfahrung in der Chemie- und Prozessindustrie hat sich ein Selbstverständnis für unabdingbare und hohe Qualität entwickelt. Damit unterstützt der Service Provider Entscheidungsprozesse beim Global Sourcing für eine vorausschauende Planung und um die Risiken einer Betriebsunterbrechung auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Erfolgsfaktoren beim Global Sourcing von Anlagenkomponenten

  • Ein systematisches und vollständiges Gesamtkonzept
  • Individuelle Analysen zu Chancen-/Risiken, Wirtschaftlichkeit, Erfahrungswerten
  • Umfangreiche Projektspezifikationen (Design, Werkstoffe, Fertigung, Prüfung, Qualitätssicherung, Dokumentation)
  • Herstellerauswahl und -evaluation
  • Begleitende Qualitätssicherung vor Ort (In-Line- und Pre-Shipment-Inspektionen)
  • Kenntnis der Situation vor Ort (Sprache, Kultur)
  • Flexibilität beim Lieferantenmanagement (hohe Dynamik in einigen Anbieterländern)

 

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