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Im CITplus-Profil: Gregor D. Wehinger

Was Menschen bewegt, die etwas bewegen

07.09.2022 - Interview mit Gregor D. Wehinger, Technische Universität Clausthal. Er wurde 2018 u.a. mit dem Hanns-Hofmann-Preis von ProcessNet ausgezeichnet und im September 2022 wird ihm der Arnold-Eucken-Nachwuchspreis der VDI-GVC verliehen.

Die berufliche Seite

Wer oder was hat Sie geprägt?

Im Studium hat mich die sehr motivierte Lehre in den Grundlagenfächern an der TU Berlin geprägt. Während der Promotion war mein Doktorvater Prof. Matthias Kraume, TU Berlin, inspirierend durch seinen Scharfsinn, seine Präzision und seine Freude an wissenschaftlichen Herausforderungen. Prof. Thomas Turek, TU Clausthal und Institutsleiter des ICVT, hat mir großes Vertrauen vor und in meiner Junior­professur geschenkt, wodurch wir viele interessante Impulse in Forschung und Lehre setzen konnten.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?

Ständig die Möglichkeit zu haben, Neues auszuprobieren und mit motivierten und talentierten Studierenden und Doktorandinnen und Doktoranden zusammenzuarbeiten und im Austausch mit internationalen Gruppen zu sein.

Was war Ihr größter Erfolg?

Ein wirklich großer beruflicher Erfolg ist zu sehen, wie sich meine Doktorandinnen und Doktoranden während ihrer Promotion zu selbstständigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln und wir so gemeinsam an spannenden Themen forschen.

Was war Ihr größter Misserfolg?

Die beruflichen Misserfolge mit ins Privatleben zu nehmen.

Was vermissen Sie in Ihrem Beruf?

Unbefristete Stellen für den wissenschaftlichen Mittelbau.

Worauf würden Sie gerne verzichten?

Dienstreiseabrechnungen auszufüllen.

An welchen Prinzipien orientieren Sie sich?

Mich inspirieren gerade die fünf Säulen der japanischen Lebensart Ikigai:  Klein anfangen; Loslassen lernen; Harmonie und Nachhaltigkeit leben; Die Freude an kleinen Dingen entdecken; Im Hier und Jetzt sein, siehe Ikigai von Ken Mogi.

Welche Trends fördern Sie? (Was erhoffen Sie von der Zukunft?)

Sehr spannend finde ich die Durchdringung der Digitalisierung auch in der Lehre. Seit ein paar Jahren wenden wir Virtuelle Realität im Masterstudium „CFD in der Verfahrenstechnik“ an. Hier erhoffe ich mir in der Zukunft eine noch tiefere Immersion und viel Spaß der Studierenden und Lehrenden.

Welche Trends möchten Sie aufhalten? (Was befürchten Sie in der Zukunft?)

Ich finde die kurzfristige, pseudo-wirtschaftliche Bewertung von wissenschaftlichen Ergebnissen fragwürdig. Eine bessere Grundfinanzierung der Universitäten würde dem entgegenwirken und zudem Druck vom wissenschaftlichen Nachwuchs nehmen.

Was sind Ihre nächsten Pläne?

Die anstehende Elternzeit mit meiner Tochter und meiner Frau genießen.

Die private Seite

Wie würden Ihre Familie/Ihre Freunde Sie charakterisieren?

Hilfsbereit, offen, kompromissbereit, (abenteuer-)lustig, verlässlich.

Was treibt Sie an?

Einen kleinen Beitrag beizusteuern für die nachhaltige Transformation der Chemie- und Prozessindustrie im 21. Jahrhundert.

Was gibt Ihnen Kunst/Kultur?

Einen Perspektivenwechsel und das Eintauchen in andere Welten.

Ihr Verhältnis zum Reisen?

Ich liebe kulinarische Entdeckungen auf meinen Reisen und genieße mittlerweile lieber das Verweilen als Sightseeing.

Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit?

Mit meiner Familie und Freunden; aber auch Sport im Freien und mit dem Backen von Sauerteigbroten.

Was lesen Sie gerade? / Ihr Buchtip:

Mal wieder einen Klassiker. Erich Kästner: Der Gang vor die Hunde.

Ihre Lieblingsmusik?

Meine musikalische Erziehung erhielt ich durch den österreichischen „Jugendsender“ FM4, der über den Bodensee hinweg empfangen werden konnte. Folglich bin ich geprägt vom Hiphop der 1990er und Indie der 2000er Jahre. In Singen ging ich als Schüler aber auch sehr gerne in den Jazzclub. In Berlin begeisterten mich zudem Opernaufführungen, die mit der ClassicCard sehr erschwinglich wurden. Nach der langen Auszeit durch die Pandemie freue ich mich auch wieder auf Open-Air-Konzerte.

Was wären Sie auch gern geworden?

Architekt oder Braumeister.

Was schätzen Sie an Ihren Freunden?

Über Gott und die Welt zu quatschen oder auch einfach mit dem Fahrrad nebeneinanderher zu fahren und die Stille zu genießen.

Was möchten Sie in Ihrem ­Ruhestand machen?

Tomaten züchten und meine Sauer­teigbibliothek erweitern.

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Zur Person Gregor D. Wehinger

Privat:

Geburt: 21.12.1984 in Singen (Hohentwiel)
Eltern: Dorothea (MdL Baden-Württemberg) und Hubert (Umwelt- und Verfahrenstechnikingenieur)
Geschwister: David und Felix
verheiratet mit: Andrea, Oberregierungsrätin im BMUV
Kinder: Amalia, fünf Monate
Hobbies: Rennradfahren, Jogging, Yoga, Wandern, Kochen, Sauerteigbrote backen

Beruflich:

  • Schule: Friedrich-Wöhler-Gymnasium, Singen (Hohentwiel)
  • Studium: Technologiemanagement Uni Stuttgart, Energy Technology UPC Barcelona, Energie- und Verfahrenstechnik TU Berlin
  • Abschlüsse: 2008 Vordiplom Uni Stuttgart, 2012 Dipl.-Ing. TU Berlin, 2016 Dr.-Ing. TU Berlin
  • Auszeichnungen: 2022 Arnold-Eucken Preis; 2022 Dechema Hochschullehrer-Nachwuchspreis für ­Verfahrenstechnik; 2019 Preis der Max-Buchner-­Forschungsstiftung; 2018 Hanns-Hofmann-Preis der ProcessNet-Fachgruppe Reaktionstechnik; 2018 Senior-­Fellowship Hochschullehrer „Exzellenz in der Lehre“ des Stifterverbands; 2017 BIMoS PhD Award der Technische Universität Berlin und Berlin International Graduate School in Model and Simulation based Research (BIMoS); 2016 Best Presentation Award beim AIChE Annual Meeting 2016 in Salt Lake City, UT, USA
  • Berufslaufbahn:
    · Seit 2017 Juniorprofessor und Leiter des Fachgebiets Dynamik Chemischer Prozesse an der TU Clausthal
    · 2013 – 2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Verfahrenstechnik von Prof. Matthias Kraume, TU Berlin
    · 2015 Research Fellow an der Brown University, USA bei Prof. Franklin Goldsmith
  • Anzahl Veröffentlichungen: 47 Artikel in peer reviewed Zeitschriften
  • Verbandsmitgliedschaften: ProcessNet und VDI
  • Ehrenämter: Beiratsmitglied der ProcessNet-Fachgruppe CFD; Vorstandsmitglied der Jungen Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (jBWG); 2018 – 2022 Sprecher des Nachwuchs-Reaktionstechnik (NaWuReT) der ProcessNet

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Clausthal University of Technology

A.-Groddeck-Str. 5
38678 Clausthal-Zellerfeld
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+49 5323 72 3642
+49 5323 72 2863

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